Montag, 6. Mai 2013

Raichle reich!


Letzten Monat war ich wieder einmal in der grossen Stadt.
Ich hatte mich auf ein Znacht mit zwei wunderbaren Menschen verabredet.
Vorgängig wollte ich mit einer guten Freundin ein bisschen einkaufen.

Kleider kaufen mit Zeitdruck ist mir ein Greuel.
Hier finde ich ja nichts gescheites und da ich mit zwei kleinen Kindern nie mehr alleine unterwegs bin, musste daher so ein Kinderfreier Einkaufstag her!
Daher der Trip in die grosse Stadt.

Ich hätte lieber in der Zeit etwas alkoholisches getrunken. Gibt ja ein, zwei schöne Plätze in Zürich, wo man dies gemütlich tun könnte.
Aber nein.
Kleider braucht die Frau!


Eine grausame Aufgabe. Ich hasse es.
In einem Laden sind wir sagenhafte 20 Minuten angestanden.
Vollbepackt wie ein Maulesel stehe ich in einer Schlange, wie sie nur noch aus DDR Zeiten bekannt ist und hoffe sehnsüchtig auf etwas wie ein positives Einkaufsende.


Die grell leuchtenden Spotlampen scheinen dir auf den Körper und machen jeder spanischen Sonne im Hochsommer Konkurrenz.
Anscheinend hat es die hier bekannte LED Technik noch nicht ganz auf Zürich geschafft!
Mir wird langsam heiss und heisser. Ein Ende der Schlange ist trotzdem noch nicht in Sicht.
Endlich, ich passiere die Kabinenkontrolle. Logischerweise hat das Landei zu viele Kleiderstücke dabei. Ich habe eine munzige Handtasche dabei. Entnervt erkläre ich einem spindeldürren Kind, dass ich unmöglich etwas klauen kann. Jedes weitere Kleidungsstück an mir fällt auf und ich würde mit nur einer Lage mehr sofort an einem Hitzeschock sterben.
Sie schaut mich etwas entgeistert an...
Langsam richtig gereizt dränge ich mich in eine schmudlige und enge Umziehkabine, die wiederum grell beleuchtet ist.
Dankbar ziehe ich meinen Mantel ab, hänge die Tonne Kleider, welche über meinen halb abgestorbenen Arm baumelt an einen Hacken und massiere meinen schlecht durchbluteten Unterarm.
Ich bin schweissnass.
Langsam mache ich mich ans Anprobieren.

Richtig angepisst bin ich aber erst, als mir von den 8 ausgesuchten (!!) Kleiderstücken gerade 1 (!!!!) einziges wirklich passt.
Verdammt, warum können die die Kleider nicht mit der richtigen, fairen Kleidergrösse belabeln?

Etwas emotional denke ich an die Zeit zurück, wo mir noch fast alles gepasst hat und mir die Kleider inklusive Getränk in die Kabine geliefert wurden.
Damals hat aber auch eine Jeans so viel gekostet wie der ganze Ausflug nach Zürich an diesem Samstagnachmittag!!!

Also anderer Laden, neues Glück.
Es läuft besser. Deutlich weniger Gedränge vor den Kabinen und tatsächlich ein, zwei Sachen die sogar an mir toll aussehen.
Meine Stimmung steigt.
Auch werden meine Freundin und ich in diesem Laden von dem wohl nettesten Mann ergänzt.
Meine Stimmung steigt noch mehr!

Dann will meine Kollegin noch in “the House of Brands“.
Ich: wohin?!
Sie: In den Jelmoli, du Landei.
In die Sportabteilung dort.
Ich beginne zu nörzen..
Was soll ich dort machen?!
Ich stehe nicht wie sie auf hunderfränkige Flatterhöschen zum Turnen. Da ich schlicht keinen Sport mache, wo es solch Flatterhöschen benötigt.
Aber nicht so sie…
Also nichts wie los. Erobern wir halt noch den Sportabteil.
Mir hätte ja die Haushaltsecke mehr Spass gemacht.
Dachte ich.

Aber was hat es in der Sportabteilung?
Was he?
Richtig!
Schuhe.
Es hat Turnschuhe.
Viele bunte Schuhe.
Ich flippe ein wenig aus.

Wir probieren einige an, die anderen streicheln wir nur uns stellen sie wieder zurück.
Dann sehe ich ihn.
Einen Wanderschuh.
Pink.
So einen, wie ihn der Herr Hartmann im Schweizer Fernsehen immer trägt.
So einen wie ich ihn immer schon wollte.
Ich bin verliebt.

Schuhe sind für mich Seelenbalsam. Auch wenn ich seit der 2ten Schwangerschaft um 3 sagenhaft grössere Grössen trage, bin ich mit meinen Füssen doch so ziemlich im Frieden.
Klar „reuen“ mich die vielen schönen Tretdinger welche mir nicht mehr gehen. Aber im Gegensatz zu meinen Kleidern bin ich mir zu jeder Sekunde bewusst, dass ich sie ohne Probleme ersetzten kann.
Ich ziehe sie an und wir harmonieren.
Nichts zippt, ist eng oder schmerzt.
Das war schon immer so.
Ich liebe Schuhe.
Schuhe finde ich immer.

Noch im Jelmoli sende ich meinem Mann per SMS ein Foto.
Kommentarlos und nur mit dem Preis.
Er schreibt zurück: KAUFEN!
Ich denke mir: Der hat Nerven...bei meinem 20%-Pensum...



Ich habe Zürich an diesem Abend ohne Wanderschuhe verlassen.
Trotzdem rundum glücklich.


Doch zu Hause habe ich allen von diesem Schuh erzählt.
Wie schön er sei..

Vor 14 Tagen hatten wir an einem Samstag nur den kleinen Mann bei uns.
Der Grosse war beim Grosi.
So konnten wir in den Sportladen im Nachbardorf.
Der Mann suchte einen neuen Turnschuh.
Im Ladeneingang, Sicht nach vorne, was sehe ich dort?
Es leuchtet Pink.
Mein Wanderschuh.
Okay denke ich.
Der will wirklich zu mir.

Sie mussten ihn bestellen. Grösser als gedacht. Letzte Woche wurde er geliefert.
Er war zu klein.
Also noch eine Grösse grösser.
Kein Problem.
Ist ja ein Schuh...

Aber etwas muss ich erwähnen.
Ich bin mit diesem Schuh eventuell ein bisschen overdressed.
Ihn als simplen Wanderschuh zu bezeichnen ist nicht ganz fair.
Er ist der schönste Schuh weit und breit, und ich kann mit ihm locker grosse Bergtouren machen.
Ich mag mich vage erinnern gehört zu haben, wie die Verkäuferin etwas von Steigeisen zu mir gesagt hat.
Ich konnte ihr nicht genau zuhören, so verliebt war ich.
Taub sozusagen.
Nicht aufnahmefähig für andere Vorschläge, wie zum Beispiel braune, halbhohe Wanderschuhe.
Nein ich wollte diesen...

So kommt es, dass ich jetzt Raichle reich bin! Ich besitze ein neues paar Schuhe und ich habe Schulden bei meinem Mann. Sicher bis 2014...

.....und gell Simi, das mit der Gletscherwanderung machen wir....bald...Das mit den Steigeisen
Die Schuhe dazu habe ich jetzt ja ;o)

Liebe Grüsse,
Eveline





Dienstag, 23. April 2013

Bilder im Kopf


Letzte Woche war ich zu Besuch bei einer wunderbaren Frau. Diese hat soeben ein älteres Haus umgebaut. Ein Traum. Geplant bis ins Detail. Gefällt mir sehr gut.
Sie hat ziemlich genau meinen Stil getroffen!

Während des Rundgangs fällt mir etwas sofort auf. Die Bude ist leer. Im Wohnzimmer hat es ein Sofa, einen Fernseher an der Wand, einen quadratischen Esszimmertisch mit 8 Stühlen, eine Pflanze und zwei Skulpturen.
Das gleiche Bild in der Küche, im Gang, im Schlafzimmer und sogar im Bad.
Es hat nichts. Auf jeden Fall nichts, was rum steht.
Doch trotz allem fühle ich mich wohl...
Betritt man unser zu Hause ist es ebenso stilsicher umgebaut. Ebenso vollwertige Möblierung. Alles ist mit viel Liebe ausgesucht und geplant.

DOCH es gibt ihn, den Unterschied. Den klitzekleinen aber auffallend starken Unterschied.
Meine Bude lebt. Ist ein Abbild von mir. 33 Jahre Eveline.

Ich bin eigentlich kein grosser Sammler, aber ich liebe materielle Erinnerungen.
Viele Teile aus meiner Kindheit, dann alles Emotionale von meinem Mann. Nicht, dass er das in die Beziehung mitgebracht hätte, nein er doch nicht. Ich habe bei seiner Elternhausräumung vor 6 Jahren viel mit nach Hause genommen. Gerettet für die Nachwelt sozusagen.
Neu kommen noch zwei kleine Buben dazu.
Dann habe ich auch einfach so Sachen, welche sich über die Jahre so angehäuft haben.

Ich habe eine Küche. Bestens eingerichtet. Ich habe alles! Echt..
Ich habe Bastelmaterial,
Wir besitzen DVDs und eine riesige CD-Sammlung. Musikgeschichte sozusagen.
Ich besitze Bücher. Gebundene, dicke...!
Ich habe Altpapier welches auf dem Esstisch liegt,
Bundstifte, die irgendwie immer auf malende Kinderhände warten,
Nanos in Gläsern, obschon wir eigentlich keine Doppelten wollten,
Souveniers aus allen Ländern, in welchen ich war,
alle Geburts- und Dankenskarten,
wichtige Liebesbriefe von verflossenen und aktuellen Liebhabern,
alte Schulunterlagen von meinem ersten erlernten Beruf.
Unterlagen zu meinen Kindern.
Ich besitze Fotorahmen aller Art.
Neu kommt das ganze Nähzubehör dazu,
in Spielgruppen Gebasteltes.
Ich habe saisonales Dekorationsmaterial. Alleine meine Weihnachtssammlung umfasst 4 Kisten.
Tausende entladener Batterien, die sich im gleichen Glas befinden wie die Wiederaufladbaren.
Kleine ausgeschnittener Schnippsel mit Kochrezepten, die ich dann irgendwann nachkoche.
Ich habe Blumenvasen, auch faltbare.
Alte Swissair Nippes.
Ein paar wenige Plüschtiere,
Stoff, haufenweise Stoff,
Ordner,
abertausendfach haben wir Aufladekabel.
Irgendwo steht eine Schachten Zigaretten für den Notfall.
Ich finde ein Fläschen mit Oel für die Tischpflege.
Ich habe Alkohol. Solcher der in den Ferien herrlich schmeckt, aber hier komischerweise niemand trinkt...,
noch nicht gebügelte aber schon wieder auseinanderfallende „Chrällelibilder“,
ich habe Tupperware, Plastik ohne Ende,
und, und, und...

Und ich besitze Fotos.

Alle Menschen hier, die mich persönlich kennen, wissen was ich meine. Tausende Fotos. Ich liebe meine Fotoerinnerungen.
Ich schaue sie gerne an, und noch lieber zeige ich sie!
Ich habe Fotoalben, ich habe Festplatten zum Sichern und ich besitze eine Ablage in der Wolke.

Als Ende 2010 mein Laptop wegen eines Festplattenschadens kaputt ging, war mein Papi gerade ein Monat lang tot. Vieles an Fotomaterial war noch nicht gesichert. Das ist untypisch für mich. Eigentlich bin ich „a jour“!
Ich hatte den ersten Nervenzusammenbruch in meinem Leben.
Für mich war der Gedanke an die verloren gegangenen Bilder einfach zu viel in dieser Zeit!
Mein Partner konnte mich fast nicht auffangen.
Er konnte mir aber trotzdem helfen.
Schnellstmöglich war durch ihn unser PC bei einem Profi, der es möglich machte, meine Festplatte wieder herzustellen.

Ich behaupte nun mal, dass es bei uns nicht zugeramscht aussieht. Doch mein Wohnzimmer unterscheidet sich deutlich von der oben erwähnten. Ich habe einfach viel Zeug.
Plunder sagt mein Mann!

Ich habe meine Freundin natürlich gefragt, wo sie denn ihre Sachen habe. Welche Sachen hat sie mich gefragt. Na halt so das Zeug, meinte ich... (Plunder dachte ich ;))

Sie hat es ganz einfach nicht.
Hier einige Beispiele.
Das Altpapier wird nicht getrennt. Nach dem Lesen kommt es in den Abfall.
So liegen auf ihrem Küchentisch keine Stapel wie bei mir.
Sie kocht nicht.
Sie bastelt nicht.
Ich werte übrigens nicht, sie ist eine ganz tolle Frau und Mutter, nur halt anders als ich!
Ganz offensichtlich ist sie auch ordentlicher wie ich.

Mein Mann braucht solch emotionale Stücke übrigens auch nicht. Ihm ist das alles gar nicht wichtig. Für ihn zählen die Menschen.

Aber warum schreibe ich darüber.
Ich bin bei Facebook in einer Nähgruppe. Einem Mitglied dort ist vor 14 Tagen das Haus abgebrannt. Linda war eine Sammlerin. Hatte Freude an schönem Nähzubehör. Ich glaube, auch an anderen emotionalen Stücken.
Alles, was nicht verbrannt ist wurde vom Rauch oder durch die Löscharbeiten zerstört. Die ganze 5-köpfige Familie hat nur nochdas, was sie am Leibe trugen. Lindas Sammlung. Eine viele Jahre alte Stoffsammlung - kaputt!
Alles das Selbstgenähte, die vielen Arbeitsstunden.
Mein Alptraum.
Ihre Stoffleidenschaft ist vergleichbar mit meinem Fotowahn.
Alle Alben, die vielen Arbeitsstunden!

Alles zu verlieren....unvorstellbar!

Schnell war mir klar, hier muss ich helfen. Zu dritt haben wir, das sind unbekannte Frauen, eine Gruppe ins Leben gerufen. Über hundert Frauen haben sich online versammelt und tun Gutes! Sammeln Stoff und Nähzubehör. Handelten einen Deal aus mit dem Bernina Nähcenter in Thun. Ein absolut toller Geschäftsmann mit einem grossen Herzen unterstützt uns. Vieles soll für Linda eine Überraschung werden. Und ich, ich habe wieder einmal etwas gelernt. Unmögliches kann möglich werden. Das Leben geht weiter. Auch wenn wichtiges fehlen wird. Nichts ist so tragisch wie wenn Menschen gehen. Material bleibt Material...und wie singt dieser komische Sido grad aktuell: In einem schwarzen Fotoalbum bewahre ich alle diese Bilder im Kopf!

Vielleicht schmeisse ich am Mittwoch die Nanos in den Abfall...und zur Sicherheit habe ich gestern in einer Nachtaktion noch einmal alle elektronischen Fotos von 2004 bis heute auf DVD gebrannt. Hat jemand so einen feuersicheren Safe?!

Liebe Grüsse,
Eveline

Und ähmm, noch exklusiven Stoff auf dem Estrich? Spezielle Bänder, Spitzen etc.?! Keine Beziehung dazu? Eventuell noch Erbstücke von der Oma? Und ihr näht gar nicht? PRIMA! Ich wüsste da jemanden, der könnte es echt gut gebrauchen! Lindas verbrannten Schätze können wir nicht ersetzen aber wir können neues besorgen so dass sie schnellstmöglich wieder lachen kann!
DANKE!!!!








Samstag, 13. April 2013

Anne und Ich


Für diese Geschichte habe ich bereits zig Male angefangen.

Oft war ich so wütend über das Gesehene, dass ich unmöglich weiterschreiben konnte.
Wenn ich diese Geschichte erzählen könnte, so wie mir der Schnabel gewachsen ist und nicht aufschreiben müsste. Mei die würde gut!
Aber so strample ich mich noch einmal ab und versuche in kurzen Sätzen auf den Punkt zu kommen.
Ich hoffe, es gelingt mir...., denn es ist wichtig. Verdammt!


Ziemlich genau vor zwei Jahren, im Frühsommer 2011, bin ich mit dem elektrifizierten „Lavendel Traum“ zur Arbeit geradelt.
Auf dem Veloweg, den ich schon während meiner ganzen Oberstufenzeit gefahren bin, hat mich ein kleines Auto überholt.
Es war ein eher unauffälliges Auto. Höchst wahrscheinlich wäre es mir gar nicht aufgefallen, hätte es nicht höhe „Juch“ abbremsen müssen, da ein Traktor gemütlich ausfuhr. Auf der Hutablage hatte das unauffällige Auto eine Flagge. In einfachen Lettern stand dort „White Power“, inklusive das aus Filmen bekanntem Sujet!
Hier bei uns.
Nicht im bösen Ausland.
Der Autolenker schätzte ich auf Anfang 20.
Da ich mit meinem Flyer schneller fuhr als der Traktor, konnte ich mich, als mich das Auto zum zweiten Mal überholte, definitiv davon überzeugen, dass meine Augen nicht von akutem Augenkrebs befallen waren.

„Scheisse“, dachte ich.
Dieses Arschloch ist zwanzig.
Was muss bei dem falsch gelaufen sein?!
Kann es sein, dass mir etwas solches mit meinen Buben passiert?
Lasse ich dieses Gedankengut zu?
Was machst du als Familienmitglied, wenn dein Kind so etwas auf seine Hutablage im Auto legt?

Aktuell herrscht in der Schweiz eine grosse Unstimmigkeit.
Viele Schweizer nerven sich ob dem Verhalten schlecht integrierter Ausländer, auch mich stört dieses Verhalten oft.
Das aber mit rechtsradikalem Denken auszudrücken, oder sogar auszuleben, befremdet mich stark.

Mit etwa zwölf Jahren habe ich von meiner Mutter das Tagebuch von Anne Frank geschenkt bekommen.
Ich habe es verschlungen.
Die letzten einundzwanzig Jahre habe ich vieles von ihr und vieles rund um den zweiten Weltkrieg gelesen. Meine Sammlung wird immer grösser, mein Wissen auch.

Vor mehr als einem halben Jahrhundert ist dieser grosse Krieg zu Ende gegangen.
Was um himmels Willen bewegt ein heute zwanzigjähriger Mensch, diese Greueltaten zu verleugnen oder sogar schön zu reden?
Warum packt der sich so eine Flagge ins Auto?
Welchen Bildungsstatus muss er besitzen, um solches zu glauben?
Welchen Bildungsstatus besitzen seine Eltern, um solches zu tolerieren?
Was für Menschen sind das?

1994 hat das Stapferhaus in Lenzburg eine Ausstellung durchgeführt mit dem Namen „Anne Frank und Wir“
Meine Eltern haben sie gemeinsam mit mir besucht.
Wir haben nicht oft solche Ausflüge gemacht. Doch dieser hat sich in meinen Kopf festgebrannt wie sonst nichts anderes. Während einem Vortrag konnte ich, 14-jährig, die Ausstellung nicht nur mit den Augen erforschen, nein, ich hatte die einmalige Möglichkeit, Miep Gies zuzuhören. Miep war die Helferin, welche Anne und ihrer Familie beim Untertauchen geholfen hatte. Ohne Miep wäre das alles unmöglich gewesen. Sie war es auch, die das Tagebuch von Anne gerettet hatte, nachdem diese abgeführt worden war. Nur dank ihr wissen wir von Annes Geschichte aus derer Sicht.

Diese Ausstellung haben 100`000 Menschen besucht.

Die Eltern von diesem jungen Mann ganz offensichtlich nicht!
Auch keine Freunde von dieser Familie.

Denn eines sage ich euch:
In meinem Umfeld, komme was wolle, werde ich ein solches Verhalten nicht tolerieren!
Das ist keine Phase, aus der „man“ rauswächst.
Das ist kein Haschisch, welches „man“ ausprobiert..
Keine bösen Tattoos, welche nicht wieder weggehen.
Keine unmöglichen Kleider.

Nichts davon...
Dieser Mann ist auch nicht nett und hat einfach komische Ansichten...
NEIN!

In letzter Zeit nehmen die rassistischen Aktivitäten wieder zu. Aber nur weil der „Jugo“ mit dem fetten Benz, welchen du dir nie im Leben leisten würdest, und der mit Sicherheit seine Steuern niemals zahlt und trotzdem noch überall Unterstützungen erhält, dir auf den Senkel geht, kannst du dir doch unmöglich ein „White Power“ Fähnli ins Auto legen!

Das Verhalten von diesem Jungen Mann ist abscheulich und beängstigt mich sehr.
Es zu tolerieren oder versuchen zu erklären ist auch falsch.
Zu wissen, dass diese Meinung frei ausgelebt werden darf, finde ich nicht richtig.
Oft höre ich die entschuldigende Erklärung: „Weisch, de chonnt halt ned druus“!
Diese toleriere ich auch nicht.
Nie...
Verdammt, einige Menschen, die den zweiten Weltkrieg überlebt haben, leben noch.
Es ist passiert.
Es zu leugnen ist daneben und unerhört.
Es ist Geschichte.
Die Geschichte von unserem Kontinent.
Also bitte, bildet euch weiter, lest Bücher.
Nur so können wir dagegen kämpfen, dass es jemals wieder so weit kommt!

Ich habe diese Geschichte meinen engsten Vertrauten zum Probelesen gegeben.
Das habe ich vorher noch nie gemacht. Normalerweise besitze ich ein ziemlich gutes "Gspühri" ob ich das so schreiben kann...
Nicht bei diesem mir so wichtigen Thema.
Ich hatte ein ziemlich hartes Ende. Das habe ich auf anraten von meinem "Lektor" gestrichen. 
Wer es hören möchte darf gerne mit mir darüber reden!

Sodeli. Nun geht es mir besser.

Liebe Grüsse,
Eve

Dienstag, 9. April 2013

Supermom (!!) will 20 Grad


Eine alte Schulkollegin schreibt mir, sie sei bei der Vorbereitung für den Kindergeburtstag ihrer Tochter vor lauter Stress „hintertsi“ ab dem „Taburettli“ geflogen. Voll auf den Rücken. Ein, zwei Minuten sei sie so dagelegen und hätte dann mit Erstaunen festgestellt, dass sie noch lebe...
Da es niemandem aufgefallen sei (sie war alleine), sei sie halt wieder aufgestanden und hätte den Raum fertig geschmückt.

Mich machen Kindergeburtstage leicht nervös.
Also der Teil mit den Kindern.

So viel zum Thema Supermom!!!


Bis jetzt konnten wir alle, also die 3 die es so gab, draussen feiern. Das gefällt mir. So muss ich nur das WC zur Verfügung stellen und das war es dann. Dass das bis jetzt ein absoluter Glücksfall war ist mir sehr bewusst. Feiert unser grosses Wunder doch Anfangs Oktober seinen Geburtstag. Doch die letzten 4 Jahre war an diesem Tag immer schöner Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad. Wir feierten im engsten Familien- und Freundeskreis. Eine Gästeliste oder Anzahl erlaubter Kinder gab es bis jetzt noch nicht, da die Kinderschar überschaubar war. Einige Freundinnen von mir mit Kinder, einer aus dem Dorf, mein Göttibub. Das war es.

Wir haben immer viele Gäste und Tag der offenen Türe an unseren Geburtstagen.
Ich koche etwas, es gibt Unmengen an Süssem und Salzigem und ja, ich mag die Geschenke!
Doch viele Leute in meinem zu Hause mag ich eigentlich gar nicht.
Ein bizzeli ein Irrsinn ich weiss.
Viele Leute, das ist der Punkt, welcher mich nervös macht.
Nicht die Leute, sondern das was sie so machen, macht mich nervös!
Da habe ich unsere Freunde jahrelang „abgerichtet“. Sie wissen was ich mag und was ich weniger gerne mag.
Und nun kommen Kinder. Haufenweise Kinder.
Kinder wissen oft nicht was ich mag und was ich eben nicht so mag.
Noch nicht....

So habe ich mich am 2ten April dieses Jahres, an meinem so heiss geliebten Geburtstag, plötzlich auf einer Kinderparty wiedergefunden. Meiner Kinderparty sozusagen. In Mitten einer kleiner Kinderschar, die sich jedes Jahr und rasend schnell zu vermehren scheint.
Mit jedem Gast sind weitere Kinder eingetrudelt.

Obschon mir mein Partner wie jedes Jahr enorm geholfen hat und die Gäste toll bewirtet hat, war mir ein bizzeli unwohl. Ich hatte das Gefühl, ich müsse diese Kinderbande betreuen. Beaufsichtigen sozusagen. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass sie es wunderbar gemacht haben...
Ich mag es einfach nicht.
Basta.

So war mir um 16 Uhr stark nach Alkohol.
Kurz vor 17 Uhr hätte ich mir gewünscht, bei der Vorbereitung ab dem Taburettli geflogen zu sein.
Um 17 Uhr vertröstete ich kinderlose Freunde auf später...auch wenn sie extrem auf Mütter stehen… SORRY Reto!
17:30 Uhr überlegte ich mir wieder mit dem Rauchen zu beginnen. 3 Ruhige Minuten auf der Terrasse reizten mich
Ab 18 Uhr wurde es ruhiger.
Nach 19 Uhr tat dann der Alkohol seine Wirkung und ich war recht relaxt!
Pascal hat nicht laut geredet. (Insider, sorry) und beinahe alle anderen Kinder waren im Bett.

So habe ich kurz vor 2 Uhr in der Nacht die letzten Gäste verabschiedet und mich an die Arbeit gemacht. Kinderküche wieder schön aufräumen. Meine Küche in Ordnung bringen. Geschenke auspacken. Boden aufnehmen. Kuchen wegkratzen, Wände inspizieren, Geschirrspühler neu beladen und laufen lassen, allen SMS danken, auf dem Gesichtsbuch alle Glückwünsche lesen und noch ordentlich meinen Senf dazu abgeben, WC putzen....usw.
Während ich diese Arbeiten mache denke ich so: schön war er, der Geburtstag. Ich freue mich schon auf den nächsten…

Als ich am 3ten April etwas vor 7 Uhr geweckt werde merke ich, wie alt ich gestern geworden bin...


Fürs nächste Jahr wünsche ich mir einfach etwas.
20 Grad und viele Gäste....draussen!














Es Grüsst euch,
Eve

Donnerstag, 28. März 2013

Auf dem Näh-Kurs!


Vor zirka einem Jahr war ich sauer auf meine Mutter.
Kann ja vorkommen, gell..!
Ich wollte mir eine Nähmaschine kaufen. Hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt das nähen zu erlernen.
Alle diejenigen unter euch die mich von meiner Schulzeit kennen werden nun auf den Stockzähnen lachen.
Eveline und Nähen.
Ich habe während meiner ganzen Sekundarzeit in der „Schnorpfi“ kein einziges Teil fertig zu Stande gebracht.
Ich weiss es existiert ein Pulli der musste ich aber in mehrmaligen Nachsitzen zu Ende machen. Er war viel zu gross und hat mir nie wirklich Freude gemacht.
Doch so als frisches Mami, randvoll mit kreativen Ideen wollte ich so ganz einfaches selbst ausprobieren.
Ich dachte an simple Arbeiten wie Tischläufer, Kissenbezüge etc.
Ich wollte gerade aus nähen. Nix anderes.
Wie Autofahren. Am liebsten gerade aus!

Wenn ich dann mal einen Plan habe muss dieser schnellstmöglich umgesetzt werden. In meinen Ferien in Davos habe ich im Tchibo eine Maschine entdeckt. Rund 300 CHF, optisch ein Bijou. Weiss mit lavendel, rosa Blumen auf der Frontseite. Ich dachte mir, wenn sie nichts taugt sieht sie wenigstens auf dem Tisch nett aus.

Wieder zu Hause habe ich meiner Schwester davon erzählt. Diese hat Dr. Google gefragt und mir berichtet ich solle dieses Maschineli auf gar keinen Fall kaufen, da es nichts wert sei.

Aha!


Meine Mutter machte mir dann den Vorschlag unseren Ortsansässigen Bernina Laden aufzusuchen.
Sie würde sich anlässlich von meinem Geburtstag etwas an den Kosten beteiligen...

Ich war ein bisschen skeptisch. Kenne ich doch die Preise ein bizzeli weil meine ehem. Chefin immer solche Maschinen hatte.
Seit ich im Mama Business tätig bin meide ich solche Läden gerne. Es gibt nichts frustrierenderes als zu wissen das alles zu teuer ist!

Jäno mein Mami hat mich ignoriert!
Kann ja vorkommen gell...

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie richtig genäht.
Ich habe das der Tante im Laden gesagt.
Sie hat mir tausendfränkige aufgezeigt.
Auch sie hat mich ignoriert.
Soll ja vorkommen.
Auf die Frage ob es dann auch kostengünstigere Maschinen hat meinte sie nein.
Nur von der Partnermarke.
Doch die ging gar nicht. Heisst wie meine Scheisstante und hatte gar keine Knöpfe...
Ich wollte doch nur ein schmuckes Teil, welches gut und gerne auch ein bisschen rumstehen darf.

Während ich der Bernina Verkäuferin also erkläre was ich will (ein grausam nervenaufreibender Job, da ich ja eigentlich der Kunde bin...) schaltet sich plötzlich meine Mutter mit ein.
Anstatt mich zu unterstützen fängt sie an mit der Tante gegen mich zu lästern...
Dann macht sie eine folgenschwere Aussage.
Sie sagt der guten Frau wie schlecht ich im Handarbeitsunterricht gewesen bin....
Aber ihre Mittlere Tochter, mei die nähe dann vielleicht gut!!!
Ich, ich hätte nie etwas zu Stande gebracht!

Hey wenn ich das erzähle ist das lustig aber wenn sie das macht bin ich einfach nur sauer ;o)
In Wirklichkeit war ich stinkesauer!
Habe glaubs sogar nach Amerika telifoniert...

Am Tag darauf, meine Mutter und ich können uns nie lange böse sein, flatterte die Migroszeitung ins Haus.
Sie hatten ein Maschineli im Angebot. Nett anzuschauen, viele Knöpfe die eventuell gar nicht benötigt werden und ein akzeptabler Preis um nur so dazustehen..

Langsam habe ich mich an verschiedene Sachen herangewagt.
Für mich ist es ein grausamer chnorz.
Nähen ist nicht einfach.
Doch randvoll mit Ideen und die Stimme meiner Mutter im Hinterkopf hatte ich Blut geleckt.
Ich bin sehr ehrgeizig.
Denen zeige ich es...dachte ich mir ;o)

So hocke ich nun Stundenlang im Keller (erinnert mich stark an meinen Vater...der werkelte auch immer dort) und versuche mich an verschiedenen Produkten.
Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg aber immer mit einer grossen Freude.
Das Endprodukt schaut oft nett aus. Doch bis ich so weit bin muss ich arg fluchen, habe irgendwie vom konzentrierten sitzen ein akutes Nackenproblem und friere non stopp (mein Keller ist nicht geheizt.) Auch gehe ich noch später als sonst ins Bett und verpasse regelmässig den Abflug!

Doch ich wäre nicht ich wenn ich nicht eine tolle alternative zum nähen entdeckt habe.
Frau kann ja nicht immer nähen.
So surfe ich wenn ich nicht nähe Stundenlang im www rum.
Und ich kaufe Stoff!
Viel Stoff!
Mehr als ich eigentlich brauche!

Macht das Spass!
Es gibt so unglaublich tolle Sujets.
Und Stoff kann Frau immer brauchen. Irgendein Projekt gibt es dann sicher einmal....
So füllt sich mein Expetit Regal langsam mit tollen Stöffchen.

Und während man so Stoff kauft entdecke ich noch andere schöne Sachen die ich unbedingt brauche.
So eine Maschine für Druckknöpfe.
Die richtigen Nadeln.
Bänder
Fäden
usw..
Ich muss ja ausgerüstet sein...wenn auch nur für den Notfall
Ich kenne das ja schon vom backen....
Geht ja gar nicht wenn Frau nicht das richtige Werkzeug benützt..



Nähen und vor allem die Vorbereitung dazu braucht grausam viel Geduld und exaktes Arbeiten.
Stoff kaufen gar nicht.

Ich kann das meinem Partner auch richtig gut erklären.
Aussagen von ihm wie:
Du hesch SCHO WEDER Stoff kauft?! Ignoriere ich.
Werden seine Fragen deutlicher, erkläre ich ihm dass so einen Meter Stoff viel günstiger ist wie zb eine fertige Hose im H+M, und mit so einem Meter kann ich locker 4 Hosen machen..
...könnte ich emel. Das sage ich dann aber natürlich nicht!
Klingt logisch, oder?

Aslo ich sage euch, dieses Nähen macht richtig viel Spass.
Wollt ihr es nicht auch ausprobieren?
Wir könnten uns austauschen, ich kenne ix Stoffläden und auf dem Gesichtsbuch Nähgruppen...ich kenne alles...nur nähen, nein, das ist nicht wirklich meine Stärke!


Euch allen ein tolles Osterweekend,
Eve

Montag, 25. März 2013

Wenn MINI nicht mini ist!


Manchmal habe ich Lust auf Toastbrot. Selten. Wenn aber, dann toaste ich ihn und esse ihn mit leckerer Salzbutter.
Für mich ein bisschen wie Weihnachten...
Wenn ich toaste tue ich das mit einem Designklassiker.
Es ist der Toaster, welcher ich von meinen Eltern vererbt bekommen habe.
Meine Schwester würde jetzt sagen, ich habe ihn mitlaufen lassen, ABER NEIN, ich habe gefragt!
So ein Teil, wo man die Scheiben noch selber wenden muss. Einer der Rot wird wenn er heiss ist. Einer mit Kippschalter. Ein wunderschönes Teil!

Ihr wisst welcher, gell?!

Als ich 1999 von zu Hause ausgezogen bin (jesses das ist nun auch schon 14 Jahre her), haben wir das Öfeli zu Hause schon lange nicht mehr eingesetzt. Es lag verstaubt auf dem Estrich und hatte massiv Flugrost.
Irgendeinmal ist es nämlich ersetzt worden durch ein modernes Plastik Dings. Optisch ein Verbrechen. Hatte aber so ein Schublädli für die Brösmeli, war Energietechnisch sicher besser, man hat sich nicht mehr konzentrieren müssen, da es schier unmöglich war sich die Finger zu verbrennen. Sein grosser Pluspunkt war aber ein Schalter, mit dem man sich die gewünschte Toaströstungstufe einstellen konnte.
Hat nichts gebracht, jeder zweite Toast war schwarz ;o)
So ein richtiges Scheissteil!

Ich stehe ja auf Klassiker. 
Oder auf Spezielles...

Manchmal weiss ich nicht, ob es die Zeit ist welche mir so gefällt, aber viele Sachen auf welche ich so stehe kommen aus den 60/70-er Jahre.

In meinem Traumhaus ist die Küche riesig. Der Boden ist im schwarz weissen Schachbrett gefliest. Am grossen Tisch mit abgerundeten Ecken in der Küche stehen mit Kunstleder bezogene Sessel. Wendbar. Am liebsten in Mintgrün oder Flieder.
In der Ecke steht ein alter Kühlschrank!
Der Rest ist in Chrom…
Auf der Terrasse steht ein alter Gartentisch von Schaffner. Dieser darf ruhig Stellen haben wo der Lack etwas splittert. Erinnert ihr euch an das Gefühl, wenn man mit dem Fingernagel darunter gefahren ist und der Lack bricht?
Auch die Schaffner Stühle finde ich toll. Ich liebe es, wenn sich am Oberschenkel viele kleine Punkte abzeichnen. Man kann noch Stunden später mit der Hand über den Arsch fahren und weiss wo ein Loch war!
Im Wohnzimmer liebe ich USM Haller. Nichts ist schlichter und eleganter als dieses Möbel.
Zum gemütlich sitzen möchte ich am grossen Esstisch im Wohnzimmer drehbare Armlehnen Stühle von Eero Saarinen.

Im Badezimmer hat es eine freistehende Badewanne mit Füsschen und im Schlafzimmer befindet sich ein Schminkspiegel, wie in die grossen Diven in Las Vegas haben.....
Vor dem Haus stehen verschiedene Oldtimer. Ganz voran ein VW Bully. Mit riesigem Markenzeichen.  Am liebsten Hellblau weiss. Dann einen Ford Shelby GT 500, so wie im Film mit Herr Cage. 
Für den Kinderlosen Alltag einen kleiner Mini Cooper. Dunkelgrün. Weisses Dach. 6 Scheinwerfer.

Womit wir beim Thema wären.

Es gibt nun mal Sachen, welche einfach unmöglich kopiert werden können. 

Da schaue ich letzthin diese Autosendung mit den 3 britischen Mannen, welche im Moment so sagenhaft viel Kohle verdienen und da stellen sie einen neuen Rallye Mini vor.
Also ich wollte das eigentlich nicht gucken, aber wir haben total altmodisch nur eine Glotze.
Somit gewinnt mal mein Mann, dann wieder ich!
Witzige Sache diese Sendung.
Und dieser neue Mini.
Geht ab wie Pressluft.
Der Moderator erwähnt was von x-tausend PS und dann sagt er, der neuste Mini sei 3.7 Meter lang!
Da haben wir das Problem!
Ich flippe aus. Mein Mann schaut mich entgeistert an.
Versteht mich nicht falsch (vor allem alle Mini Fahrer unter meinen Blogleser) 
Dieses neue BMW Teil ist nett, aber es ist kein Mini.
Ein echter Mini war mini. Gefährlich, nicht sehr komfortabel und alles andere als gross.
Wenn wir nun allen Luxus wollen, hat es halt einfach nicht mehr Platz auf den guten 3 Meter wie anno dazumal. Bis 2000 haben sie übrigens halbwegs sichere in alter Form gebaut!
Ich habe diesen gesehen. An meinem einzigen Besuch am Autosalon Genf.
Hätte ich ihn mir gewünscht, also laut ausgesprochen, hätte ihn Papi gekauft.
Ich war nämlich begeistert! Zum Glück habe ich nichts gesagt. Ich hätte ja ewig an dem Darlehen abbezahlt...

Das gleiche Problem wie beim neuen Mini stellt sich bei meinem Toaster. Den kannst du dir heute auch im alten Design neu kaufen. Doch mit Isolierplastik und ohne Kippschalter fehlt halt ganz einfach etwas.
Es bleibt ein normaler Toaster.
Gerade das Feeling sich die Finger arg zu verbrennen und hochkonzentriert beim Toasten zu sein, zeichnet dieses Maschinell aus.

Doch ich muss auch etwas klarstellen. Auch ich bin nicht immer konsequent.
In meiner Traumküche würde ein neuer Kühlschrank getrimmt auf alt stehen. 
Ich mag diese verschimmelten Gummidichtungen nicht sehr.
Stromtechnisch ist so ein Alter wohl auch nicht das Beste! 


Dann gibt es aber auch Sachen, die einfach vom Original angelehnt worden sind. Keine Kopien. 
Ich gebe zu. Mein Bus, wenn halt auch ohne grosses VW Zeichen, ist schon recht geil ;o)



Hebeds guet,
Eve





Montag, 11. März 2013

Etwas wie ein Geburtstermin


Früher, vor allem während der langen Wartezeit auf unser erstes Wunder, habe ich alle Schwangeren bewundert. Ich habe mit grosser Vorfreude deren Bauch bestaunt und wollte unbedingt auch so einen Kugelbauch haben.
Heute tun mir die meisten Frauen nur noch leid.
Ich schaue sie mir an und sehe, wie sie unter der Last kämpfen und ihr nettes Lächeln oft nur aufgesetzt ist.
Doch ich möchte etwas klarstellen. Ich habe meinen Babybauch geliebt. Beide Male.

Doch so ab dem achten Monat ist einfach nicht mehr alles so romantisch und angenehm wie FRAU, die noch nie schwanger war, so vorstellt. Ein Mann kann sich das sicher auch nicht vorstellen.
Frau kämpft mit Wassereinlagerungen (überall), harten, weichen oder senkenden Bäuchen (oder alles zusammen) das Atmen fällt einem schwer (du klingst wie eine alte Dampflokomotive), Magenbrennen plagen einem in der Nacht und wenn du richtig viel Glück hast, hängen dir die Hämorriden bis zu den Kniekehlen.
Du musst Magnesium futtern gegen die Krämpfe und kannst im Gegenzug nicht mehr scheissen.
Du trinkst Milch gegen das Magenbrennen, was wiederum dein Eisenhaushalt in noch katastrophalere Werte bringt.
Es kann auch vorkommen, dass du nur noch liegen darfst und die heissesten Tage im Jahr im Spital auf einer plastifizierten Matratze verbringen darfst. Selbstverständlich bleiben die vorgängigen Probleme. Die verschwinden leider nicht, nur weil noch ein neues Problem dazu kommt!
Ich glaube die Liste der Probleme ist unendlich lang und kann beliebig erweitert werden. Ich habe einfach nur einmal die meinen und die von meinen Freundinnen aufgezählt. 
Das netteste ist aber, dass es gegen kein Leiden etwas gibt. Es gibt keine Medizin oder so. Nein, da muss jede Frau durch. Ich glaube das hat die Natur so eingerichtet. 
So dass Frau nach ausgestandenen und ertragenen 40 Wochen so gereizt und nudelfertig ist, dass sie die Geburt als tolle Abwechslung dankend annimmt.
Scheissegal…kann nur noch besser kommen.
Ähmmmmm… dazu sage ich jetzt mal nichts!
Nein nein nein..

Wobei wir aber beim heutigen Thema währen.
Der Geburtstermin.
Komische Sache. Finde ich.
Ich bin sehr pünktlich, doch mit dem Geburtstermin habe ich es nicht so.
Mein erstes Kind wollte gar nicht kommen und musste aufgefordert und dann nach etlichen Stunden doch noch geholt werden. (Ich glaube, der wäre heute noch drinnen)
Sagenhafte 15 Tage nach errechnetem Geburtstermin.
Ich war auf Nadeln und definitiv nudelfertig.
Dann mein zweites Kind. 
Der wurde geholt, viel zu früh, und wollte trotzdem nicht kommen…
Ich war auf Nadeln und nudelfertig.

Mein Nachbar hat "Geissen". Mehrere. 
Er hat 2 Aussenplätze und wechselt immer wieder ab. Einmal sind die jungen Tiere hier bei uns, manchmal die Weibchen.
Vor 14 Tagen hat er 2 neue gebracht. 
Trächtige.
Die armen Viecher sind breiter wie lang.
Ich habe grosses Erbarmen mit ihnen.
Man sieht ihnen deutlich an, dass sie nicht mehr viel Kraft haben. Von aussen sieht man, wie sich die Jungen im Bauch bewegen.
Bei unseren täglichen Besuchen spreche ich ihnen Mut zu.
Mein Nachbar "Chregu" hat uns gesagt, die eine hätte am 9. März Geburtstermin.
Bei der anderen sei er sich nicht ganz sicher.
Aha..








Sohnemann wollte letzte Woche wissen, ob es denn noch lange gehe?
"Ächt" SO LANGE wie bei seinem kleinem Bruder. Fragte er mich!
Ich habe ihn mit grossen Augen angeschaut…
Der Vater in seiner trockenen Art ist mir mit der Antwort zuvor gekommen.
NEIN er denke NICHT! 
Geissen können "DAS".
Ich gebe es zu, ich war ein bisschen angepisst. Ab meiner Männerrunde.
Was wissen die schon, he? 
Nichts..

Heute, wir schreiben den 11. März, sind wir am Morgen zum Einkaufen gefahren. Als wir zurückgekommen sind war noch eine 3te Geissenmutter im Gehege. 
Mit 2 wunderbar süssen, kleinen Geisslein.
Ganz frisch geboren.
Ich wusste, dass er noch ein Drittes hat. Die war aber bei den Jungtieren untergebracht, da sie laut dem stolzen Besitzer "keine nette" sei.
Wie grausam frustrierend und demotivierend muss das für unsere zwei Rütiweg Geissen sein?!
Kommt einfach eine neue dazu, welche ihre Babys schon hat.
Das Gröbste durch, relaxt und glücklich.

Genauso ist es mir ergangen. Alle, sogar die, welche viel nach mir Geburtstermin hatten, haben ihre Kinder schon bekommen und ich sass immer noch da und wartete…

Wieder habe ich unseren Tieren Mut und Kraft zugesprochen, sie kurz gekrault und ihnen gesagt, das wird schon.
Ein bisschen war ich auch dankbar, dass es auch bei den Geissen mit dem Geburtstermin nicht so passt.
Dass DIE es auch nicht können.

Dann im Wohnzimmer höre ich wie der Grosse zum Kleinen sagt:
„Weisch de Papi het haut scho recht, die mached eifach au ned förschi! Wies Mami…!!!“

Uhaaaa, MÄNNER!
SOLLEN SIE DOCH MAL!

ES GRÜSST, ABSOLUT PÜNKTLICH,
EURE EVE



Ps: Mein "Lektor" meint zu diesem Beitrag:
Zu Deiner Geschichte gebe ich jetzt mal keinen Kommentar ab, ausser:
"Läck, bin ich froh, das es sech bi miim Buuch nor om en Bierrantze
handlet" 

...ich sage es ja immer... MANNE ;o)