Mittwoch, 30. März 2016

Spätzli


Ich hab selten Streit mit meinem Mann.
Lämpe hingegen Tagtäglich.
Der Mann versteht mich einfach nicht.
Er kann ganz schlecht priorisieren.

Ich weiss ja nicht, wie das bei euch so mit Neuanschaffungen für die Küche/Haushalt läuft.Ich erzähle euch mal kurz, wie das hier so abgeht.

Prinzipiell darf ich nichts kaufen.Hab ein Kaufverbot.Sozusagen.Sagt mein Mann!Ausser ich entsorge etwas Altes...Ich hab aber nichts Altes.Nöö.
Ich kann mich schlecht trennen.
Muss alles behalten.
Unbedingt!
Kann ich ja bestimmt noch einmal brauchen.
Oder zweckentfremden!

Ein weiteres Kriterium zum Bleiben, von meinem Mann, ist:

Es wird mir geschenkt!
Ha!
Schlupfmöglichkeit...
Ich hatte jahrelang einen perfekten Deal mit meiner Freundin. Sahen wir etwas, haben wir uns kurz besprochen, es bestellt, bezahlt, eine Masche darum gewickelt, verschenkt und perfekt war es!
Wir konnten so sogar Porto sparen...
Lief solange gut, wie ich über Geld in rauhen Mengen verfügte 😜
Hat sich aber, sagen wir in letzter Zeit, etwas verändert.
Heute bin ich pleite aber eine glückliche Mutter UND bei Neuanschaffungen auch auf das OK von meinem Mann angewiesen.

Eine schöne Scheisse, finde ich!

Über Tupperware streiten mein Mann und ich auch gerne.
Er hasst es. Ich habe es früher geliebt.
Heute besuche ich diese Partys natürlich nur noch wegen dem Weisswein und dem gratis Geschenk
Trotzdem bin immer wieder fasziniert, wenn ich eine Party besuche  und eine Frau kennt Tupperware nicht. Das ist wie wenn man IKEA nicht kennen würde!
Also bitte Lady`s. Ein bisschen Allgemeinbildung kommt gut an . Informiert euch doch bitte vorgängig zu solch einer Party kurz im Internet!
Und solltet ihr diese unnötigen Plastikschüsseli wirklich nicht kennen, hebt bei der rhetorischen Frage: Wer kennt Tupperware NOCH nicht, einfach konsequent NICHT die Arme. Es gibt nichts nervigeres als wenn die Tupperfrau wegen einer einzigen Dame die ganze Plastikfirma Philosophie erzählt und die anderen Mucksmäuschen still sein sollten.
Also, ich kann das emel NICHT!

Zurück zu meinem Problem.
Neuanschaffungen.
Küche.
Tupperware.
Ich habe natürlich das komplette Sortiment angeschafft, ebenfalls vor vielen Jahren.

Davon brauche ich nun wirklich nichts. 
Weiss ich!
Dann besuchte ich eine Party, verdammt warum nur und sah es!
Die Lösung meines Problems!
Meinem einzigen Problem.
Abgesehen vom Weltfrieden!
Das Spätzliblech, welches auf meine Pfanne passt.
Ohne zu rutschen.
Hach!
Meins ist nämlich bullshit. 
Die Küche danach Renovationstauglich.
Als Hausfrau muss man ja gut ausgerüstet sein. Schlechte Hilfsmittel dämpfen das Arbeisklima.
Und so ist es nun eingezogen. 
Mutti ist glücklich und Ro nätschet mit mir...


  

Mittwoch, 24. Februar 2016

Wenn i mit dir tanz

Heute wird meine kleine Schwester 30 ig.
Verdammt werden wir alt!

Sechs Jahre jünger ist sie wie ich.
Als meine Mutter mir sagte dass ich ein weiteres Geschwisterchen erhalte war die Freude sehr gross.
Ich bin schnurstracks hoch in die Holde. News musste ich schon immer schnellstmöglich verbreiten.
Es war Sommer. Der Teer warf blasen und brennte auf den nackten Füssen.
Ein weiteres Baby.
Ich ging von der Sensation aus.

Leider hatte ich Pech.
Michi B. fragte trocken wenn dann mit diesem Menschlein zu rechnen sei.
Mist!
Das hatte ich vergessen zu fragen...
Aber er, er bekomme Morgen einen kleinen Hund.
Also war er es. Der mit der Sensation.

Aber meine Schwester kam.
Zauberhaft schön.
Wie ein kleiner Engel.
Blonde Locken.
Hat jeden Menschen um den kleinen Finger gewickelt.
Vor allem ihr Vater.

Jasmin hatte aber auch nervtötende Eigenschaften.
Nicht ganz so schlimme wie Daniela.
Aber immerhin...

Einer war ihr furchtbarer Musikgeschmack und ihre Vorliebe diese grässliche Musik dann in endlos Schlaufe zu hören.

Heute ist das gar nicht mehr so schlimm und weckt beinahe Nostalgische Gefühle!

Was ich sagen wollte.
Jasmin du bist besser wie jeder kleine "Schleifen" Hund.
Auch wenn du nervst, mich sprachlos machst, ich mit dir streite.
Ich bin unglaublich dankbar dass du unser Trio komplett machst und sich unsere Eltern für ein weiteres Kind und gegen so einen "Fotzeschläcker" entschieden haben!

Lieb di!

Eveline

https://www.youtube.com/watch?v=T-xCVqYTLjc

Sonntag, 20. Dezember 2015

Ladydiy oder mach es selbst.

Fast ein halbes Jahr keine Geschichte von mir. Unglaublich! Zuerst ist mir dieser Hammer Sommer etwas in die Quere gekommen. Alleine davon könnte ich ein Buch schreiben. Frau Chlämmerlisack und ihre Freundin haben mit ihren Kinder den Sommer am See verbracht. Erneut. Weit weg von irgendwelchen furchtbaren Geschichten rund um untergehende Boote haben wir den Regionalen Tourismus unterstützt und  so einigen Menschen aufgezeigt wie schön es doch Zu Hause ist. Wir haben Fische gefangen, jeden Tag fein gekocht und haben unsere Zelte genau rechtzeitig abgebrochen als als das Wasser vom Hallwilersee zu kochen und die Entenflöhe gekommen sind. 
Dann wurde mein Mamiherz auf Probe gestellt. Unser 6 Jährigem Sohn hat seinen Pingukoffer gepackt und ist zusammen mit seinem geliebten Grosi nach Amerika geflogen. Ohne mich. Tammi!
Dann hab ich wie eine Irre trainiert und bin mit Saddam in Bestzeit um den Hallwilersee gewalkt. Nur 7 Frauen waren schneller! Das hat meinem Ego grausam gutgetan. Dass ich beinahe nicht mehr aus der Badewanne gekommen und die darauffolgenden Woche wie ein Krüpeli durch die Gegend lief sei auch erwähnt.
Dazwischen habe ich 2 Kindergeburtstage organisiert. Bei einer Hobbiausstellung mit selbstgemachte Sachen mitgemacht, Kinder erzogen, Freundschaften gepflegt,viele Bücher gelesen, Kürbisse geschnitzt, Guetzli gebacken UND an einem Adventskalender mitgemacht. 24 identische Päckli für 24 Frauen. Ich hab die Nr. 18 gezogen.
DIY. Der Ausdruck für alles kreative. Lange habe ich studiert was ich diesen mir doch völlig unbekannten Frauen schenken könnte. Der Arsch ist mir in den 17 Tagen vor meinem Geschenkli richtig auf Grundeis gegangen. Mein Gott sind diese Frauen kreativ, begabt und Stillsicher. Jeden Tag ein noch tolleres Presäntli.
Aber ich glaube es ist gut angekommen. Ich bin mir treu geblieben. Und das kommt oft gar nicht mal so schlecht.
Pink, Giftgrün und eine Geschichte.Eine DiY Geschichte ;o) 
Das kann ich.
Das bin ich!

Aber lest selber!









Ladydiy oder mach es selbst.

In der Nacht als Lady Diana starb, war ich sehr jung und ziemlich betrunken.
Ich weiss noch, wie ich vom Ausgang nach Hause kam. Zu aufgedreht um mich ins Bett zu legen, aber doch noch zu wenig müde um zu schlafen.
In Zeiten wo das World Wide Web noch weit entfernt oder sicher noch nicht frei für jeden verfügbar war, setzte man sich in diesem Fall vor den Fernseher.
Planlos zappte ich mich durch den Teletext.
Auch so etwas Vergangenes, das heute nur noch von Männern benutzt wird…
Obschon unser heutiger ultraflacher Fernseher über einen zeitgenauen Sendeplan verfügt, der einfach via den farbigen Knöpfen angewählt werden könnte, schaltet mein Mann gerne den TXT ein.
Was mich natürlich tierisch nervt, aber ein anderes Thema ist.
Zurück zu Diana.
Die wichtigen Informationen wurden (werden?!) im TXT rot markiert. Selbst einem nudelfertigen Chick wie mir fiel auf, was dort mit fetten Lettern geschrieben stand.
Prinzessin Diana Tödlich verunglückt.
Das waren mal Neuigkeiten!
Ich war der Meinung, dass ich diese Informationen schnellstmöglich meiner Mutter sagen müsste.
Ich war mir zwar über die Uhrzeit bewusst und wusste auch dass sie familientechnisch mehr an den nordischen Königshäuser interessiert war, aber meine Mutter hatte einen leichten Schlaf und mein Heimkommen bestimmt schon bemerkt.
Nicht so diese Nacht.
Auf meine Frage ob sie denn schlafe, hörte ich nur ein Brummen.
Ich doppelte nach.
Immer noch keine Reaktion!
Ich etwas energischer: Mami, Prinzessin Diana ist tot!
Meine Mutter hellwach: Hör auf zu trinken, Eveline!!
Na dann.
Bin dann halt ins Bett.

Sonntag Morgen beim Zmorgen.
Familie komplett.
Meine Mutter: „Du die Diana ist wirklich verstorben.
Autounfall. Auf dem Weg ins Ritz, nicht angeschnallt.“
Und ich so: „Fragt sich nur, wer hier zu viel trinkt?!“

Wie ich jetzt den Rank zu meinem Adventspäckli schaffe ist mir just in diesem Moment noch nicht klar.
Es dürfte euch aber jetzt klar sein, dass dieser Begriff „LADY“ unweigerlich ein grosses Kopfkino in mir auslöst.
Ebenso wie jede neue Information über das englische Königshaus.
Ich mag Geschichten. Ich mag mir etwas ausdenken. Ich mach es gerne selber.
Heute gibt uns das WWW Möglichkeiten mit wildfremden Menschen – Ladys - einen Adventskalender zu organisieren.
Wir tauschen uns aus. Zeigen Bilder. Diese Tatsache würde den meist fotografierten Menschen, Lady Di, Königin der Herzen, heute sicher fassungslos machen. Vieles hat sie nicht selber gemacht.

Und weil wir Ladys sind, die wahnsinnig gerne kreativ sind und das auch gerne zeigen, nenn ich uns ab heute Ladydiy. DIY. Mach es selbst! Do It Yourself.
Hashtag Ladydiy, natürli. Voll Insta tauglich.

Darauf trinke ich.
Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins 2016. Schnallt euch an!


Frau Chlämmerlisack, Eveline

Donnerstag, 18. Juni 2015

Lambada!

––Lambada!
Immer wenn ich diesen Song höre, werde ich fröhlich. Gut gestimmt. Tolerant und nachgiebig.
Ich verzeihe.
In Null Komma nichts!
Dieser Song aus den 90igern legt bei mir einen Schalter um.
Wenn er läuft, hat nichts negatives Platz.
Dieser Song versetzt mich in einen positivsten Moment meiner Schulzeit.
Doch mehr dazu später.

Kennt ihr diesen Menschen, der am Morgen mit nur einem einzigen Ziel aufsteht?
Dieses Ziel ist DICH aggressiv zu machen.
Dich bis aufs Blut zu ärgern.
Sodass es dich halb wahnsinnig macht.
Du ausrasten möchtest...

Oft hat dieser Mensch es „allwäg“ schon bei anderen Menschen versucht und sein Stresspegel und seine sichtbare Unzufriedenheit lebt er dann bei DIR so richtig aus.

Oft sind diese Menschen Pensionäre, arbeiten im Detailhandel oder sind Lehrer.

Ich habe mir schon ganz früh geschworen nie so zu werden.
Egal wie es mir geht. Meine Unmut, mein Schmerz oder meine verdammte PMS-bedingte Störung soll niemand fremdes zu spüren bekommen...
(Anmerkung: Ich entschuldige mich hiermit öffentlich bei meiner Familie, die das ertragen muss...)
Nur weil ich schlecht aufgestanden bin, kann ich das doch nicht an meinem Gegenüber auslassen.

Ich arbeite im Detailhandel, werde hoffentlich einmal pensioniert. Ich kann mir dieses gesteckte Ziel somit jeden Tag bewusst vors innere Auge drücken.
Nie, gar nie bin ich vorsätzlich negativ zu einem Kunden.
Nie, gar nie bin ich vorsätzlich negativ zu einem mir unbekannten Menschen.

Diese Freude am Fremden wurde mir in der vierten Klasse tagtäglich vorgelebt. Sie war dermassen prägend, dass ich sie nie vergessen werde.
Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt eine freudlose Schulzeit erlebt. Gar nicht so arg schlimm, aber einfach nicht lustig.
Dass Lernen Spass machen könnte, ein Lehrer motivieren und Freude verbreiten könnte, das war mir nicht bewusst.
Dann kam Fräulein Meyer.
Stieg aus ihrem kleinen, schwarzen Automobil und zäck - hatte sie mich im Sack.
Sie war nicht nur Lehrerin, nein, sie war das Tor zu einer neuen Welt.
Auf spielerische und freundliche Art frassen ihr zwei Klassen aus der Hand.
Wir lernten nebst dem normalen Schulalltag viele, viele unvergessliche Sachen.
Unter anderem lernten wir Lambada tanzen.
Ich kann nicht tanzen.
Damals nicht und auch heute noch nicht.
Aber ich konnte zuschauen.
Und die Freude sehen.
Und das liebe ich!
Vor und nach ihr konnte mich nie wieder jemand so motivieren.
Aber wie wohl jedes Kind in meiner Klasse blieb etwas Fräulein Meyer an mir hängen.
Ich wusste, wenn ich einmal arbeite tue ich das mit der Freude die sie uns vorgelebt hat.
Wie freudlos es sonst so in der Schule sein kann, wusste ich ja bereits!

Und doch, zurück zu den Flachwixxern, die jeden Morgen aufstehen und uns auf den Senkel gehen.
Hatten wohl eine scheiss Schulzeit.
Soll vorkommen.

Vor einem Monat hatte ich beim ortsansässigen Modelbau-Flüügerliplatz unverschuldet Lämpe mit einem Pensionär.
Mein Flyer parkte dort, wo er durch wollte.
Anstatt mich anzusprechen hat er gezündet.
Ich habe gegrüsst. Freundlich.
War etwas irritiert.
Warum redet er über mich?!
Warum grüsst der nicht?
Bereits aufgestanden um das Velo wegzufahren schaue ich etwas ratlos zu meinem ebenfalls anwesenden Schwager.
Meine Buben kucken auch verdattert.
Was hat dieser Mann...?
Ich komme ja schon!
Ich bin ein Kind der 90iger. In solchen Fällen suche ich immer die versteckte Kamera.
Doch da war keine.
Dieser alte Sack motze mich einfach weiter an.
Ohne Luft zu holen.

Nach einem kurzen Schlagabtausch, der für mich nicht befriedigend ausgegangen ist, verliess ich mit meinen Buben und dem verhasstem Fahrrad den Kriegsplatz.
Mein Schwager hat ihm dann noch die Meinung gesagt.
Leider habe ich dieses Schauspiel verpasst.
Mein Schwager ist nämlich nicht der Mutigste... aber wenn der sich für etwas einsetzt, wird es immer direkt.

Äniwäy!
Letzten Samstag war ich und mein „Kollege“ wieder auf dem Flüügerliplatz.
Ich erneut als Zuschauerin.
Plus Minus dieselben Menschen wie beim Veloproblem.
Man hat sich ignoriert.
Aber gegrüsst habe ich nicht mehr.
Mein Schwager und mein kleiner Sohn liessen ihre Gewaltsmaschinen in den Himmel steigen. Fasziniert schaue ich zu. Da sehe ich wie der alte Sack nervös den Kopf schüttelt und sein Flieger ungebremst auf den Boden knallt.
Totenstille!
Kein Flügerlimensch sagt etwas.
Niemand eilt zu Hilfe.

Ich kann nicht mehr anders. Es ist wie ein Zwang in dieser Ruhe, in diesem betretenen Wegschauen kommt ein hysterisches Lachen aus mir heraus. Es zerreisst mich. Ich mache mir beinahe in die Hosen. Tränen strömen über mein Gesicht.
Glucksend nehme ich die Hand von meinem Sohn und sage.
„Adie metenand. Das war mal ein toller Ausflug.“

Und während dem Weglaufen sage ich entschuldigend zum Präsidenten:
„Sorry aber der war nicht nett zu mir!“

Und was sagt er?
„Der ist zu niemandem nett....!“

Also Leute.
Es ist ganz einfach.
Aufstehen, nett sein.
Wenn das nicht möglich sein sollte, bitte im Bett/Haus bleiben.

Herzliche Grüsse,
Eve


Ps. Sollte irgend jemand zu A.C. Meyer (ledig) Kontakt haben oder sie kennen, bitte diese Geschichte weiterleiten.
Sie war GRANDIOS! Danke tuusig.



Donnerstag, 21. Mai 2015

Bin nur schnell weg!

Diese Geschichte, liebe Leser, ist so bekannt wie ein bunter Hund.
So sicher wie das Amen in der Kirche .
Jeder von euch kennt sie, hat sie bereits erlebt.

Und doch fasziniert es mich jedes Mal wieder aufs Neue.
Staune und bin etwas ungläubig. wie es wirklich dazu kommen kann...

Da ich mir aber vorgenommen habe, immer auch das Gute zu erwähnen und nicht immer so negativ durch das Leben zu watscheln, hier mein Osterhighlight 2015.

Viele Jahre färbe ich nun schon Ostereier mit der Familie meiner Freundin.
Eine Tradition.
Wer mir auf Facebook oder Instagram (natürlich ist Mutti auch dort) folgt, hat bestimmt schon Eierfotos gesehen.
Seit nun 2-3 Jahren essen wir die Eier nun auch noch gemeinsam. Abwechselnd am Ostsonntag treffen wir uns zum „Eiertütsche“.
Dieses Jahr war der Event in unserem Wohnzimmer.
Vorgängig habe ich am Abend zuvor alle einsehbaren Räume klinisch gereinigt. Frau will ja glänzen, gelled?!
Super Mom, super Houswife. Kampfsau...
In den nicht zu betretenden Räumen herrschte dementsprechend ein mittelgrosses Krisengebiet. Chaos pur. Ghetto. Ausnahmezustand. Schlimmer als sonst.
Mein Hauptproblemort Büro beherbergte zu diesem Zeitpunkt noch zusätzlich zu dem alltäglichen Puff noch alles, was ich so aus dem Wohnzimmer zusammen getragen hatte. Der gesamte Belag vom Esszimmertisch. Alles von hinter den Sofakissen. Alles was ich einfach so zusammen tragen konnte.
Und das war viel...

Extra auf die Seite legte ich mein Fitbit Aufladekabel. Das ist mein Schrittzähler, welchen ich Tag und Nacht trage. Ich wusste, dass sein Akku zu Ende geht und wollte das Ladekabel griffbereit haben. Ich legte es an einen todsicher zu merkenden und sofort erreichbaren Ort.
Das ist wichtig.
Mir wichtig.
Ich merke mir gut wo ich das Aufladekabel hinlege.
Ohne Schrittzähler funktioniere ich nicht mehr ;)

Leider wusste ich am Sonntagabend nicht mehr, wo dieser war.
Sollte ja auch nicht so schwierig zu finden sein.
Meinte ich.
Ich arbeitete mich von Küche bis zum Wohnzimmer durch. Schaute mich in der Toilette um.
Machte dieses Kästchen, jene Schublade auf.
Nichts.
Das Teil war unauffindbar.
Ich habe alles gefunden. Auch alles, was ich gar nicht finden wollte.

Schweren Herzen räumte ich dann das Büro auf.
Jede Ecke wurde durchforstet. Alles was oben war danach unten.
Generalsanierung.
Misten auf Höchstleistung.
Entrümpeln.
Wegwerfen.
Das Teil blieb unauffindbar.

Am Ostermontag verfasste ich ein verzweifeltes Mail. An Fitbit. Mit der Ostereiererklärung.
Klar, ich hätte das Ladekabel auch einfach bestellen können. Doch mir wurde gesagt, dass Fitbit sehr kulant und freundlich sei. Ich bin dort seit 2011 Kundin.
Und kostet das kleine Teil ja auch nur beinahe 30 Schweizer Franken...
Und was macht Fitbit? Reagiert auf mein Mail. Freundlich! Sendet mir kostenlos ein neues Kabel zu.
Pronto!
Jawoll!
Das gibt es noch.

Allen Freunden, denen ich diese Geschichte erzählt habe, sagten mir:
Kaum hast du dein neues Ladekabel, kommt das Alte wieder zum Vorschein.
Doch das war nicht so.
Denkste!
In einem total aufgeräumten Haus blieb es verschollen.
War weg.
Ich denke, ich habe es weggeworfen. In einem Anflug von Putzwahn, weil ich wirken wollte...

Gestern brauchte ich eine Briefmarke. Mache die Schublade auf.
Erfreue mich am blitzblanken Boden und was liegt dort unten?
Für alle ersichtlich?
Das verdammte Scheissteil.

Als wäre es nie weg gewesen!

Herzliche Grüsse,
Eve

Montag, 27. April 2015

Trottenstrasse

Ich und meine Schwestern sind an der Arschlochstrasse aufgewachsen.

In einem Bauerndorf mit knapp 600 Einwohner haben sich an der Trotte die so ziemlich fiesesten und unfreundlichsten Gestalten getroffen, die es gibt.
Versteht mich nicht falsch. Wir hatten auch Vreni und Sepp mit ihren grossen Buben und die Familie Wipf, aber das war es dann. Für die nächsten 15 Jahre...

An dieser Strasse hatten wir alles. Alteingesessene, Kinderlose. Zugezogene aus angrenzenden Kantonen und ein, zwei Normale. Anständige. Auch Rudolf-Steiner Kinder, auf deren kindliche Unterstützung wir nicht zählen konnten. Weil wir sie gar nicht kannten. An dieser Strasse! In diesem Dorf.

Jedes Grundstück verfügt über mehrere Quadratmeter. Platz genug um die Hütte, um miteinander auszukommen.
Sollte man meinen.
Man hatte Abstand. Keine Reihenhäuser.
Viel Platz.
Kein Durchgangsverkehr.
Sackgasse.
Ende.

Und doch hat man sich gestritten, tagtäglich. Der Anstand fehlte. Auf jedes noch so simple Baugesuch wurde Einsprache erhoben. Die Nachbars Katze wurde bekämpft, ebenso wie Bäume und verdammte Sträucher. Es wurde nicht gegrüsst und schon gar nie geredet. Nie.
Wir Nachbarskinder assen nie beieinander zu Mittag und ein normales miteinander Spielen war auch schier unmöglich, weil sich ja die Alten nicht vertragen haben.
Wir durften an Silvester von unseren Eltern aus am Abend nicht mit raus. Alle unsere Gspänli verbrachten den Silvester Abend Streiche spielend und wild herumstreuend im Dorf.
Wir nicht.
Warum?
Nur so konnten unsere Eltern hieb und stichfest bezeugen, dass wir es nicht waren, welche beim gestörten Banker die Granitmöbel zerstört haben und Elsis Briefkasten mit Klopapier verschmiert haben.
Das wurde nämlich gemacht.
An dieser Strasse mit diesen unsympathischen Menschen.

Jeder war für sich.

Wenn wir gefragt wurden wo wir wohnen, wurden wir ausgelacht. „Haha..die Trottelstrasse“.
Jeder kannte uns. Jeder wusste von den Streitigkeiten.
Ich habe es gehasst.
Nur ganz selten hat sich jemand durch das Krisengebiet gewagt. Denen die es bis heute immer getan haben war und bin ich sehr dankbar.
Jene Frauen und Männer die angehalten haben und einen Schwatz hielten. Jene die es schafften, nicht alle in den gleichen Topf zu werfen.
Jene, die mir weit weg von der Trotte die Chance gaben, meine kommunikative Art auszuleben.
Freundschaften zu schliessen. Freundschaften, die bis heute halten!

Heute ist die Trottenstrasse ruhig. Die Arschlöcher sind weg. Nur Elsi trotzt dem unfreundlichen Haufen noch. Ich denke, sie überlebt alle!
Nodisno sind die Hausbewohner weggezogen.
Wohl um an einem neuen, unbekannten Ort erneut Lämpe anzuzetteln.
Recht einzufordern.
Um zu gewinnen.
Wenn ich heute nach Hause komme, winkt mir die Nachbarin von meiner Mutter zu, die Kinder tschutten gemeinsam und man schaut während den Ferien zu den Blumen.
Ich habe einige Zeit gebraucht, um dem Frieden zu trauen.
Heute redet niemand mehr von der TROTTELstrasse.
Durch und durch freundliche Menschen wohnen jetzt dort.

Etwas habe ich mir doch hinter die Ohren geschrieben.
„Scheisse“ nie dort wo es dir wohl ist!
Das Leben ist um vieles einfacher, wenn man mit seinen Nachbarn gut auskommt.
Man muss nicht bei sich gegenseitig ein und ausgehen.
Nur mit Freundlichkeit kommt man schon recht weit.

Heute bin ich im anderen Dorfteil zu Hause.
An meiner Strasse sind wir nett.
An meiner Strasse helfen wir einander.
An meiner Strasse sind Kinder willkommen.
Das kleine Dorf von damals hat sich bis heute beinahe verdoppelt.
Auch heute kommen noch Arschlöcher hierher.
Wird es wohl immer geben. Menschen mit genügend Geld, die meinen, uralte Gegebenheiten durch genügend Arroganz auszumerzen zu können.
Nun.
Wird wohl schwierig werden.
Für sie.
Denn Glücklich wird man mit dem richtigen Haus an der falschen Strasse wohl nie!


Ich danke allen an meiner heutigen Strasse. 
Schön gibt es Euch,
Herzlichst Eve



Und so nebenbei. Wenn ihr gerade an einem Streit seid. Ihr euch so richtig für euer Recht einsetzt. Wegen einem Busch oder so...
Denkt an die Kinder von dieser Strasse. Viel Platz ohne Freunde ist scheisse!


Freitag, 27. Februar 2015

Body, bleib!

Kinder werden grösser.
Dass sich mit diesem Grösserwerden mir auch ungeahnte Probleme in den Weg stellen muss ich akzeptieren, aber noch lernen zu verstehen.
Ich rede hier nicht von einer Trotzphase oder Teenagerproblemen. Nein. Mir geht es wirklich nur um das „Wachsen“.
Das Optische...

So passiert es sozusagen an jedem Tag und kommt doch immer wieder total überraschend...

Wer weiss von was ich spreche?

Tag XY:
Leicht verzweifelt ziehe ich an dem Teil.
Versuche es zu dehnen. Ignoriere den eigerissenen Druckknopf und bestaune dann voller Freude meinen kleinen Sohn auf dem Wickeltisch.
Sehr süss!
Naja. Es kann sein, dass er nicht ganz aufrecht sitzen kann.
Schaut irgendwie etwas zusammengekrümmt aus, das Ganze.
Und die Ärmel reichen noch knapp über die Ellbogen.
Optisch ist kaum erkennbar, welche Farbe das Teil einmal gehabt hat.
Verdammt.
Es geht nicht mehr!!

Tieftraurig ziehe ich ihm den Body wieder aus. „Ein weiterer Schatz“, denke ich mir. Ein Stück Erinnerungen die unmöglich verkauft oder weitergegeben werden können.

Das sind die Momente, die meinen sonst so einfachen Mami Alltag zu rabenschwarzen Tagen machen. Mir ist bewusst, dass es verglichen zu anderen Sorgen „Peanuts“ sind, aber mir machen sie schwer zu schaffen.

Das Problem an diesen Schätzen ist: wohin damit?
Wo lagert man das ein?
Für wen lagert man das ein?
Wie viele Kisten braucht es für so eine Kinderzeit?
Schaut man das jemals wieder an?
Spontan kommen mir die Konzertfilmer in den Sinn. Da frage ich mich auch immer…verdammt, wer kuckt sich diese Videos in grottenschlechter Qualität und Gejohle vom Konzertnachbarn an?
Wäre es nicht einfach besser, den Moment zu geniessen? Aktiv zuzuschauen, die Musik aufzunehmen und bei grossem Bedürfnis einfach eine DVD zu kaufen. Solls ja geben...

Zurück zum Body. Momente mit ihm habe ich genossen. Sonst würde das Teil nicht ausschauen wie es ausschaut. Und doch kommt es nicht in Frage für mich, es einfach wegzuwerfen. Mir ist klar, dass ich unmöglich alles von meinen Buben aufbewahren kann. Trenne mich auch immer schnellstmöglich von materiellen Dingen, denen sie entwachsen sind...aber bei so vielen Kleidungsstücken trauere ich.
Dieser mittlerweile kackgrüne Body hat mir meine Freundin zur Geburt vom Grossen geschenkt. Es war eines der ersten Geschenke überhaupt die wir bekommen haben.
Kein Labelkleidungsstück, keine Designerware.
War niemals mehr als ein einfacher Body.
Verziert mit ihrer Handschrift.
Mehr nicht.

So schwer sollte das doch nicht sein...

Ich gebe mir einen Ruck.
Schmeisse es in den Abfalleimer...

...um mitten in der Nacht aus dem Bett zu steigen in den Keller zu schleichen und das gute Teil wieder rauszupopeln, erneut zu waschen und in die Kiste zu verräumen.
In eine weitere Kiste.
Zu anderen Schätzen. Die unmöglich jemals verkauft oder weitergegeben werden können.
Auch wenn der Plan eigentlich nicht so war.
Ich persönlich, und glaubt mir ich lebe wunderbar mit diesem Schaden, bin glücklicher, wenn das gute Stück bei mir bleibt.
Weil das tu ich für mich.
Und es macht glücklich...

auch wenn wir vielleicht bald anbauen müssen….


Mit liebem Gruss,
Eve