Montag, 2. Februar 2015

Ich Eveline

Wenn ich ein Buch lese, guck ich oft auf dem Bucheinband um zu sehen, wie denn die Schriftstellerin oder der Schriftsteller ausschaut.
Zu 99 Prozent bin ich enttäuscht.
Nein!
Doch nicht, weil mir der entgegen lachende Mensch nicht gefällt.
Einfach weil ich ein total anderes Bild im Kopf habe.

So dachte ich mir ist, es heute an der Zeit, Eure Vorstellung zu Nichte zu machen.

Aber ich bin so unglaublich stolz. Ich denke ich darf es Euch zeigen.










Das bin ich.
Eveline
Aus dem Aargau.
Schweiz.
Bald 35 Jahre alt.
Und mir fehlen noch exakt 3.2 Kilo bis zu meinem Wunschgewicht!














Habe zwei Jungs.
Sie sind perfekt!
Verschieden wie Tag und Nacht und ich würde mein Leben geben für sie.

Bin Ehefrau.
Von meinem besten Freund.
Wir lieben uns schon ziemlich lange und ich werde mir Mühe geben, dass das auch so bleibt.

Habe zwei Schwestern.
Für die ich alles mache.
Jederzeit!
Auch wenn sie nerven..

Eine wunderbare Mutter.
Bitte bleib ewig...
Gell!

Einen Vater.
Der fehlt.
An jedem Tag.

Lebe den Moment!
Und geniesse ihn.

Ich habe Freunde.
Viele schon ewig.
Einige neu.
Viele begleiten mich.
Nur die Kollegen gehen dann mal wieder.

Mein Leben ist Bunt
So oft wie möglich Pink.
Giftgün.
Lavendel.
Gelb finde ich scheisse.
Vor allem an Blusen!

Bin direkt.
Oft auch via Fettnapf.

Lache für mein Leben gern.
Über mich.
Und auch andere.

Versuche zu motivieren.
Anstiften und Anteigen.
Faul bin ich nie.
Geniessen tu` ich aber gerne.

Bin ungläubig.
Aber voller Hoffnung in das Gute und die Gerechtigkeit.

Ständig Bankrott.
Und habe doch alles..

Ich bin laut.
Selten still.
Höre trotzdem zu.
Immer!

Arbeite.
Damit ich nichts vergesse!
Wie wenn man erlerntes je vergessen könnte.
Ich vergesse nichts.
Nie..
Nur ab und an ein Rückruf oder ein Massagetermin!

Ich weiss ziemlich gut, was ich kann.
Das Andere mach ich nicht so gerne.

Trinke Kaffee.
Schwarz.
Und Wasser in Unmengen.

Laufe tagtäglich viele Schritte.
Oder versuche es.

Lese alles was so geschrieben wird.
Und Schreibe Geschichten.
So oft es nur geht.

Es hat mich aufrecht gehalten.
In meinem wunderbaren Leben.
Während den schlimmsten Momenten.
Momenten die wohl jeder mal hat.
Irgendwann...

Viel Kaffee. Laufen, Wasser, Familie und Freunde ein bisschen Pink und viel, viel reden.
Das bin ich.
So wie ich heute bin....
UND langsam sieht man, was da mal war.


Danke Chlämmerlisack. Danke!

Samstag, 10. Januar 2015

Charlie

Da liege ich letzten Sommer in unserem 20-jährigen, noch dichtem Gummiboot und lasse mir die Sonne auf den Ranzen scheinen. Ja, es gab tatsächlich solche Tage im Sommer 2014.
Vis a vis liegt mein grosser Sohn.
Knapp 5 Jahre alt.
Damals.
Nichtschwimmer!
Aufgeplustert mit einer Schwimmweste macht er einem bunten und lustigem Huhn Konkurrenz.

Wir verbringen auf dem Zeltplatz nahe von unserem Wohnort im Hauszelt aus meiner Kindheit die Sommerferien.
Wir wollten es eigentlich verkaufen und haben dann festgestellt, wie viel Spass es doch macht.
An jedem sonnigen Tag kommen Freunde vorbei und wir geniessen das herrliche Nichtstun.

Zurück zum Boot. Während meine Gedanken höchstens zwischen dem nächste Espresso und einem Glace hin und her wandern bin ich tiefenentspannt.
Mein Sohn quatscht mir die Ohren voll und ich brumme ab und an ein zufriedenes „ehmmm..oder jaa...“

Ich bemerke nicht wie die 4 Jungs auf dem ehemaligen Affenfels Pläne schmieden.
Als sie mein kleines Boot kentern und ich ins ziemlich kalte und nasse Wasser fliege habe ich nur zwei Gedanken.
Wo ist mein Sohn und wo ist Unten und Oben..?!

Als ich wieder an die Wasseroberfläche komme sehe ich meine Mutter auf uns zu schwimmen. Ich merke, dass mein Sohn dank Schwimmweste an der Wasseroberfläche ist und rufe meinem Mami zu, sie solle sich um ihn kümmern.
Unbekannt Kräfte setzen sich in mir frei.
Fange an und schwimme den Jungs nach.
Früher war ich eine Topschwimmerin. Betonung liegt auf früher...
Doch als der letzte dieser 4 elenden Saugoofen den Sprungturm erreicht habe ich die Leiter auch schon erklommen.
Viele, viele Jahre Jahre war ich nicht mehr so ausser mir.
Mir lief, während ich diesen 4 ziemlich arroganten und anteillosen Jungs zusammen pfiff, der Rotz zur Nase aus.
Entsetzt musste ich feststellen, dass denen das am Arsch vorbei ging.
Keine Erklärung oder Eingeständnis von ihrer Seite aus.
Nada. Nichts.
Ausgelacht haben sie mich.

Noch zitternd, aber plötzlich absolut ruhig verlasse ich den Sprungturm und schwimme auf meine entsetzt vom Seerand zuschauende Familie zu.
Meine Schwester hat alles fotografiert.
Alle Gesichter sind festgehalten für die Ewigkeit.

Manchmal während man so richtig ausflippt, lösen sich die Probleme von alleine.
Ich glaube in meinem Fall bekommt das Hirn beim Schreien mehr Sauerstoff.
Ich kann dann blitzschnell denken.
Reagieren.

Diese Jungs sind 14. Sie reden nicht denselben Dialekt wie ich.
Sie sind auf dem See.
Irgendwann kommen sie rein.
Unmöglich sind sie alleine hier.
Ich habe Geduld.
Viel Geduld...

Als ich sie wenig später bei ihren Eltern stelle, sind diese entsetzt. Als ich ihnen klar aufzeige, was sie gemacht haben. Wie gefährlich es war. Wie sinnlos. Welche Konsequenzen es hat. Und ganz abgesehen davon, dass man das nicht macht., ihnen erkläre wie schnell bleibende Schäden zu erwarten sind, wenn man unter Wasser ist...
Erst dann versuchen sie sich im entschuldigen.
Immer noch sauarrogant!

Ich hätte es eventuell angenommen...
Das SORRY.
Wenn sie nicht immer gesagt hätten..
„Ey Mann, ich ha ned gwösst, dass de ned cha schwemme..“

Nach dieser lächerlichen Entschuldigung habe ich ihnen gesagt, dass solche Arschlöcher wie sie niemals eine Lehrstelle finden. Weil man in keinem Betrieb solche Menschen gebrauchen kann. Dass man sie nirgends gebrauchen kann. Niemand sie nett finden wird. Ehrliche Freundschaft pflegen wird. In meinem Sicht Looser seien und der grösste Abschaum einer ganzen Nation!

Fehler darf man machen...aber solche Entschuldigungen gehen nicht.
Nein.
Niemals!


Es hat mich tief befriedigt. Zu sehen dass ihnen das Lachen vergangen ist.

Und was bringt das neue Jahr?
Besserung?!
Wohl eher nicht!

Meine Bleistifte sind gespitzt. Ich bin ehrlich. Sage meine Meinung und bin tieftraurig, was hier zu Lande und soeben in Frankreich geschehen ist.
Muss ich jetzt um mein Leben fürchten?

Nur weil ich eventuell eine eigene Meinung habe und dazu stehe?

Einem Arschloch sage, dass es ein solches ist..

Seid meinem Beitrag über Atomstrom habe ich das nämlich unterlassen. Mich politisch oder zu irgendwelchen Glaubensrichtungen zu äussern.
Auch wenn ich zu beiden eine rigorose und klare Meinung habe.
Nicht dass mich wieder der Sonntagsblick kontaktiert.
Ich weiss NICHT wie es in den Schweizer Kernkraftwerken aussieht.
Ich bin kein Nuklearprofi.
Ich bin gelernte Bäcker-Konditorin und arbeite heute schon lange bei einem Unternehmen, das irgendwie niemand mag.
Ich natürlich schon!
Nur dass das so mal erklärt ist.
Bitte kein Sonntagsblick.
Merci!

Mich irritiert einfach wie wir heute miteinander umgehen. Welches radikale Handeln wir an den Tag legen. Immer irgendwie mit einer simplen Entschuldigung auf Lager. Oft ist das bekackte Elternhaus, eine mobbendes Schuelgschpändli, die Glaubensrichtung oder etwas noch dümmeres griffbereit.
Ein einfaches „Sorry, tut mir leid, wollte ich nicht“ rutscht sofort und ohne zu überlegen über die Lippen. Danach ist es vergessen.
Man hat sich ja entschuldigt.
Ist wieder gut...

Das Leben kann weitergehen..


Noch immer lese ich in den Zeitungen von Gerri. Ja der Nacktschwanz Gerri.
Der wollte auch einfach Sorry sagen.
Geht halt einfach nicht.

Wie sich die sieben Zwerge entschuldigen anlässlich der aktuellsten Botschaft aus Bern, das erwarte ich mit Spannung.

Viele Handlungen in diesem kurzen neuen Jahr. Wir suchen Schuldige und möchten, dass sich jemand dafür entschuldigt. Anfangs Jahr in der Schweiz oder soeben auch in Frankreich. Wo Kinder und viele Menschen unschuldig gestorben ist.
Ich bin entsetzt über dieses sich die Schuld in die Schuhe schieben.
Eine Tat bleibt eine Tat.
Egal welchen Hintergrund, welchen Glauben oder welche Verzweiflung wir mit uns bringen.

Gewisse Sachen sind einfach nicht entschuldbar..  

Mit liebem Gruss und auf ein friedliches 2015,
Eure Eve

Sonntag, 26. Oktober 2014

Happy Birthday Freundin

Liebe Freundin

Dies ist eine Geschichte.
Deine Geschichte.
Für dich von mir.

Happy Birthday zum Fünfundzwanzigsten.
Oder so.
Da mein Mann ja das gleiche Baujahr trägt wie du und er immer 25 ist wirst du ja kaum älter sein.

Ich möchte dir ein paar Zeilen zum Thema Selbstzweifel aufschreiben.
Aus meiner Sicht.
Wie immer.

Meine Mutter hat mir mal, ich war damals noch Kinderlos, erzählt dass jeder welcher diese Zeit als Ehepaar überstehe ein wahrer Künstler sei.
Als diese Zeit meinte sie doch tatsächlich diese so wertvolle und wunderschöne Zeit mit uns drei Kinder.

Ich war etwas verständnislos und leicht angesäuert. Habe ich meine Kindheit doch als völlig normal und schön in Erinnerung.

Heute weiss ich was sie meint.

Ich betrachte eine Trennung, seid gut 3 Monaten eine Scheidung, mindestens einmal im Tag als wunderbare Lösung.
Dass die Möglichkeit meine Wunschkinder für die nächsten 14 Tage völlig emotionslos abzugeben und mich an einem herrlichen Strand zu erholen nicht besteht, entmutigt mich.
Noch nie war der Spruch, Alkohol sei keine Lösung, treffender.
Unglaublich ironisch wie viele Sorgen wir uns um Alkohol und Teenager machen. Mütter mit kleinen Kinder sind am meisten gefährdet.
Wirklich!
Dann kommen die Tage wo du dich am Boden ringend mit deinem vierjährigen wiederfindest und der Moment kommt wo du denkst. Verdammt was mache ich hier eigentlich?!

Ich kann es dir sagen.
Du gibst dein Bestes.
Jeden verdammten Tag.

Du lebst ein Leben, welches deine Kinder zu Menschen erzieht die in ein paar Jahren sagen können. Ja. Ich hatte eine völlig normale Kindheit.
Über den Irrsinn diesen Alltag zu überstehen müssen sie sich jetzt noch keine Gedanken machen. Sie werden ihn erleben. Irgendwann. Dann...

Ich persönlich finde du machst das ganz wunderbar. Ich schätze deine Freundschaft. Sie ist so herrlich unkompliziert.
Bleib wie du bist.

Von Herzen alles Gute,
Eveline


Montag, 22. September 2014

Bruder Traktoren

Es gibt so Tage im Mamileben, da kannst du deinen Kinder einfach nichts recht machen.
Dann hast du ihn gefasst.
Den Arschjob.

Sie zeigen es dir deutlich.
Sehr deutlich.
Und vor allem sehr laut!

Ich habe gerade so eine Woche hinter mir. Und versteht mich nicht falsch. Eigentlich habe ich recht pflegeleichte Kinder. Reagieren gar nicht mal so negativ auf ein Nein. Aber wenn sie etwas wollen, dann wollen sie DAS.
Subito..
In solchen Momenten haben sie null Verständnis, dass ich nicht gleich ticke.
Immerzu nein sage.
Einwände habe.
Alternativen aufzeige.
Mich im Erklären versuche und sie zu guter letzt schreiend vom begehrten Objekt wegzerre und davon schleicke.

Ich rede vom Shoppingverhalten meiner Söhne.
2 und 5 Jahre alt.

Wenn sie etwas möchten und ich es nicht erlaube, verwandeln sie sich nullkommanichts in ein terroristisches Wesen, wovor sich „allwäg“ sogar die USA fürchtet. Sie drohen, weinen, schreien und schlagen wild um sich. Ihnen läuft der Rotz beidseitig zu der Nase heraus und sie verschlucken sich an angestautem Speichel. Ihre Körpertemperatur steigt deutlich an und ihr Haaransatz ist schweissnass. Ihr Körperteint ähnelt einer reifen Tomate und sie sind laut. Einfach unglaublich laut. Das alles kombinieren sie mit einer sagenhaften Geduld. Rückblickend fasziniert mich diese Ausdauer am meisten.

Diese Woche haben wir uns einen Ticken zu spät, (zum Glück, das Teil war riesig), für einen Seconhand Kehrichtlastwagen entschieden. An der Spielzeugbörse im Dorf. Dann waren wir am Mittelaltermarkt auf der Lenzburg und mein grosser Sohn hatte den Kopfplan, dass er nach wunderschönem Nachmittag auch noch eine 50-fränkige Armbrust kaufen könnte. Meine Einwände von wegen Geburtstag in 14 Tagen und Wünschen gingen ihm am Arsch vorbei. Er wollte sie sofort oder nicht…
Am Drachen Flugtag musste er seinen Uralten im letzten Jahr gekauften Fledermaus Drachen in den Himmel steigen lassen. 
Er wollte aber einen neuen basteln. Er findet nämlich just in diesem Moment Fledermäuse voll blöd!
Bittere und riesengrosse Tränen kullern im über den gekauften Rüeblikuchen und als sein kleiner Bruder auch noch das Grüne vom grüseligen Marzipanteil wegfuttert geht das Geplärr erneut von vorne los.
Zu guter Letzt heute am Herbstmarkt lief ich, zu warm angezogen und grausam schwitzend, mit einem schreienden Bündel auf dem Arm von Stand zu Stand. Sichtlich gezeichnet von einer weiteren Diskussion. Ich war ein Häufchen Elend...
Nun wollte der kleine Mann einfach alles. Alles was ich ihm nicht erlauben konnte. Er wollte „uffe Mami“ beim ausgestelltem Motorrad. Super denke ich mir. Fängt ja gut an. Ich erkläre ihm noch relativ gelassen, dass man nicht auf ausgestellte, sehr teuer ausschauende „Töffs“ sitzen darf. Ein Stand weiter möchte er Harassli klettern. Logo. Erneut ein nein von mir, welches ihn zu einer schreienden Sirene verwandelt. Zwei, drei Schritte weiter treffen wir auf Freunde. Ich rede und erhole mich langsam. Er will die Knabbereien vom Stand der ortsansässigen Partei. Betont ruhig erkläre ich ihm, dass wir keine Chips von politisierenden Menschen essen...und ohne Luft zu holen sage ich auch nein zum politbedruckten Luftballon. Beide Buben schauen mich entgeistert an. Keinen Ballon?
Nun weinen beide.
Entnervt entscheide ich mich zum Aufbruch.
Lasst uns heimgehen.
Beide Buben sind einverstanden, auch sie sind am Ende...



...bis wir den Bruder Traktoren Stand erreichen!!



Liebe Grüsse,
Eve

King

Wenn Steven King ein Buch schreibt, dann lesen das Steven King Fans. Sie lieben seinen Schreibstil, seine Geschichten und mögen Horrorgeschichten.
Selten bis gar nie kaufen sie einen King wenn sie eigentlich sonst so Liebesromane lesen.
Das tut ein King Fan nicht.
Nein!

In etwa so funktioniert mein Chlämmerlisack.
Mich mit King zu vergleichen ist „etwas“ übertrieben und amüsiert mich, aber so bin ich nun mal.
Ich bin ich.
Niemand muss meine Geschichten lesen.
Wer es trotzdem tut soll Spass dabei haben.
Noch veröffentliche ich sie kostenlos und ohne meinen Namen dahinter.
Sie handeln von mir. Meinem Leben und was ich so sehe.
Oft bis nie sind sie zu hundert Prozent wahr.
Ich schreibe einfach gerne.

Ich schreibe Geschichten und wer sie lesen mag, der darf das gerne tun.

Wer sich nun aber „zufällig“ auf die doch recht komplizierte www.chlaemmerlisack.blogspot.com Seite verirrt und das nur tut um seinen persönlichen Gwunder zu stillen und danach meine Schwester heftig kritisiert, was für eine abartig doofes, mediengeiles Familienmitglied sie doch habe, bitte ich freundlich, das in Zukunft nicht mehr zu tun oder noch besser damit zu warten bis meine Geschichten in Buchformat zu kaufen sind.
Merci!

Eve




Freitag, 29. August 2014

Cirkus Monti

Eine meiner schönsten Erinnerungen an die Unterstufenzeit ist, wie wir an einem Nachmittag mit der Schule den Cirkus Monti besuchten. Auf der grossen Wiese an der Seetalbahnlinie, vis-a-vis vom weltbesten Spielzeugladen hausierte einmal im Jahr der Regionale Cirkus. Ich erinnere mich an das Kassenhäuschen, an das Glace in der Pause. An den speziellen Geruch und die Holztreppchen wo wir drauf sassen. Man konnte runter gucken und wenn ich ehrlich bin fürchtete ich mich immer ein bisschen, dort runter zu fallen. Ins grüne Gras.
Nach ein paar Tagen war der Cirkus wieder weg. Nur ein grosser, brauner Fleck erinnerte uns daran, dass er hier gewesen war. Ein grosser Fleck auf einer grossen grünen Matte!

Ich bin Aargauerin.
Seetalerin genau gesagt.
Ein Landei.
Richtig.
Und ich bin stolz darauf.

Meine Wurzeln sind hier. Bin hier geboren und genau hier, in diesem Dorf wo ich heute wohne, aufgewachsen. Kenne die Mentalität der Menschen, weiss wie sie ticken und weiss plusminus damit umzugehen. Kenne den grausam dichten Herbstnebel und weiss, dass die Kühe im Sommer Glocken tragen. Bin mir bewusst, dass unser Schulsystem organisationstechnisch nicht das beste ist und kenne den stündlichen Busfahrplan in die nächst grössere Ortschaft.
Ich kenne die Menschen. Die Menschen kennen mich.
Passt so. Für mich!

Ich bin hier geboren und hatte trotzdem nie das Bedürfnis weg zu gehen.
Ich liebe meinen Ort. Ich liebe die Menschen hier. Ich bin einfach gerne hier.

Grundsätzlich wird man belächelt wenn man sagt, man sei aus dem Aargau. Es ist der Kanton welche zwar alle gerne durchfahren..aber hier wohnen..um Himmels Willen. Das dann schon lieber nicht. Noch heute werden uns weisse Socken angedichtet und man lacht gerne über uns....

Ich kann damit leben.

Ich kenne die Vorzüge und wunderbar schönen Orte in meinem Kanton. Werde sie hier aber nicht speziell erwähnen.

Soll ich euch sagen warum?

Sonst kommen noch mehr.
Jäjo!

Seit den 80iger Jahren wächst und wächst die aargauer Bevölkerung. Sie tut es nicht, weil wir nebst dem weissen Socken tragen extrem gerne vögeln. Nein! Sie tut es, weil aus der gesamten Schweiz und dem nahen Ausland Menschen zu uns kommen. Weil jeder, der in einer grossen schweizer Stadt arbeitet gerne auf dem Land wohnt. Das ist so gut für die Kinder. Der See und die Umgebung tun so gut!
Und weil gerade meine Gegend nun mal so wunderbar ländlich aber verdammt nahe an dieser Autobahn liegt, kommen sie von überall her zu uns. Kaufen Wohnungen, bauen Häuser und fahren tagtäglich mit ihren Autos nach Basel, Bern und Zürich.



Eigentlich kein Problem. Aber sie kommen und finden unsere Kühe laut. Unser Schulsystem ist nicht vereinbar mit ihrem Job. Bekommen vom Nebel Depressionen und mögen die Mentalität der Menschen nicht! Zu dem allem Pendeln sie auch nicht mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Weil die Anschlusszeiten nicht passen und das alles zu anstrengend ist.

Vor 7 Jahren sind meine Schwiegereltern ins hinterste Kaff im Tessin ausgewandert. Beinahe keine Menschen hat es dort. Die Beweggründe habe ich damals kaum verstanden. Noch heute verstehe ich nicht, wie man gute Menschen um sich herum, Freunde und jahrelange Nachbarn von einem auf den anderen Tag verlassen kann um im Niemandsland zu leben. Doch ich habe diesen Entscheid immer akzeptiert. Es nie positiv geredet aber es auch nicht schlecht gemacht.

Wenn ich heute nach Aarau fahre. Nicht etwa mit den Öffentlichen, ich weiss ja wie bekackt das ist, fahre ich an 9 Baustellen vorbei. Was meine Buben auf der Rückbank in grosse Begeisterung versetzt macht mich ein wenig traurig und nachdenklich. In Schafisheim bauen sie gerade das neue Coop Verteilerzentrum. Dort wird mehr Beton verbuddelt als allwäg für eine Staumauer verwendet wird. In Staufen und Lenzburg werden zig Wohneinheiten für die Menschen die bald bei uns arbeiten gebaut. Fast alle Wohnungen sind neu, modern und sehr teuer. Viele Familien, die hier schon lange wohnen vermögen diese Wohnungen nicht. In meinem Nachbardorf ist es beinahe unmöglich die Mieten zu bezahlen, wenn nicht beide arbeiten und kein Doppelverdienst vorhanden ist. Es wird gebaut, gebaut und gebaut.
In meinem Dorf war das lange nicht so schlimm. Doch 2014 werden auch hier alte Häuser abgerissen und darauf neue Mehrfamilienhäuser gebaut.
Egal wie eng die Gassen dann sind...
Ich bin mir nicht sicher, wer in diesen Wohnungen leben möchte.
Wir, die unser Dorf kennen, bestimmt nicht..
Und ob das andere möchten, wage ich zu bezweifeln.
Denn ich kenne meine Ortschaft.
Mein Dorf...

Warum schreibe ich diese Geschichte?
Was ist der Sinn?
Werde ich frustriert und traurig wie meine Schwiegermutter. Machen mir die Menschen Angst. Bin ich nicht offen?
Muss ich hier weg?
Aber nein!
Ich bitte einfach alle, die sich für einen Wohnort auf dem Land entscheiden, prüft doch alles. Überlegt es euch gut. Schaut nicht nur die Lage an. Redet mit den Menschen und schaltet das Hirn ein. Gefällt es euch hier wirklich oder meint ihr es nur?!

Und dann noch etwas in persönlicher Sache… die 88 Wohnungen auf dem Monti Platz in Seon. Musste das jetzt wirklich auch noch sein?! Wie gerne hätte ich mit meinen Buben den Cirkus dort besucht. Wie schade finde ich es, dass das nicht mehr möglich ist...
Zum Kotzen...muaaa...

Hebeds Guet,
Eve






Dienstag, 29. Juli 2014

Scheiss Wetter, na und?!

Menschen, die meinen Blog schon länger lesen, wissen von meiner Einstellung zum Wetter. Ich hasse es mit Menschen über das Wetter zu reden. Ich bin der Meinung, wenn man nur noch über das Wetter reden kann ist die Freundschaft am Ende!
Über das Wetter zu reden ist sinnlos.
Ich kann es nicht ändern. Also was soll es...

In dieser neuen Geschichte geht es trotzdem über das Wetter.
Wenn ich es nicht aufschreibe „verjagt‘s mii“.

Also, für einmal eine Wettergeschichte. Von mir...

Ja! In der Tat. Der Hochsommer 2014 haben wir uns wohl alle etwas weniger nass vorgestellt.
Doch während in einigen Teilen der Schweiz aktuell die Welt untergeht, sitzen andere zu Hause im Trockenen an ihren Rechner und jammern.
Sie tun das nicht ein, zwei Mal. Nein! Sie tun das non stopp.

Dieser Beitrag geht an alle Mütter von noch nicht schulpflichtigen Kindern. Mamis, die alles haben und trotzdem unzufrieden sind.
Denen es so langweilig ist, dass sie mir und allen anderen auf den Senkel gehen.
Und das so richtig.

Aber ich fange etwas weiter vorne an, sodass auch jeder versteht was und wen ich meine.

Ich habe Freunde, die arbeiten 100 Prozent. Das sind die Menschen, welche am Morgen aufstehen, zur Arbeit gehen und am Abend nach Hause kommen. Dazwischen machen sie den Haushalt, kaufen ein und pflegen Kontakte. Es kann sehr gut sein, dass es regnet. Sogar wenn Sie frei haben. Komischerweise ist denen nie langweilig. Sie kennen das gar nicht!

Dann gibt es Frauen, die haben grosse Kinder. Diese sind während den Sommerferien 4 bis 9 Wochen zu Hause. Wenn diese Frau Glück hat, dann sind davon noch 1 bis 3 Wochen der Ehemann zu Hause. Lotto..! Wenn es nun aber zwei Drittel dieser Zeit regnet, wie es aktuell der Fall ist, verstehe ich, dass diese Zeit sehr lange ist. Die Kinder in dieser Zeit bei der Laune zu halten und ihnen nicht jeden Tag ein volles Animations Angebot anzubieten. Die Kraft zu haben diese Launen zu ertragen. Ja, das ist bestimmt schwierig. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Frau den Schulanfang wieder herbeisehnt. Ich kann mir noch besser vorstellen, dass jede dieser Frauen ein starkes Bedürfnis hat, ihren Mann in diesen zwei Wochen Tagtäglich abzuschlagen. 
Glaube ich, ja…

Sodeli. Dann kommen wir zur Gattung Mutter, die in der gleichen Lebensphase stecken wie ich. Oft haben sie sogar noch kleinere Kinder. Unser Tag verfügt über 24 Stunden. Plus Minus können wir diese gestalten wie wir möchten. Wir müssen zu keiner bestimmten Zeit aus dem Haus. Sind essenstechnisch absolut frei. Haben vor der Haustüre ein Auto stehen und haben die finanziellen Freiheiten alles zu tun. Wir gehen einem Teilzeitpensum einer Arbeit nach. Unsere Kinder und wir selber sind gesund. Wir haben keinerlei ernsthafte Sorgen und mit diesen hauseigenen Kindern haben wir uns einen Traum erfüllt. Oft besitzen wir Haus oder Wohneigentum. Haben auf Hochglanz gestaltete Profiküchen. In dieser Küche findet sich sämtliches aktuelles Betty Bossy Küchenzubehör. Von Tupperware besitzen wir jede Schüssel. Und im Keller befinden sich mit „Gonis“ zubepackte Bastelräume. Diese Frauen haben alles. Und benützen nichts...

Nein, ihnen ist langweilig!

Sorry, aber was liegt 2014 in der Luft? Auf Internetplattformen lese ich von Mamis, die sich beschweren, die Fragen stellen die so saudoof sind, dass sie nicht einmal gedacht werden dürften. Ein Mami schreibt, sie habe zwei Kinder, 2,5 Jahre und 5 Monate alt, sie wisse nicht was zu machen bei diesem Wetter. Sie hätte bereits sämtliche in der Nähe liegenden Indoorspielplätze und Einkaufscentren besucht und nun falle ihr die Decke auf den Kopf. Vor dem Fernseher werde nur gestritten und die Computer Tablets seien auch bereits langweilig.

Ja Sterneföifi!!

Dieser 5-monatige Balg wird ja kaum merken, dass es pisst. Warum legt sie sich nicht spontan ein wenig zu ihm und beschnuppert und bestaunt ihn?! Warum macht sie nicht einfach das was sie sonst so tut? Haben diese Frauen keinen Haushalt zu pflegen? Wer macht ihnen die Wäsche. Wer kauft ein? Wer betreut die Kinder?

Ich glaube viele meiner Freunde, Berufstätige oder sogar alleinerziehende Elternteile wären froh, wenn sie sich einfach so, an einem stinknormalen Tag, ein wenig aufs Sofa knallen könnten um das herrliche Nichtstun zu geniessen.

Ich von meiner Seite aus kann sagen, mir ist nie langweilig. Verdammt!
Auch ich besitze das ganze Betty Bossi, Tupperware und Gonis Equiment.
Ich habe eine Kenwood, einen Plotter, einen wunderbaren grossen Mac, abertausend dieser neumödigen Loombändeli, eine tolle Kamera, ein grosses Sortiment an Backzubehör, meterweise Stoff, Papier, Glitzerstifte. Trotz den Einwänden von meinem Mann habe ich sogar ein Laminiergerät. Ich habe ein meist vollgetanktes Auto vor der Haustüre und die Kreditkarte von meinem Mann mit genügend Kreditlimite am Arsch. Ich bin gesund und meine Jungs meistens auch.
Ich brauche diese Sachen tagtäglich. Zusammen mit meinen Kinder. Wenn ich sie nicht brauche mache ich etwas anderes. Ich habe einen wunderbaren Freundeskreis. Uns ist nie langweilig. Diese Phase wo die Kinder so klein sind. Ich noch keine Verpflichtungen wie Schule etc. habe. Ich niemandem Rechenschaft ablegen muss und es einzig pünktlich zu meinem Arbeitgeber schaffen muss, diese Zeit betrachte ich als wunderbar. Als grosses Geschenk. Ich bin jeden Tag dankbar, dass ich sie so bewusst erleben darf. Nicht alle haben diese Möglichkeit...

Bitte erinnert euch an das, was ihr besitzt und habt. Nicht immer das was euch fehlt oder abgeht.
Wenn ihr Menschen in eurem Umfeld habt die jammern, dann erinnert ihr sie daran. So gibt es Grüppchen, die dieser Stimmung trotzen. Die zB diesen Sommer 2014 so nehmen wie er ist und das Beste daraus machen. Ich kann nicht für euch sprechen, aber für mich, meine Familie und meine Freunde war dieser Sommer, egal wie das Wetter nun war, der beste Sommer seit langem...

Und solltet ihr Menschen kennen, denen es noch immer langweilig ist. Erinnert sie an die Menschen im Ämmital oder in der Ostschweiz. Es gibt bestimmt noch Plätze wo Ehrenamtliche gesucht werden.

Kuss Kuss,
Eve