Dienstag, 18. September 2012

Kaiserschnitt. Meine Geschichte.

Ich weiss ich weiss. Schon lange kein neuer Beitrag. Aber hier bin ich wieder. Seit Juli haben sich die Ereignisse bei uns zu Hause überschlagen. Dann am 22 ten September hat sich der Sturm gelegt und der munzig kleine D. hat unser Familien Team komplett gemacht. Wir sind nun ein sehr glückliches 4 er Team.

Doch in diesem Beitrag muss ich die letzten 9 Monate und die letzten 27 Tage kurz aus meiner Sicht präsentieren. Ich denke das habe vor allem ich verdient. Ich mache das für mich. Ich werde damit meine Geburt und Schwangerschaft verarbeiten. Achtung dieser Beitrag wird lang! Wer sich das nicht antun möchte. Weg hier. Draussen scheint die Sonne...
Ein, zwei Frauen werden sich vielleicht nun überlegen ob so eine Schwangerschaft erstrebenswert ist. Ein paar weitere werden den Kopf schütteln und lächeln. Weitere wissen nun dann genau weshalb sie sich das sicher nicht antun und für ganz viele Frauen wird es nicht so gewesen sein. Das ist auch gut so. Doch es gibt's sie nun Mal. Die Geburten meiner Art. Leider werden sie auch 2012 immer noch Totgeschwiegen oder sogar belächelt. Ich werde darüber sprechen. Mein ganzes Leben lang. Die Dramatik wird abnehmen doch ehrlich werde ich bleiben. Das bin ich und so bleibe ich. Es ist unmöglich eine normale Geburt mit einem Kaiserschnitt zu vergleichen. Es gibt kein richtig oder falsch. Doch meistens ist eine normale Geburt verarbeitet wenn das Kind auf der Welt ist...während unsere Verarbeitung dann erst beginnt! Doch eins mag ich nicht! Ich hasse die Aussage:
"Hauptsache draussen!"

Ich lese Elternratgeber, besuche Geburtsvorbereitungkurse und bin rückblickend etwas erstaunt. Alles wird erwähnt, nur die Wahrheit nicht. Dann gibt es sehr gute Kaiserschnittsberichte. Doch die sind mir persönlich wieder zu dramatisch. Ich empfinde beide Kaiserschnitte als "normal". Ich hätte sie mir niemals gewünscht doch ich bin dankbar geht es meinen zwei Buben nun gut. Ohne diesen "Einschnitt" wäre das niemals möglich gewesen. Ich finde es nur schade achten die Ärzte bei dem ganzen Gemetzel nicht auf die Eltern und das ungeborene Kind. Bei aller Routine geht so viel Menschlichkeit verloren!

Seit meiner ersten Geburt 2009 wusste ich das alles anders kommen kann als erwartet. Ich bin relativ gut damit umgegangen. Ich hatte eine problemlose Schwangerschaft mir ging es gut, ich habe lange 100% gearbeitet. Ich hatte in der 40 SSW angekommen in sämtlichen Körperteilen Wasser und war etwa so aktiv wie eine Nacktschnecke. Die eingeleitete Geburt nach 42 Schwangerschaftswochen und der KAISER Schnitt nach 24 Stunden Wehen betrachtete ich als "Erlösung". Ich hatte nie das Gefühl einer normalen Geburt "beraubt" worden zu sein.

Schon im Januar 2012, als ich erfolgreich nach langer Warterei über den Test gepisst habe war für mich klar, das diese zweite Geburt nicht wie die Erste verlaufen sollte! Ich hatte sozusagen von der Ersten Minute Angst, dass etwas schief gehen könnte. Für mich war klar, dass ich niemals wieder einleiten würde. Eher würde ich einen geplanten Kaiserschnitt in Betracht ziehen. Eigentlich wollte ich diese zweite Geburt versöhnlicher gestalten als die Erste.

Doch irgendwie klappte das nicht so. Mir war beinahe 4 Monate Dauerschlecht. Sagenhaftes Timing, haben wir genau in dieser Zeit bei meinem Mami gewohnt und unser Haus umgebaut. Rechtzeitig auf das Ende der Kotzerei habe ich beinahe die ganze Familie ausgelöscht als ich das Pfefferauto zu Schrott gefahren habe. Diese Nacht im Spital und die grosse Angst um einer Plazentablösung haben mich beinahe wahnsinnig gemacht. Wenn man so lange auf eine Schwangerschaft wartet macht so eine Diagnose in der Schwangerschaftswoche 16 einem Krank. Diese Angst um das so kleine Wunder in mir habe ich bis zum Schluss nicht weggebracht. Dauernd versuchte ich mit meinen Händen den Bauch und das ungeborene Leben in mir zu schützen. Mir war es nicht mehr wohl bei grossen Menschenansammlungen. Etwas das ich absolut nicht gekannt habe aus der ersten Schwangerschaft. Dort waren wir an Konzerten in der Ersten Reihe, ich stets mit dem Gefühl von allen "beschützt" zu werden.

Dann rechtzeitig vor den Sommerferien hat meine Ärztin bei einem Routineultraschall Wasser auf dem Köpfchen entdeckt. Nach mehreren Besuchen im KSA konnten die Ärzte Entwarnung geben. Doch meine Angst ist geblieben. Bis jetzt. Bei jedem noch so kleinen nicht normalen Entwicklung denke ich: Könnte es etwas im Köpfchen sein, geht es dem kleinen Mann gut?!

Ein grosser Unterschied war jedoch in dieser Schwangerschaft meine Sportlichkeit. Wenn ich während der Ersten Schwangerschaft absolut nicht aktiv war, ich denke der die Wege zu diversen Haustüren bei meiner Tätigkeit im Aussendienst darf ich nicht dazuzählen, mutierte ich bei der zweiten Schwangerschaft beinahe zur Sportskanone. Wir walkten regelmässig einmal die Woche. Die Wochenenden verbrachten wir als Familie hauptsächlich auf unsere E Bikes. Wir machte oft grössere Velotouren.

Das Baby in mir war wahnsinnig aktiv. Man sagte mir das sei so bei dem zweiten. Oft erwähnte ich ich spüre das Kind so wahnsinnig weit oben. Als sie dann in der 34 SSW feststellten dass die Plazenta Praevia totales ist. Logo spürte ich den kleinen Wurm so gut...
So eine Plazenta Preavia bedeutet, dass es unmöglich ist normal zu gebären. Wir Frauen würden allwäg verbluten und die Versorgung vom Kind ist auch sehr schlecht. Die Chancen für uns beide war also nicht sehr gut.
Jäno dachte ich. Kommt halt noch ein Problem dazu. Auch das packen "wir".

Irgendwie war ich auch ein klein wenig erleichtert. Ich wusste nun, dass möglichst nahe am Geburtstermin ein geplanter Kaiserschnitt stattfinden würde. Alles wurde planbar. Dachte ich.
Ich fing mich mit dem geplanten Kaiserschnitt anzufreunden. Ich war ein bitzeli naiv... Ich machte mit dem Spital einen Termin ab um alles genau zu planen. Ich wollte mit den zuständigen Personen reden. Meine Wünsche äussern. Meine Hebamme besuchte mich vorgeburtlich. Wir erarbeitet eine Liste was mir und auch meinem Mann wichtig ist. Ich dachte ich sei perfekt vorbereitet.

Dann am 2ten August, lange vor meinem Termin mit den weissen Götter und auch lange vor dem errechneten Geburtstermin hatte ich am Morgen früh starke unerwartete Blutungen. Ich musste sofort ins Spital. Dramatik pur. Innerhalb von wenigen Minuten wurden wir auf eine eventuelle Geburt vorbereitet. Ein sehr sympathischer Anästhesist redete von Vollnarkose, ausgeschlagenen Vorderzähnen und einem massivem Blutverlust etc. war die Rede. Meine Wünsche gingen ein kleines bisschen unter... Irgend wie waren wir zwei in diesen Minuten zwar die wichtigsten und doch so gar nicht da!

Ich musste 4 Tage im Spital bleiben. Dann war ich Blutungsfrei. Ganz offensichtlich hat es dem kleinen Mann bei mir gefallen. Er hat jedes Mal gekämpft. Ich durfte bist zu dem nun abgemachten Kaiserschnitt zu Hause bleiben. Mit der strikten Anordnung absolut nichts zu heben. Einfacher gesagt als gemacht. Klein A. war gerade seit 2 Wochen Tagsüber trocken und musste alle 5 Minuten zur Toilette. Doch wir haben uns organisiert. Dank 4 Häfis und den tollen IKEA Schemmeli und meiner Familie. Trotz allem war es zu Hause traumhaft. Die heissen Sommertage in diesem August 2012 sind nicht gemacht um auf plastifizierten Spitalmatratzen zu nächtigen.

Am 22 en August, 20 Tage nach der Blutung sind wir um 06.30 Uhr ins KSA gefahren. Das Risiko auf erneute Blutungen war zu gross. Die Ärzte wollten nicht länger warten. In der SSW 38 angekommen. Nach unendlich vielen Ängsten und Sorgen einfach nur noch Nudelfertig. Das ganze Rösslispiel war bereit. Nur für uns. Seit diesem Tag um 8 Uhr verstehe ich niemanden mehr, der den Wunsch auf eine geplante Sectio hat. SORRY! Einen Notkaiserschnitt OK, mit Komplikationen OK..sich das aber einfach so zu Wünschen, wie es z.B. die Promis tun...ein absolutes NEIN!

Unser Sohn war absolut noch nicht bereit für diese Welt. Ich hatte für diese Geburt, wohlwissend das nichts planbar ist, nur einen Wunsch. Gebt mir das Kind auf den Bauch. Während dem zuebüetze....! Gebt mir mein Kind.
Klein D. kam am 22. August um 08:34 zur Welt. Ich lag da wie der gekreuzigte Jesus. Wusste nicht ist das Kind noch in mir oder schon draussen. Wusste nicht sein Geschlecht...hörte keinen Mucks. Er wollte nicht recht atmen. Seine Werte waren nicht gut. Dann der erlösende Schrei....


Ich bin Partnerin und Mami von den besten 3 Männern!





...ich wollte wieder einmal MERCI sagen.

Meinem Mann der sich tausendmal hinterfragt hat, weshalb er mir diesen grossen Wunsch auf eine zweite Schwangerschaft ermöglicht hat.
Meinen Schwestern, fürs zuhören, mitkommen ins Spital und dort nachzufragen, wenn ich keine logischen Gedanken mehr hatte.
Mami, sorry dass du dir auch sagenhafte 32 Jahre nach meiner Geburt immer noch Sorgen machen musst. Vielen lieben Dank für deine tolle Mithilfe. Ohne dich wäre es wieder einmal nicht möglich gewesen!
Meinen Walkerinnen..was wäre ich ohne euch?!
Isabelle...es gibt beinahe keine Worte.
Freunde die ins Spital kamen.
Familienmitglieder die angerufen haben.
Freunde die nachfragen.

DANKE euch allen vielmals.

Ich verspreche euch... ich werde niemals mehr schwanger sein.
Kuss
Eve.






Donnerstag, 26. Juli 2012

Fledermäuse

Es wird Zeit, dass diese Olympiade beginnt! Es ist grausam mit an schauen zu müssen wie die Journalisten Weltweit sich die Story`s aus den Finger saugen und krampfhaft interessante Geschichten suchen.

Gestern habe ich auf SF 1 einen neuen Beitrag von diesen Kriminalfällen aus unserem Land gekuckt und mich grausam geärgert. Wir haben dieses Phänomen schon öfters  im Familien und Freundeskreis besprochen. Lange habe ich gehadert ob ich auch einen Beitrag dazu schreiben soll. E voilà, hier ist er!

An machen Tagen überschlagen sich die Informationen von neuen Gräueltaten in den Medien. Das Attentat in Aurora soeben. Norwegen mit Herr Breivik Jährte sich auch soeben zum ersten Mal. Kriminalfälle in der Schweiz welche von ungeheuerlicher Grausamkeit geprägt sind, sind leider heute  Tagesordnung. Der Lucie Typ und ebenso der beinahe Armbrust Mörder von Luzern. Alle diese Menschen, oder einige, sind vor ihrem ersten Attentat nie gross aufgefallen. Sagt das verantwortliche System. Sie werden in den Medien als nette und bisher unauffällige Menschen beschrieben. Bohrt man dann ein bisschen weiter, merken sie, dass tausendseitige Manifeste verfasst worden sind oder zum Beispiel auf Facebook alles kommuniziert worden ist!

Sorry ich finde sie nicht nett. Ebenso finde ich, dass wir ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenken.  Gerade jetzt im Sommer wo die Nachrichten rar sind, saugen wir die Geschichten von den Toten in Aurora auf. Es berührt jeden. Jeder möchte darüber reden. Auf tragische Weise sind in einer Nacht 12 unschuldige Menschen umgekommen. Kein Mensch wird in einem Jahr noch an diese 12 Menschen denken. Der Attentäter und mögliche Nachahmer werden aber noch Jahre in den Medien sein. Soviel Rummel animiert potentielle Nachahmer doch gerade. Wer versteht schon was in den Köpfen solch kranker Menschen abgeht?!

In der Schweiz lese ich Berichte, wo zur kommenden Batman Premiere die Sicherheitsregeln erhöht werden. Sagt mal wo leben wir?! Wenn wollen wir schützen?! Diese Kranke und feige Sau in Amerika, ebenso in Norwegen oder hier in der Schweiz ein, zwei üble Typen machen nicht zwei Mal das gleiche. Das Justiz System müsste besser organisiert sein. So dass solche Menschen, vor allem wenn sie Ihre Taten schon ankündigen, nicht nur auffallen sondern auch Dingfest gemacht werden.


Im Bürgerkrieg in Lybien, der etwas mehr als ein Jahr nun andauert sterben jeden Tag Menschen. Viele davon unschuldig. Es sind auch viele Kinder dabei. Laut Angaben sind seit Anfang Krieg im Februar 2011 zirka 30`000 Menschen umgekommen. Etwa doppelt soviel sind verletzt! Wer redet von denen?

Ich oute mich hier öffentlich als grossen Batman Fan. Wenn nicht im Kino, dann kaufe ich mir sicher die DVD und schaue in mir an. ICH BIN NICHT KRANK!! Ich bin mir bewusst, dass ich jeden Tag, dank einer üblen Sau sterben kann. Im Kino, im Migros oder sonst wo. Vielleicht sollten wir uns auch überlegen weshalb ein Mensch so krank wird. Alle sprechen immer von diesen Video Games. Bei der Batman Premiere in Aurora um Mitternacht haben sich neben vielen Kinder auch Babys im Kinosaal befunden!!! Ich weiss nicht ob es nützt aber vielleicht wäre das auch einmal ein interessanter Ansatzpunkt. Wenn ich meine Schwester in den USA besuche und um 23 Uhr spontan noch Lust habe zu shoppen treffe ich im Walmart viel Eltern mit Kinder und Neugeborenen an.... Was hat ein Kind an einem solchen Ort zu suchen?! Mein Sohn schläft um diese Zeit. Auch in naher und ferner Zukunft. Er muss auch noch nicht ins Kino. Vielleicht bin ich altmodisch. Sein Tag endet um 19.30 Uhr. Keine Regel ohne Ausnahme, klar! Es besteht die Hoffnung, das er normal und gesund aufwachsen darf....

....etwas was die vielen unschuldigen Kinder von Lybien bestimmt auch möchten...


Liebe Grüsse
Eveline

Ajo, für alle Batman Fans: Heath Ledger als Joker war doch wirklich grandios, oder?!
Darf man das echt noch so empfinden?!?!



Sonntag, 15. Juli 2012

Liebesrezept

Fragt ihr euch manchmal auch wie das mit der Liebe funktioniert?
Was hält zwei Menschen manchmal ein ganzes Leben beieinander?!

Ich bin in einer intakten Familie aufgewachsen. Mein Lebenspartner Ro ebenso und komischerweise auch  die  "angeheirateten" Partner von unseren Geschwister.  Diese 50:50 Regel trifft somit glücklicherweise nicht auf uns und auch nur ganz selten bei unserem Freundeskreis zu.

Trotzdem nutzen wir aktiv jede Chance um mit unserem Gegenüber zu streiten. Konsequent und grausam nervig.
Kein Toilettendeckel, Spinnennetz, Konfiklecks wird ignoriert. Offene Wünsche werden geäußert und eingefordert. Niemand in unserer Familie gönnt dem anderen das letzte Wort. Generell hat jeder Recht...

Eine total ehrliche und ebenso intolerante Familientruppe haben wir da beisammen.

Da stehe ich letzte Woche bei wahnsinnig romantischer Stimmung mit meiner Freundin am Bryan Adams Konzert. Vor mir ein älteres Paar. Der Mann hatte sich wohl bei den einzigen 3 Sommertagen in der Schweiz bis jetzt die Rücken/Armpartie etwas zu fest verbrannt. Auf dem rechten Oberarm war deutlich ein älteres Tattoo zu sehen. In den Schwingen eines entsetzlich hässlichen Adler war das Kinderbild von einem zirka 1.5 Jährigen zuckersüssen Mädchen. Wenn ich den Mann realistisch schätzen müsste, ist dieses Kind heute sicher so alt wie ich, wenn nicht älter. Neben ihm eine sehr sympathische Frau. Normal gealtert. Sicher 60 Jahre alt. In ihren Finger ist eine leichte Gicht zu entdecken. Doch sie lächelt nett und das macht sie (mit der guten, gelösten Stimmung am Konzert) extrem viel jünger.
Keine Ahnung ob sie die Mutter von dem Mädchen ist. Ich gehe einfach davon aus. Alterstechnisch passen die zwei zusammen. Sie sehen nicht ausgewechselt aus. Die Tiefe Freundschaft der beiden ist gut spürbar.
Während jedem (!) Klassiker von Bryan Adams nehmen sich die zweien den Arm und tanzen eng umschlungen.

40 Jahre eine gemeinsame Zeit. Kinder aufziehen, arbeiten, Geld verdienen. Häuser umbauen. Katastrophen überstehen. Tausend kleine und sinnlose streitereien austragen. Was muss ich machen, dass ich mit 60 ig Ro noch an meiner Seite habe?! Nicht nur an meiner Seite, sondern auch in meinem Herz. Dass ich böckig bin, ihn in die Arme zu nehmen und das rund um uns die nächsten 60 Minuten auszublenden?!

Wann geht das verloren in einer Beziehung? Weshalb schaffen die einten es zu behalten und andere bauen einfach eine intakte, seriöse Beziehung auf?

Ich möchte daran arbeiten. Das hat mir das Päärli am Konzert aufgezeigt. Ich muss nur noch eine gemeinsame Leidenschaft finden. Das wird schwieriger. Mein Partner und ich hatten nie gemeinsame Leidenschaften wie Konzerte oder Kulturelles. Vieles machen wir nicht gemeinsam....Ich mache Ro glaube ich den Vorschlag einen VW G60 zu posten. Wir haben noch immer keine Familienkutsche seit ich das Pfefferauto verkackt habe. Diesen motzen wir dann mit jedem Schnickschnack auf und schicken Sohnemann in 15 Jahren an die Autoausstellungen. So wie wir damals. Jung und wild! Wir könnten dann verliebt wie eh und je alle seine jungen Auto Liebhaber Kollegen beeindrucken. Coole Alte hat der Junge. Vielleicht kann ich Ro auch noch zu einem Tattoo überreden?!
Genau so mache ich das ;o)

Jepaa,
ich hoffe der Sommer kommt wieder.
Eveline



Samstag, 7. Juli 2012

Happy Birthday altes Haus

Du meine Güte. War ich wieder lange weg. Manchmal frage ich mich wie es so schnell gehen kann. Wenn man dann aber zurück schaut sieht man wie viel gegangen ist in der Zeit.
Noch zirka 8 Wochen und wenn alles gut geht dürfen wir einem kleinem Menschlein grüezi sagen. Ich habe zwar das Gefühl die Lieferbedingungen bei dieser Schwangerschaft seien etwas anstrengender als beim kleinen Mann vor 3 Jahren aber vielleicht wird auch die Ungeduld nur grösser.

Unser grosse Umbau geht zu Ende. Noch warten wir auf neue Fensterläden, eine Türzarge muss noch ersetzt werden, da die Badewanne wirklich zu gross für unser Treppenhaus war und irgend einmal muss alles noch gefugt werden.
6 Monate hat dieser Umbau gedauert. Die ersten 3 davon dachte ich gehen nie vorbei. Schaut man zurück, war alles easy.

Mann/Frau kann also tatsächlich aus einem alten Haus ein neues machen. Heute sieht man die 50 Jahre welches unser Haus dieses Jahr auf dem Buckel hat, nur noch äusserlich an. Wenn man wie wir wirklich alles erneuern will, braucht ein solcher Akt viel Zeit, eine gute Planung, möglichst wenig schon geborene Kinder, viel Kraft, eine sehr intakte und stabile Beziehung, Durchsetzungswille, viel Erspartes, Spontanität und gute Nerven.

Ich habe das bestimmt in dieser Blogreihe schon öfters erwähnt. Ohne gute Zusammenarbeit mit Handwerkern eine Handvoll guter Freunde, eine starke Familie und den Mut inmitten all deren mit dem Partner über sinnloses zu streiten, ohne all das geht so ein Umbau nicht.
Ich bin grausam launisch zur Zeit. Deshalb gebe ich allen Mannen die meinen Blog lesen den gut gemeinten Tipp. Wenn ihr ein Haus umbauen möchtet. Egal ob ihr bei diesem Projekt auf eure Partnerin angewiesen seit oder nicht. Tut es bevor sie Schwanger ist. Danach geht sie euch nur noch non stopp auf den Senkel.
Ich bedanke mich bei allen die während den letzten 6 Monaten mich aushielten und ab und zu mit Ro einen Jäger gekippt haben.
Danke!

Eure Eveline.

Samstag, 12. Mai 2012

Geschlecht

So viele Menschen fragen mich diese Tage ob ich den wisse WAS es gibt? Ich antworte stets gleich darauf. Habe ich schon bei klein A. so gemacht.

Ja, ein Kind!

Es gibt dann Menschen die kapieren diese Antwort sofort. Das sind tolerante Menschen, welche ganz 2012 angekommen sind. Das sind die Frauen die vielleicht bei einer eigenen Schwangerschaft  das Geschlecht von ihrem Kind wissen wollten. Mich aber auch verstehen. Ich verstehe das voll und ganz. Der "Gwunder" und die Vorfreude auf das was da kommt ist sicher einfacher wenn man sich auch noch auf das Geschlecht vorbeireiten kann. Es ist dann vieles schon geklärt..
Für mich war das bei der Ersten Schwangerschaft gar kein Thema. Jetzt bei der zweiten fällt es mir auch schwieriger. Aber dieses Mal kann ich auch die wahnsinnige Lust auf Citterio nicht unterdrücken!! Ist irgendwie eh alles anders....

Für all die Menschen die meine Antwort nicht verstehen, hier eine kleine Erklärung. Ich habe eine Bekannten die hat mir diese Woche etwas tragisches so nebenbei erzählt. Es war nicht das Hauptthema unserer Diskussion und doch für mich sehr aussagekräftig. Sie war das erste Kind ihrer Eltern. Der Vater war still als ein Mädchen auf die Welt kam, denn es war ein lange erwartetes Kind. Die vielen vorher gegangenen Schwangerschaften konnten nicht ausgetragen werden. Als sich ein Geschwisterlichen ankündigte flippte der Vater aus. Die Mutter ein Nichtsnutz. Wieder eine Tochter...!
Es spielt keine Rolle, dass meine Freundin einen Ausländischen Vater hatte oder sie noch in den siebziger Jahren zur Welt kam. Der Vater hat einfach einen Moment vergessen, dass A Kinderkriegen kein Wunschkonzert ist und B verdammt noch mal der Mann für das Geschlecht zuständig ist.
Wie muss es für ein Kind sein, wenn es weiss das eigentlich der Vater es so wie es da ist gar nicht will. Was ist das für ein Aufwachsen? Es fehlt ja nur ein "Pfiffli"..

Wir leben im Jahre 2012 und meinen, fast, alles ist planbar. Ist es nicht! Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie glücklich sind und mit dem Geschlecht mit welchem sie auf de Welt kommen sich zurecht finden. Mir macht es angst wenn ich daran denke einen Buben zu bekommen und er mir schon früh erzählen müsste, dass dieses Geschlecht so gar nicht zu ihm passe. Umgekehrt natürlich auch. Ich rede hier nicht von Sexuellen Neigungen, die sind mir egal. Das geht mich nichts an. Ich rede vom falschen Geschlecht! Oder was ich noch tragischer finde von keinem Geschlecht. Eben war wieder ein Beitrag im Schweizer Fernsehen (bei 10 vor 10) von diesen Kinder die ohne Geschlecht zur Welt kommen. Es sind Intersexuelle Kinder. Jedes 500 geborene Kind hat kein Geschlecht. Dann fängt das Wunschkonzert an. Die Operationen, die Spital Aufenthalte. Anstatt abzuwarten und das Kind zu fragen...! Ich wünsche mir, dass mein Partner und ich und vor allem mein Kind nie  vor diese Wahl gestellt werden.

Wir waren 3 Mädchen zu Hause. Zu keinem Zeitpunkt in unsere Kindheit war das ein Thema. Wäre ich verheiratet wäre der Name von unserem Vater ausgestorben. Na und?! Gibt wohl schlimmeres oder? Erst Recht wenn mein Namens Kollege bei den sieben Zwergen in Bern weiter so freudig sinnlose Flügerli posten will.. Unsere Eltern haben uns zu selbständigen Frauen erzogen. Da kein Junge da war, stand es nie zur Diskussion, dass wir irgendetwas nicht können oder erlernen dürfen. Gerade den immer noch vielen Männer unter uns, die sich so zwingen den Stammhalter wünschen, lege ich es nahe, sich mal einen Bericht über Intersexuelle Kinder anzuschauen...

Sodeli, genau darum ist es mir eigentlich egal was den Weg zu uns findet. Es ist beides herzlich Willkommen. Sollte es dieses Mal ein Mädchen sein, flippe ich kurz aus wegen den Kleidli ABER wegen dem Geschlecht spielt es so gar keine Rolle für mich. Ich finde beides Super!

Das wäre meine Muttertags Sicht. Hebet en schöne Sonntag,
Eveline






Sonntag, 29. April 2012

HUGO

Als junges Mädchen (oh ich habe dieses Wort gehasst "Teenager") war ich laut, stürmisch und alles andere als angepasst. Doch ich war freundlich, zuvorkommend und stets gut gelaunt.
Ein Grund weshalb man viel mit mir machen konnte. So erlebte ich zum Beispiel 3 grauenhaft unfreundliche Lehrjahre. Im Glauben, dass nicht einmal meine Eltern diesem vorwitzigen Ding glauben schenken würden, habe ich beinahe zwei (lange Jahre) darüber geschwiegen was wir so Nacht für Nacht im Lehrbetrieb erleben mussten. Als ich endlich darüber sprechen konnte wurde es nicht einfacher aber erträglicher.
Ich hatte mir verbündete ins Boot geholt!

Noch heute läuft es mir kalt den Rücken ab, wenn ich meinen ehemaligen Lehrmeister sehe. So letzte Woche geschehen. Hat er mich in seinem Auto gekreuzt. Ich möchte laut schreien. Nicht über die verlorenen drei Lehrjahre. Nicht über diese unerträglichen Stunden in seinem Betrieb. Nicht über die sinnlos geweinten Tränen!
NEIN, darüber, dass ich mich viel zu selten gewehrt und für mich eingesetzt habe!!
Ich war Gottverdammte sechzehn Jahre alt und wollte lernen. Und er?! Er wollte seine Launen ausleben. An jungen motivierten Menschen.
Ich habe noch heute das, starke, Bedürfnis ihm irgend einmal die Meinung zu sagen und dann mit flacher Hand ihm seine scheiss Pfeife ins Gesicht zu drücken!

Schon damals, ich sechzehn Jahre jung, war es meine drei Jahre Jüngere Schwester die stark war. Sie die leise, nicht sehr freundliche und energische Pipa.
Diese Eigenschaft, welche bestimmt nicht immer sehr gut ankommt, hat sie von unserem Vater. Einem gradlinigen, ehrlichen und sehr korrektem Mann. Einer der alle erdenklichen Schweizer Schimpfwörter gerne und auch oft anwendete!
Oh wie habe ich mir diese Eigenschaften gewünscht.
Einer der aber ebenso nett und grosszügig war. Und sehr emotional!
Halt so wie ich bin!


Ich hatte zwar den Mut stets das letzte Wort zu haben...um dann kuschend doch jeden Scheiss zu machen.
Für Freunde konnte ich mich zu jedem Zeitpunkt einsetzen doch für mich?! Never...!

Nach meiner Zeit als Lehrling hatte ich "gottseidank" den Mut weiter auf meinem Beruf zu arbeiten. Ich konnte währen 4 Jahren in einer Backstube in Würenlos arbeiten. Dass ich Hans Schwab kennenlernen durfte war ein grosses Geschenk! Erstens habe ich festgestellt, das nicht jeder Bäcker ein Riesen Arschloch sein muss und er gab mir die Chance alles nicht erlernte noch an zueignen. In seinem Betrieb durfte ich wachsen und selbstbewusst werden. Ich bin überzeugt davon, dass man jedem Produkt welches die Backstube von Hans und Maja Schwab verlässt, die nette "Menschenhaltung" anmerkt. Ihre Kinder sind gute Freunde von mir. Einfach eine flotte Family!

Als ich 2003 zu der Schweizerischen Post wechselte war ich eine gefestigte Person. Stark genug um mit jedem Menschen klar zu kommen. Ich setzte mich für mich ein ohne mein freundliches Wesen zu verlieren. Ich glaube ich darf von mir behaupten absolut Kundenfreundlich zu sein.  Ich hatte seit meiner Ausbildungszeit nie mehr mit einem Vorgesetzten Probleme. Überall konnte ich mich an einer guten Zusammenarbeit erfreuen und wurde stets gefördert!
Doch kommt ein Bäckerarschloch wie der Herr Lüscher vorbei, kann ich auch gut nein sagen.
So nicht mit mir!

So geschehen letzten Mittwoch und so kommen wir zur eigentlichen Geschichte heute.
Wow, das ist mal weit ausgeholt...sehr weit sogar für mich ;o)

Ich war mit klein J. shoppen und anschliessen im Migrosrestaurant. Während wir zwei Alten einen Kaffee tranken spielte mein Sohnemann im HUGO Häuschen (Wo sonst?!). Als es Zeit für die Heimreise war, ging ich zu ihm und sagte ihm er dürfe noch einmal die Rutschbahn runter rutschen. Doch diese angekündigte Heimreise fand er gar nicht prickelnd und verfiel Null Komma nichts in ein Riesen Geschrei! Darauf hin erklärte ich im ruhig er habe nun genau zwei Möglichkeiten. Entweder sofort diese Schreierei einzustellen und diese Rutsche zu benützen oder wir würden SOFORT nach Hause fahren.
Er ignorierte meine Drohung und schrie weiter. So packte ich den 13 Kilomann unter der rechten Arm (einen Riesen Mist wenn man nur noch 5 Kilo heben sollte) und steuerte meine Schwester an. Die schon am zusammenpacken war. (Das nennt sich Teamwork)
Ich war sehr stolz auf meine konsequente Erziehung und ignorierte darum auch beinahe die anderen Menschen.
Am vordersten (!!) Tisch zum HUGO Häuschen sass ein pensioniertes Grosselternpaar mitsamt einem sehr adrett und ordentlich ausschauendem zirka 5 Jährigen Mädchen. Wie ich also mit meiner Sirene diesen Tisch passiere höre ich wie der Herr zu MIR sagt: "Geht ja gar nicht dieses Geschrei"
Ich lief weiter um einen Tisch später den heftigen Arschtritt von Pippa und Papi zu spüren! "Eveline wehre dich!!" So mache ich einen eleganten Schritt zurück und sage: "SORRY, was haben sie eben gesagt?! Er schreit zu laut?! Sitzen sie doch das nächste Mal bitte ins Hugo Häuschen und so nebenbei, Sie haben bestimmt nie geschrien, he?! Also mit ihnen wäre ICH bestimmt auch nicht raus!"

Jäno, manchmal klappt es manchmal nicht. Manchmal bin ich wie mein Mami und klein J. und viel zu nett. Manchmal bin ich Pippa und wehre mich und manchmal..ganz selten benutze ich alle erdenklichen Schimpfwörter wie Papi...aber das meistens nur im Kopf, im Wunschdenken...zu Hause. So zum Beispiel wenn ich sagenhafte 45 Minuten im Wartezimmer sitze und artig lächle, wenn die Ärztin dann um 5 vor 11 trotzdem noch kommt. Der liebe Ro aber nach der langen Warterei schon wieder zum nächsten Kundentermin muss und beim grossen 20 Wochen Check, genau 5 Minuten dabei ist. Der begleitet mich sicher nie mehr... ;o(
Gopferdammihueresiech nonemol!!!

En tolle Wochestart morn,
Eveline



Montag, 9. April 2012

Wo Mami Rüebli?! Oder das Ende einer tollen Osterzeit!

Die Idee war simpel, die Umsetzung sehr lecker, wenn ich dem Ro glauben darf, das Resultat vernichtet!
Ich bin soeben gelandet, auf dem harten Boden der Realität.
Wäre es nicht mir passiert würde ich es sicherlich genau so lustig finden wie mein Mann.
Der hat immer noch Tränen in den Augen. Betrachtet das ganze als persönlichen Sieg...ich nur als grossen Verlust. Denn ich weiss von was ich spreche!
Leider ist mir nicht zum Lachen, ich möchte mich verkriechen und vor Scham im Erdboden versinken.

Jeder der mich persönlich kennt, wusste das es so kommen wird, muss..
Es war beinahe so sicher wie das Amen in der Kirche!

Doch ich war mir sicher, ich könne dem trotzen. Meine Hoffnung war riesig.

Hat doch auch alles gut begonnen.
Noch keine vier Monate alt, hat mein Sohn alles essbare schampar fasziniert. Ich kochte Kiloweise Rüblibrei. Der kreativ durch mich mit verschiedensten Gemüsesorten ergänzt wurde.
Auch Früchte jeder Art genoss der kleine Mann sehr zu meinem erstaunen.

Ich die weder noch isst! Hat ein Kind, dass nicht einmal von Rohkost oder sogar Äpfel zurückschreckt!

Heute habe ich frische selber gemachte Ricotta-Zitronen Ravioli gemacht. Dazu gab es gestamtes Gemüse. Kartoffeln, Rüebli, Blumenkohl und Peperoni. Fein ab geschmeckt mit frischen Kräutli und einen leichten Touch von Butter.

Klein Sohnemann hat geschätzte 10 Ravioli verdrückt.
Zum Gemüse meinte er.
"Nicht gern!" UND das gefürchtete "WO MAMI RÜEBLI?!?!?"

Basta.... brauchte keinen weiteres Versuch zu starten. Erst Recht nicht als ich beinahe würgend ein klitzekleines Rüebli runterwürgte. Wollte ja ein Vorbild sein...HA!!

Liebe Bologleser/innen, jetzt brauche ich euch!!
In jeder Erzieherischen Sache habe ich euch den Rücken gestärkt. Euch animiert jederzeit anders zu sein.
Ich bin verdammt...anders. Und allen Kritikern gegenüber auch sehr gesund.
Ich wollte nur nie, einen Menschen heranziehen mit dem gleichen Schaden wie ich!
Könntet ihr mir bitte heute sagen, dass es absolut normal ist, dass ein 30 Monatiges Kind nicht gerne Gemüse isst. Dass das dann schon noch kommt. Dass ein Vorbild in der Familie genügt. Dass mein Sohn nicht den gleichen Schaden wie ich bekommen wird?!

Würdet ihr das bitte für mich tun?

DANKE
Eveline

...ähmm und wenn ihr meinen Mann seht, könntet ihr im dann einen festen Tschutt verabreichen? Schadenfreudige Chogg de! ;o)