Montag, 5. August 2013

Abfall Sünder!


Ich wohne in einem kleinen Dorf. In einigen Sachen sind wir top modern bei anderen Sachen sind wir ein bisschen, sagen wir es nett ausgedrückt, langsam!
So haben wir nun erst seit 2 Monaten einen öffentlichen Entsorgungsplatz.
Was alle Dörfer rund um uns herum schon seit vielen Jahren kennen, gab bei uns Anlass zu grossen Diskussionen, Abstimmungen und Meinungsverschiedenheiten.
Wir hatten maximal vier Mal im Jahr eine Papiersammlung!
Zum Kotzen...
Nach Geburtstagen, Festtagen oder anderen Festlichkeiten stapelte sich das Material bis an die Decke und jeder Kellerraum in unserem Dorf konnte mit einer Messiebude konkurrieren.

Alleine Alltagsverpackungen brachten mich nahe an einen Nervenzusammenbruch.
Voller Bewunderung bestaunte ich ammigs den IKEA Katalog und bewunderte die schönen weissen Boxen in wunderbar reinlichen Kellern.


Nach dem Umzug in unser Eigenheim wurden wir zu Recycling Touristen. Sprich, alles Mögliche trennten wir und entsorgten es in den dafür errichteten Stellen. Gemeinsam mit der Familie, Freunden und sogar Nachbarn fuhren wir unseren Müll an den richtigen Ort.

Entsorgen kostet Geld. Nichts ist mehr gratis. Gerade deshalb achte ich darauf, dass wir in gewisse Nachhaltigkeit investieren. Ich kaufe meinen Kindern nur ganz wenig Plastikramsch. Gebe Sachen, welche sie nicht mehr brauchen können an Freunde und meine Schwester weiter. Die Babybadewanne von meiner Freundin zum Beispiel hat schon zig Kinder sauber gekriegt! Waschmittel kaufe ich am liebsten zum wieder auffüllen. Verpackung welche ich nicht gebrauchen kann gebe ich im Laden gleich wieder ab. Plastiktaschen bringe ich von zu Hause mit und benütze sie bis sie auseinanderfallen. Mein Vater hatte viele Raritäten. Vieles davon, nicht alles, für uns Frauen unbedeutend. Nach seinem Tod haben wir alle seine emotionale Schätze, eine ganze Lagerhalle voller Material, auf Ricardo verkauft. Jedes Stück hat einen neuen Besitzer gefunden. Meine Mutter und ich hatte fast ein halbes Jahr daran. Als AntikLadys haben wir uns bei Ricardo einen Namen gemacht! Am Tag, als wir die Schlüssel der Halle abgaben, hatte aller Abfall der noch übrig war in einem Müllsack Platz. Wenn wir etwas Sorge zu unseren Produkten geben, dann können viele Menschen daran Freude haben. Dies über viele Jahre. Jahrzehnte sogar...


Und doch, irgendetwas läuft falsch 2013. Da geben sie uns den kleinen Finger und wir dummen Menschen nehmen die ganze Hand.
Das erst Augustwochenende beschert unserem Haushalt unüblich viel grüne Flaschen. Der schweizerische Nationalfeiertag, gerade wenn er so mit wunderbarem Wetter daher kommt wie heuer, macht durstig. Also fahre ich mit meinen Jungs, den Bus voll mit klirrenden Bierfläschli und Papier, runter auf unseren neuen Entsorgungsplatz. Sie sollen lernen wo was entsorgt wird!
Doch was sehe ich dort?! Zwischen der Grünmulde und der Bauschuttmulde türmt sich der Abfall. Leere Riesenwaschmittelflaschen (ich glaube solche gibt es hier gar nicht zu kaufen), ein Liegestuhl, eine zerbrochene Plastikhecke und ein Wäschekorb. Alles nicht mehr ganz. Alles gedacht um zu entsorgen. Hingestellt und vergessen. Ein Anderen wird es schon erledigen. 


Was mich daran aufregt ist das Wissen, dass alle Menschen um mich das nicht so machen. Ich kenne persönlich keine Abfallsünder.

Also wer bitte ist dieses Arschloch von Egliswil?!

Ich verstehe nicht, warum Menschen Müll versuchen heimlich zu entsorgen. Es einfach irgendwo hinzuschmeissen ist nicht richtig. Es mag sein, dass wir in unserem Dorf noch nicht am recyclingfreundlichsten Ort wohnen, ABER der gesamte Scheiss einfach auf den neuen Platz zu stellen ist einfach eine Schweinerei.
Genau wegen solchen Menschen verrecken unsere Kühe auf den Weiden. Unsere Wälder sehen furchtbar aus und jede normale Bus oder SBB Haltestelle erregt in mir ein Ekelgefühl. Jeder öffentliche Spielplatz, Schulhausplatz gleicht einer ausser Kontrolle gewordenen Party. Flaschen und Scherben machen ein Benützen schier unmöglich. Doch das ist alles öffentlicher Grund.
Liebe Chlämmerlisack-Leser. Bitte habt den Mut, wenn ihr solche Sachen seht. Mischt euch ein. Sagt etwas. Es ist unser Zuhause. Wir müssen Sorge dazu tragen. Und bitte erzieht eure Kinder zu Menschen mit „Füddle“. Und wenn sie die Einzigen sind, die ihren Abfall mit nach Hause bringen.

Ich habe einen neuen Freund. Der neue Freund meiner Freundin. Toller Kerl. Bis jetzt. Ich hoffe er bleibt so nett.
Ich nenne ihn liebevoll „Hützer“ Er hasst es...mir egal... ;o)
Der gute Mann verdient sein Geld mit Recycling. 
Recycling das ist ein Geschäft. Ein Gutes! 
Wir müssen den Abfall nur zu diesen Menschen bringen.... irgend jemand weiss etwas damit anzufangen!

Es Grüsst Euch,
Eve

P.S.: Und wenn wir gerade dabei sind. An alle Raucher. Ich habe nichts gegen euch. Bin kein Gegner, aber wäre es möglich in einer Badi die Stummel nicht in den Rasen zu schmeissen? Mein zweites Wunder versucht krampfhaft alle zu essen!
Merci ;o)

Montag, 17. Juni 2013

Wer lesen kann ist im Vorteil...denkste!!


Ich mag mich gut daran erinnern wie ich so da lag. Frisch entbunden worden von meinem Sohn und eine Stinkwut im Bauch auf meine Freundin.
Nichts aber gar nichts hat sie erzählt.
Was da alles auf mich zukommen würde.
Vor allem gefühlstechnisch!!

Dies wurde mir heute wieder einmal aufs Neue klar.

Wir walken durch unseren Bezirk. Schritt für Schritt einem neuen Lebensgefühl entgegen. Um halb acht zwängen wir uns aus den Federn. Jeden Sonntag. Bei jedem Wetter! 3 Mütter. Allesamt gute Schläfer zu Hause. Inklusive Männer. Niemand zwingt uns. Weiss nur der Teufel, warum mein Ranzen das nicht schätzt und endlich kleiner wird! Mehr als 3 Jahre Training ignoriert er nun bereits erfolgreich.

Während diesen 2 Stunden und unzählig gelaufenen Schritte diskutieren wir alles. Wir weinen, reden, besprechen und motivieren uns. Manchmal streiten wir uns, aber noch öfter lachen wir auch, bis die Bäuche zittern....

Nichts scheint dieser Freundschaft etwas anhaben zu können. Hier im Wald schweisst es uns zusammen. Macht drei total verschiedenen Frauen zu Verbündeten. Freundinnen halt.

Jede von uns hat Kinder. Unsere Quote scheint 3,2,1 zu sein. Geschehen nicht Wunder denke ich, sie bleibt so.

Als wir an diesem traumhaften Sonntag Morgen also den Eichberg bezwungen haben und wir uns dem Abstieg nähern, haben wir ausgeredet. Jobpläne sind geschmiedet. Die fehlenden Entwicklungen der Kinder werden positiv geredet. Die neusten Familiensorgen ausdiskutiert und ein Frauen Nachtessen geplant. (Der Bauch brauch ja Futter bei dem vielen Sport, hihi..)
Dann kommen wir in Fahrt. Wir stellen Theorien auf. Wir meinen, mit einer weiteren Schwangerschaft und Geburt könnte FRAU Vorhergegangenes eventuell optimieren. Richtig machen. Spass daran haben. Aus Fehlern lernen.
Mit jedem Kind könnte es einfacher werden...!
Noch während dem Laufen merke ich, dass das alles Humbug ist.
Besser machen? Optimieren. Ich lache laut auf.
Ich selber habe es nicht geschafft.
Jedes Mal, wenn ich mich darauf konzentriere, wie es beim ersten Kind gewesen ist und das beim zweiten auch so umsetzen möchte, macht mir der kleine Mann einen Strich durch die Rechnung. Alles ist neu, halt anders. Und langsam denke ich, es wird so bleiben. Mein Leben lang.

Mein Gott. Ist das Logbuch für werdende Mütter nicht einfach grausam schlecht geführt? Auf nichts aber gar nichts wirst du aufmerksam gemacht.

Ein kleiner Vergleich?
Okay.

Ich besitze einen VW Bus. Wunderschönes Teil. Geräumig.
Für die kommenden Ferien wollte ich die Sitzpositionen ändern.
Platz schaffen.
Gewaltige Ideen hatte ich im Kopf.
In etwa so, wie sich eine Schwangere gewisse Sachen nach der Geburt vorstellt.
Tolles Kopfkino.
Oft sehr romantisch und gut überlegt.

Zurück zum Bus.
Die Sitzbank nach vorne. Ein einzelner Sitz nach hinten.
Soweit mein Plan.
Schnell wurde mir beim Begutachten der dafür vorgesehenen Schienen klar, irgendwie geht das nicht.
Entnervt hebe ich den bestimmt gut 30 Kilo schweren Einzelsitz aus dem Auto.
Wer verdammt ist bei VW für die Sitzplatzanordnung zuständig.
Sicher ein Mann...
Ich schaue einmal von links dann rechts.
Kein hilfsbereiter Mensch in unmittelbarer Nähe.
Mit Weinen komme ich somit nicht weiter.
Also richte ich ladylike meine Kleidung, fluche einmal so richtig feste und krame etwas genervt die „Betriebsanleitung“ heraus.
Ich zitiere, Seite 83: Einzelsitze niemals hinter der Dreier Sitzbank einbauen.
Scheisse denke ich, bei den Franzosen geht das doch auch!
Aber das Problem ist gelöst.
Wer lesen kann, ist im Vorteil.

Und nun der Vergleich:

Donnerstag ist bei uns Spielgruppentag. Ich bin gerne pünktlich. Vorbereitet.
Das alles bereitet mir eigentlich auch mit zwei Kindern keine grosse Mühe.
Rechtzeitig wecke ich die Buben. Dann wird gefrühstückt, Zähne geputzt und schon bald sind wir abfahrtbereit. Ganz normaler Ablauf.

Doch beinahe an jedem zweiten Donnerstag Morgen kurz vor Abfahrt, entscheidet sich unser zweites Wunder, seine gesamte und mühsam getrunkene Milch auszuspucken. Auch auf mich. Zeitmanagement passt noch. Also mit 2/3 rauf und in neue Kleider. Mein perfektes Hausfrauenbild gerät langsam in Schieflage. Sicher schauen wir auch in der zweiten Kleidergarnitur akzeptabel aus… aber es ist halt nicht wie geplant.
Dann wieder runter. Frühstücktisch aufräumen. Alle Kinder runter. Schuhe anziehen. Wieder hochspringen da wir etwas vergessen haben. Nicht die Nerven verlieren, weil wir noch nachschauen müssen, ob echt der Postbote schon gekommen ist und der grosse Mann natürlich selber aufschliessen möchte. Wenn wir jetzt abfahren, denke ich im Stillen, dann sind wir noch immer supergenial pünktlich bei den Ersten...
Ich setze mich selber unter Druck. Niemand verlangt bei den Ersten zu sein. Ich bin mir dessen bewusst.
Dann hebe ich den kleinen Mann in den Maxi Cosi. Irgendwie, fragt mich nicht wieso, hebt man automatisch Babys immer an der eigenen Nase vorbei. Ist euch das auch schon einmal aufgefallen. Mütter riechen immer an den Windelpopos der eigenen Kindern.
So während dem Anheben denke ich nein...!!
Jetzt hat der auch noch die Windeln vollgedonnert.
Heilige Scheisse...
Also hoch. Es kommt zum erneuten Kleiderwechsel. Entnervt ziehe ich das, was halt so kommt zum Kleiderkasten heraus.

Wir kommen auf die Minute genau in der Spielgruppe an.
Nein, nicht zu spät.
Aber ich fühle mich nicht gut.
Habe meine Erwartungen hoch angesetzt und konnte sie nicht einhalten.

Keinem Mensch fällt auf, dass wir „zu spät“ sind.
Wenn ich ehrlich zu mir bin, weiss ich, dass es wohl allen so ergangen ist heute Morgen...

Wenn das mit den Kindern nur so einfach wäre wie bei meinem VW Bus. Wir lesen und lesen. Wir setzen uns unter Druck. Abertausende richtige Antworten. Jeder hat noch einen Tipp. An gewissen Tagen überrollen uns Selbstzweifel, Vorwürfe, Angst und Schrecken mit einander. Manchmal habe ich das Gefühl, am Abend sei nur noch meine Hülle da. Der Rest sei ausgesaugt und liege irgendwo...unauffindbar. Ausgespuckt ;o)

Versteht mich nicht falsch. Meine Tage sind wundervoll. Doch auch wunderbare Tage fordern dich. Immerzu diese verdammt Angst. Mache ich es recht. Geht es ihnen gut?!

Simis und mein Vorschlag ist für den Arsch. Silvia könnte noch gut 5 weiter Kinder bekommen. Irgendetwas würde immer sein. Aber wir werden auch das ausdiskutieren. Nächsten Sonntag um halb Acht.

Hebeds Guet,
Eve







Donnerstag, 23. Mai 2013

Dutti


Ich bin ein klassisches Migroskind.
Meine Mutter hat in keinem anderen Laden eingekauft.
Ich bin sozusagen mit Duttis Produkten gross geworden.

Seit ich einen eigenen Haushalt habe, führe ich diese Tradition weiter.
Nicht ganz so streng wie meine Mutter, aber weiter.
Im Gegensatz zu meiner Mutter vergleichen wir Preise, schauen auf Aktionen, profitieren von Online Shops und berücksichtigen für vergessen Gegangenes auch mal den ortsansässigen Laden.
Das hätte mein Mami nie gemacht. Diesen überteuerten Krämerladen mit dem schlechten Gemüse besuchte sie nicht einmal, als sie noch über kein Auto verfügte und der Bus noch sehr selten in die nächste Stadt fuhr.
(Anmerkung: Er fährt noch nicht wirklich kundenfreundlicher als noch vor 20 Jahren)

Als ich ein Kind war, kam einmal in der Woche der Migroswagen zu uns ins Dorf. Für mich eine wahnsinnig faszinierende Sache. Unglaublich, was es dort alles zu kaufen gab. Ich mag mich noch gut an den Klang der ausfahrenden Treppchen erinnern. Meine Schwester und ich stürmten jeweils den Bus mit voller Vorfreude. Speziell das Eisfach hat mich immer sehr fasziniert. Später wurde meine Mutter eine gute Kundin von der Familie Vollenweider. Diese führt seit Jahren im Nachbardorf einen Migros Partner. Das ist eine Migros, die auch noch Fremdprodukte verkaufen darf. Ich glaube aber, so ein Produkt wurde dort von uns noch nie eingekauft. Der Laden war munzig. Die unmöglichsten Produkte lagen nebeneinander im Regal. Auch Frischprodukte hatte es. Alles, was in diesem Migros nicht lagerbar war, konnte die gute Geschäftsfrau organisieren. Bis heute sind wir dieser Familie treu geblieben. Auch wenn die Schlange an der Kasse in der „neuen“, grösseren Migros durch die gesamte Kosmetikabteilung führt und du gemütlich beim Anstehen noch die Haushaltabteilung begutachten kannst, stets wirst du freundlich und sehr zuvorkommend bedient!

Dann, etwas später wurden wir mobil. Meine Mutter hatte sich ein eigenes Auto gekauft.
Darauf legt sie übrigens bis heute grossen Wert. Sie hat es selber bezahlt!!
Mit dem ersten eigen verdienten Geld und einem „Zustupf von Moma“.
Kleinere Besorgungen wurden immer noch in Seon gemacht. Für den Grosseinkauf fuhr sie jedoch einmal die Woche nach Buchs ins MMM.

Ich habe es geliebt! Es war der schönste und tollste Laden weit und breit. Manchmal hat meine Mutter etwas Zeit gestohlen, fragt mich nicht wie, und ist mit uns Kinder ins Restaurant. Zu dieser Zeit waren Wintergärten noch nicht soo bekannt. Doch das ganze Dach von der Migros Buchs war verglast. Vögel hausten im urwaldähnlichen Wald. Dazwischen hatte es metallene Bänke und Tische. Es war traumhaft. Das Geschirr konntest du auf so ein Karussell stellen und wenn du genug Geduld hattest, konntest du deinen verschmutzten Teller mehrmals begutachten. Dort oben hatte es damals einen kleinen M-Electronics. Es wurden nämlich auch alle elektronischen Geräte konsequent im Migros eingekauft.
Und glaubt mir, davon hatte es bei uns einige!
Was das anbelangt waren wir immer sehr IN..

Ja, ich darf behaupten, ich bin ein Migros Kind.

Ich kenne die Damen vom Empfang. Das geniale Team beim Käse. Ich kenne Frau Lüscher von der Wurstabteilung. Okay, ich gebe es zu, ich liebe Frau Lüscher. Ich schaue den Bäckern seit Jahren mit viel Freude über die Schulter. Gewisse Frauen die die Regale auffüllen sind schon dort so lange ich mich zurück erinnern kann. Gerade in der Kosmetikabteilung wurde mir heute wieder geholfen von so einer Frau. Auch an den Kassen, nur bekannte Gesichter. Ich mag es, wenn an Festtagen der „Chef“ beim Eingang steht. Das sind alles Sachen welche mir auffallen und mir an meiner Migros so gefallen. Ein grossartiger Job machen diese Menschen aus meiner Sicht.

Jeder der „meine Migros“ kritisierte, schaute ich entgeistert an. Denn ich persönlich bin noch nie unfreundlich bedient worden..

..bis letzten Monat!!

Aber was mir da im M-Electronics unten passiert ist grenzt eh an alles.
Wenn das der Dutti wüsste..

Mein Mann hatte online einem Laptop gesehen. Nachdem er sich nun bei meinem kleinem M-Budget-Laptop beinahe die Augen ruiniert hat, fanden wir, es sei an der Zeit für eine neue Anschaffung.
Wir schlichen durch die Regale, schauten uns um, doch der online Gesehene war nicht ausgestellt. Wir suchten Verkaufspersonal. Das junge, kaugummikauende, sehr unmotivierte Menschlein, das WIR ansprechen sagte in einem sehr unfreundlichem Ton: „Es hät nor, was es hät.“

Ahhhrgghh...!!

Jetzt mal für alle, die im Verkauf arbeiten Klartext. Dieser Spruch ist veraltet, saufrech und sehr deplatziert bei Kunden, die sich vorgängig informiert haben.

Darum..

Ich: Sind sie sicher?
Sie: Ja!
Ich: Wollen wir wetten?
Sie: Bin mir nicht sicher..
AHA!

Als sie dann auch noch genervt reagiert, reisst mir der Geduldsfaden und ich sage zu ihr:
Na dann bringen sie mir halt ein Verkaufspersonal das Bescheid weiss...!!

Eine weitere Dame gesellt sich zu mir und meinem Mann. Dieser darf dann der Frau erklären, wie man auf die Homepage von M-Electronic geht und sie den gewünschten Laptop gemeinsam finden.

Lotto..es gibt ihn!!

Jetzt braucht sie nur noch die Artikelnummer. Gefühlte 2 Stunden später haben mein Mann und sie (kein Witz) im PC auch diese gefunden. Es hat 2 der gewünschten Kistli an Lager. Fasziniert stellt die Verkäuferin fest, dass sie tatsächlich Aktion sind. Das sogar schon mehrere Tage...

Ob sich echt im Lager noch andere vergünstigte Produkte treffen, die sich dort sicher gut verkaufen, frage ich mich?!

Dann möchte die Verkäuferin Ro doch noch bedienen. Elan kommt in das Verkaufsgespräch. Irgendwie hat sie den Faden von der letzten Verkaufsschulung wieder gefunden. Sie erklärt ihm anhand des Produktbeschrieb, um was es genau geht. Es sei ein ganz schöner Laptop, meint sie. Ultraflach., und dann möchte sie uns den ganzen Beschrieb erklären. Ich verfalle ab der Aussage, es sei ein schöner Laptop in einen hysterischen Lachanfall, welcher mein Mann nur unterbrechen kann indem er der Frau erklärt er könne lesen....ER wisse Bescheid.


Ro ist nach dieser Tortur sichtlich gezeichnet.

Als ich die Verkäuferin dann noch freundlich frage, wo ich „echt“ die Zwillingsnadel zur MIGROS Nähmaschine erhalte und mich diese entgeistert anschaut und fragt:

Zwilling?!...

...höre ich meinen Mann gepresst ausatmen. 15 gemeinsame Jahre haben ihn geprägt und ich sehe ihm deutlich an, dass er sich überall hin wünscht, nur möchte er just in diesem M-Electronics nicht mit mir sein. Ich höre wie er zu mir sagt:

Nicht jetzt Eveline, bitte nicht jetzt, wir haben doch den Laptop, lass uns nach Hause gehen. Lass gut sein...ich mag nicht mehr… bitte....

und ich ihn anpfurre und sage: NEIN so nicht, ich will bedient werden....
Das ist mein verdammtes Recht. Ich bin gute Kundin hier....

..und beinahe überbeisse und etwas agressiv:
„ZWILLING JA“ schreie....

In weiteren 15 Minuten muss ich einer nicht informierten Verkäuferin erklären, dass sie zur hauseigenen Nähmaschine auch Zubehör verkaufen. Sie meint, ich sei die erste, welche nach diesem Zubehör fragt. Ich weiss, dass das nicht stimmt, was ich ihr wiederum natürlich nicht vorenthalte. Ebenfalls erkläre ich ihr, dass es unmöglich meinen Job sei, zuerst den Laptop und dann auch noch das Nähzubehör zu suchen. In ihrem PC. Es sei ihre Aufgabe darüber Bescheid zu wissen. Sie müsse sich über ihre Produkte informieren, oder dann halt wissen wo es zu suchen sei!!

Sie hört mir nicht zu...

Jäno..

Zwischendurch bedaure ich, dass ich nicht einfach die Bernina Nähmaschine gekauft habe. Die wissen dort bestimmt, von was ich Nähanfängerin spreche...

10 Tage später kann ich die Nadeln abholen. Ich habe sicherheitshalber zwei Stück gekauft.

Um weitere 5 Tage später zu merken, dass ich die Zwillingsnadel für Jerseystoff benötigt hätte.....

Sorry, aber ich gehe nie wieder. Bestelle mir den Plunder neu online ins Haus.
Ich glaube, das ist auch die Strategie von der Migros. Unmöglich können sie so tolles Personal in ihren Läden haben und solch unmögliches im Elektronikbereich.... Ich glaube die wollen gar nichts verkaufen...

Wollen wir wetten? 
;o)
Es Grüsst euch herzlich,
Eveline






Montag, 6. Mai 2013

Raichle reich!


Letzten Monat war ich wieder einmal in der grossen Stadt.
Ich hatte mich auf ein Znacht mit zwei wunderbaren Menschen verabredet.
Vorgängig wollte ich mit einer guten Freundin ein bisschen einkaufen.

Kleider kaufen mit Zeitdruck ist mir ein Greuel.
Hier finde ich ja nichts gescheites und da ich mit zwei kleinen Kindern nie mehr alleine unterwegs bin, musste daher so ein Kinderfreier Einkaufstag her!
Daher der Trip in die grosse Stadt.

Ich hätte lieber in der Zeit etwas alkoholisches getrunken. Gibt ja ein, zwei schöne Plätze in Zürich, wo man dies gemütlich tun könnte.
Aber nein.
Kleider braucht die Frau!


Eine grausame Aufgabe. Ich hasse es.
In einem Laden sind wir sagenhafte 20 Minuten angestanden.
Vollbepackt wie ein Maulesel stehe ich in einer Schlange, wie sie nur noch aus DDR Zeiten bekannt ist und hoffe sehnsüchtig auf etwas wie ein positives Einkaufsende.


Die grell leuchtenden Spotlampen scheinen dir auf den Körper und machen jeder spanischen Sonne im Hochsommer Konkurrenz.
Anscheinend hat es die hier bekannte LED Technik noch nicht ganz auf Zürich geschafft!
Mir wird langsam heiss und heisser. Ein Ende der Schlange ist trotzdem noch nicht in Sicht.
Endlich, ich passiere die Kabinenkontrolle. Logischerweise hat das Landei zu viele Kleiderstücke dabei. Ich habe eine munzige Handtasche dabei. Entnervt erkläre ich einem spindeldürren Kind, dass ich unmöglich etwas klauen kann. Jedes weitere Kleidungsstück an mir fällt auf und ich würde mit nur einer Lage mehr sofort an einem Hitzeschock sterben.
Sie schaut mich etwas entgeistert an...
Langsam richtig gereizt dränge ich mich in eine schmudlige und enge Umziehkabine, die wiederum grell beleuchtet ist.
Dankbar ziehe ich meinen Mantel ab, hänge die Tonne Kleider, welche über meinen halb abgestorbenen Arm baumelt an einen Hacken und massiere meinen schlecht durchbluteten Unterarm.
Ich bin schweissnass.
Langsam mache ich mich ans Anprobieren.

Richtig angepisst bin ich aber erst, als mir von den 8 ausgesuchten (!!) Kleiderstücken gerade 1 (!!!!) einziges wirklich passt.
Verdammt, warum können die die Kleider nicht mit der richtigen, fairen Kleidergrösse belabeln?

Etwas emotional denke ich an die Zeit zurück, wo mir noch fast alles gepasst hat und mir die Kleider inklusive Getränk in die Kabine geliefert wurden.
Damals hat aber auch eine Jeans so viel gekostet wie der ganze Ausflug nach Zürich an diesem Samstagnachmittag!!!

Also anderer Laden, neues Glück.
Es läuft besser. Deutlich weniger Gedränge vor den Kabinen und tatsächlich ein, zwei Sachen die sogar an mir toll aussehen.
Meine Stimmung steigt.
Auch werden meine Freundin und ich in diesem Laden von dem wohl nettesten Mann ergänzt.
Meine Stimmung steigt noch mehr!

Dann will meine Kollegin noch in “the House of Brands“.
Ich: wohin?!
Sie: In den Jelmoli, du Landei.
In die Sportabteilung dort.
Ich beginne zu nörzen..
Was soll ich dort machen?!
Ich stehe nicht wie sie auf hunderfränkige Flatterhöschen zum Turnen. Da ich schlicht keinen Sport mache, wo es solch Flatterhöschen benötigt.
Aber nicht so sie…
Also nichts wie los. Erobern wir halt noch den Sportabteil.
Mir hätte ja die Haushaltsecke mehr Spass gemacht.
Dachte ich.

Aber was hat es in der Sportabteilung?
Was he?
Richtig!
Schuhe.
Es hat Turnschuhe.
Viele bunte Schuhe.
Ich flippe ein wenig aus.

Wir probieren einige an, die anderen streicheln wir nur uns stellen sie wieder zurück.
Dann sehe ich ihn.
Einen Wanderschuh.
Pink.
So einen, wie ihn der Herr Hartmann im Schweizer Fernsehen immer trägt.
So einen wie ich ihn immer schon wollte.
Ich bin verliebt.

Schuhe sind für mich Seelenbalsam. Auch wenn ich seit der 2ten Schwangerschaft um 3 sagenhaft grössere Grössen trage, bin ich mit meinen Füssen doch so ziemlich im Frieden.
Klar „reuen“ mich die vielen schönen Tretdinger welche mir nicht mehr gehen. Aber im Gegensatz zu meinen Kleidern bin ich mir zu jeder Sekunde bewusst, dass ich sie ohne Probleme ersetzten kann.
Ich ziehe sie an und wir harmonieren.
Nichts zippt, ist eng oder schmerzt.
Das war schon immer so.
Ich liebe Schuhe.
Schuhe finde ich immer.

Noch im Jelmoli sende ich meinem Mann per SMS ein Foto.
Kommentarlos und nur mit dem Preis.
Er schreibt zurück: KAUFEN!
Ich denke mir: Der hat Nerven...bei meinem 20%-Pensum...



Ich habe Zürich an diesem Abend ohne Wanderschuhe verlassen.
Trotzdem rundum glücklich.


Doch zu Hause habe ich allen von diesem Schuh erzählt.
Wie schön er sei..

Vor 14 Tagen hatten wir an einem Samstag nur den kleinen Mann bei uns.
Der Grosse war beim Grosi.
So konnten wir in den Sportladen im Nachbardorf.
Der Mann suchte einen neuen Turnschuh.
Im Ladeneingang, Sicht nach vorne, was sehe ich dort?
Es leuchtet Pink.
Mein Wanderschuh.
Okay denke ich.
Der will wirklich zu mir.

Sie mussten ihn bestellen. Grösser als gedacht. Letzte Woche wurde er geliefert.
Er war zu klein.
Also noch eine Grösse grösser.
Kein Problem.
Ist ja ein Schuh...

Aber etwas muss ich erwähnen.
Ich bin mit diesem Schuh eventuell ein bisschen overdressed.
Ihn als simplen Wanderschuh zu bezeichnen ist nicht ganz fair.
Er ist der schönste Schuh weit und breit, und ich kann mit ihm locker grosse Bergtouren machen.
Ich mag mich vage erinnern gehört zu haben, wie die Verkäuferin etwas von Steigeisen zu mir gesagt hat.
Ich konnte ihr nicht genau zuhören, so verliebt war ich.
Taub sozusagen.
Nicht aufnahmefähig für andere Vorschläge, wie zum Beispiel braune, halbhohe Wanderschuhe.
Nein ich wollte diesen...

So kommt es, dass ich jetzt Raichle reich bin! Ich besitze ein neues paar Schuhe und ich habe Schulden bei meinem Mann. Sicher bis 2014...

.....und gell Simi, das mit der Gletscherwanderung machen wir....bald...Das mit den Steigeisen
Die Schuhe dazu habe ich jetzt ja ;o)

Liebe Grüsse,
Eveline





Dienstag, 23. April 2013

Bilder im Kopf


Letzte Woche war ich zu Besuch bei einer wunderbaren Frau. Diese hat soeben ein älteres Haus umgebaut. Ein Traum. Geplant bis ins Detail. Gefällt mir sehr gut.
Sie hat ziemlich genau meinen Stil getroffen!

Während des Rundgangs fällt mir etwas sofort auf. Die Bude ist leer. Im Wohnzimmer hat es ein Sofa, einen Fernseher an der Wand, einen quadratischen Esszimmertisch mit 8 Stühlen, eine Pflanze und zwei Skulpturen.
Das gleiche Bild in der Küche, im Gang, im Schlafzimmer und sogar im Bad.
Es hat nichts. Auf jeden Fall nichts, was rum steht.
Doch trotz allem fühle ich mich wohl...
Betritt man unser zu Hause ist es ebenso stilsicher umgebaut. Ebenso vollwertige Möblierung. Alles ist mit viel Liebe ausgesucht und geplant.

DOCH es gibt ihn, den Unterschied. Den klitzekleinen aber auffallend starken Unterschied.
Meine Bude lebt. Ist ein Abbild von mir. 33 Jahre Eveline.

Ich bin eigentlich kein grosser Sammler, aber ich liebe materielle Erinnerungen.
Viele Teile aus meiner Kindheit, dann alles Emotionale von meinem Mann. Nicht, dass er das in die Beziehung mitgebracht hätte, nein er doch nicht. Ich habe bei seiner Elternhausräumung vor 6 Jahren viel mit nach Hause genommen. Gerettet für die Nachwelt sozusagen.
Neu kommen noch zwei kleine Buben dazu.
Dann habe ich auch einfach so Sachen, welche sich über die Jahre so angehäuft haben.

Ich habe eine Küche. Bestens eingerichtet. Ich habe alles! Echt..
Ich habe Bastelmaterial,
Wir besitzen DVDs und eine riesige CD-Sammlung. Musikgeschichte sozusagen.
Ich besitze Bücher. Gebundene, dicke...!
Ich habe Altpapier welches auf dem Esstisch liegt,
Bundstifte, die irgendwie immer auf malende Kinderhände warten,
Nanos in Gläsern, obschon wir eigentlich keine Doppelten wollten,
Souveniers aus allen Ländern, in welchen ich war,
alle Geburts- und Dankenskarten,
wichtige Liebesbriefe von verflossenen und aktuellen Liebhabern,
alte Schulunterlagen von meinem ersten erlernten Beruf.
Unterlagen zu meinen Kindern.
Ich besitze Fotorahmen aller Art.
Neu kommt das ganze Nähzubehör dazu,
in Spielgruppen Gebasteltes.
Ich habe saisonales Dekorationsmaterial. Alleine meine Weihnachtssammlung umfasst 4 Kisten.
Tausende entladener Batterien, die sich im gleichen Glas befinden wie die Wiederaufladbaren.
Kleine ausgeschnittener Schnippsel mit Kochrezepten, die ich dann irgendwann nachkoche.
Ich habe Blumenvasen, auch faltbare.
Alte Swissair Nippes.
Ein paar wenige Plüschtiere,
Stoff, haufenweise Stoff,
Ordner,
abertausendfach haben wir Aufladekabel.
Irgendwo steht eine Schachten Zigaretten für den Notfall.
Ich finde ein Fläschen mit Oel für die Tischpflege.
Ich habe Alkohol. Solcher der in den Ferien herrlich schmeckt, aber hier komischerweise niemand trinkt...,
noch nicht gebügelte aber schon wieder auseinanderfallende „Chrällelibilder“,
ich habe Tupperware, Plastik ohne Ende,
und, und, und...

Und ich besitze Fotos.

Alle Menschen hier, die mich persönlich kennen, wissen was ich meine. Tausende Fotos. Ich liebe meine Fotoerinnerungen.
Ich schaue sie gerne an, und noch lieber zeige ich sie!
Ich habe Fotoalben, ich habe Festplatten zum Sichern und ich besitze eine Ablage in der Wolke.

Als Ende 2010 mein Laptop wegen eines Festplattenschadens kaputt ging, war mein Papi gerade ein Monat lang tot. Vieles an Fotomaterial war noch nicht gesichert. Das ist untypisch für mich. Eigentlich bin ich „a jour“!
Ich hatte den ersten Nervenzusammenbruch in meinem Leben.
Für mich war der Gedanke an die verloren gegangenen Bilder einfach zu viel in dieser Zeit!
Mein Partner konnte mich fast nicht auffangen.
Er konnte mir aber trotzdem helfen.
Schnellstmöglich war durch ihn unser PC bei einem Profi, der es möglich machte, meine Festplatte wieder herzustellen.

Ich behaupte nun mal, dass es bei uns nicht zugeramscht aussieht. Doch mein Wohnzimmer unterscheidet sich deutlich von der oben erwähnten. Ich habe einfach viel Zeug.
Plunder sagt mein Mann!

Ich habe meine Freundin natürlich gefragt, wo sie denn ihre Sachen habe. Welche Sachen hat sie mich gefragt. Na halt so das Zeug, meinte ich... (Plunder dachte ich ;))

Sie hat es ganz einfach nicht.
Hier einige Beispiele.
Das Altpapier wird nicht getrennt. Nach dem Lesen kommt es in den Abfall.
So liegen auf ihrem Küchentisch keine Stapel wie bei mir.
Sie kocht nicht.
Sie bastelt nicht.
Ich werte übrigens nicht, sie ist eine ganz tolle Frau und Mutter, nur halt anders als ich!
Ganz offensichtlich ist sie auch ordentlicher wie ich.

Mein Mann braucht solch emotionale Stücke übrigens auch nicht. Ihm ist das alles gar nicht wichtig. Für ihn zählen die Menschen.

Aber warum schreibe ich darüber.
Ich bin bei Facebook in einer Nähgruppe. Einem Mitglied dort ist vor 14 Tagen das Haus abgebrannt. Linda war eine Sammlerin. Hatte Freude an schönem Nähzubehör. Ich glaube, auch an anderen emotionalen Stücken.
Alles, was nicht verbrannt ist wurde vom Rauch oder durch die Löscharbeiten zerstört. Die ganze 5-köpfige Familie hat nur nochdas, was sie am Leibe trugen. Lindas Sammlung. Eine viele Jahre alte Stoffsammlung - kaputt!
Alles das Selbstgenähte, die vielen Arbeitsstunden.
Mein Alptraum.
Ihre Stoffleidenschaft ist vergleichbar mit meinem Fotowahn.
Alle Alben, die vielen Arbeitsstunden!

Alles zu verlieren....unvorstellbar!

Schnell war mir klar, hier muss ich helfen. Zu dritt haben wir, das sind unbekannte Frauen, eine Gruppe ins Leben gerufen. Über hundert Frauen haben sich online versammelt und tun Gutes! Sammeln Stoff und Nähzubehör. Handelten einen Deal aus mit dem Bernina Nähcenter in Thun. Ein absolut toller Geschäftsmann mit einem grossen Herzen unterstützt uns. Vieles soll für Linda eine Überraschung werden. Und ich, ich habe wieder einmal etwas gelernt. Unmögliches kann möglich werden. Das Leben geht weiter. Auch wenn wichtiges fehlen wird. Nichts ist so tragisch wie wenn Menschen gehen. Material bleibt Material...und wie singt dieser komische Sido grad aktuell: In einem schwarzen Fotoalbum bewahre ich alle diese Bilder im Kopf!

Vielleicht schmeisse ich am Mittwoch die Nanos in den Abfall...und zur Sicherheit habe ich gestern in einer Nachtaktion noch einmal alle elektronischen Fotos von 2004 bis heute auf DVD gebrannt. Hat jemand so einen feuersicheren Safe?!

Liebe Grüsse,
Eveline

Und ähmm, noch exklusiven Stoff auf dem Estrich? Spezielle Bänder, Spitzen etc.?! Keine Beziehung dazu? Eventuell noch Erbstücke von der Oma? Und ihr näht gar nicht? PRIMA! Ich wüsste da jemanden, der könnte es echt gut gebrauchen! Lindas verbrannten Schätze können wir nicht ersetzen aber wir können neues besorgen so dass sie schnellstmöglich wieder lachen kann!
DANKE!!!!








Samstag, 13. April 2013

Anne und Ich


Für diese Geschichte habe ich bereits zig Male angefangen.

Oft war ich so wütend über das Gesehene, dass ich unmöglich weiterschreiben konnte.
Wenn ich diese Geschichte erzählen könnte, so wie mir der Schnabel gewachsen ist und nicht aufschreiben müsste. Mei die würde gut!
Aber so strample ich mich noch einmal ab und versuche in kurzen Sätzen auf den Punkt zu kommen.
Ich hoffe, es gelingt mir...., denn es ist wichtig. Verdammt!


Ziemlich genau vor zwei Jahren, im Frühsommer 2011, bin ich mit dem elektrifizierten „Lavendel Traum“ zur Arbeit geradelt.
Auf dem Veloweg, den ich schon während meiner ganzen Oberstufenzeit gefahren bin, hat mich ein kleines Auto überholt.
Es war ein eher unauffälliges Auto. Höchst wahrscheinlich wäre es mir gar nicht aufgefallen, hätte es nicht höhe „Juch“ abbremsen müssen, da ein Traktor gemütlich ausfuhr. Auf der Hutablage hatte das unauffällige Auto eine Flagge. In einfachen Lettern stand dort „White Power“, inklusive das aus Filmen bekanntem Sujet!
Hier bei uns.
Nicht im bösen Ausland.
Der Autolenker schätzte ich auf Anfang 20.
Da ich mit meinem Flyer schneller fuhr als der Traktor, konnte ich mich, als mich das Auto zum zweiten Mal überholte, definitiv davon überzeugen, dass meine Augen nicht von akutem Augenkrebs befallen waren.

„Scheisse“, dachte ich.
Dieses Arschloch ist zwanzig.
Was muss bei dem falsch gelaufen sein?!
Kann es sein, dass mir etwas solches mit meinen Buben passiert?
Lasse ich dieses Gedankengut zu?
Was machst du als Familienmitglied, wenn dein Kind so etwas auf seine Hutablage im Auto legt?

Aktuell herrscht in der Schweiz eine grosse Unstimmigkeit.
Viele Schweizer nerven sich ob dem Verhalten schlecht integrierter Ausländer, auch mich stört dieses Verhalten oft.
Das aber mit rechtsradikalem Denken auszudrücken, oder sogar auszuleben, befremdet mich stark.

Mit etwa zwölf Jahren habe ich von meiner Mutter das Tagebuch von Anne Frank geschenkt bekommen.
Ich habe es verschlungen.
Die letzten einundzwanzig Jahre habe ich vieles von ihr und vieles rund um den zweiten Weltkrieg gelesen. Meine Sammlung wird immer grösser, mein Wissen auch.

Vor mehr als einem halben Jahrhundert ist dieser grosse Krieg zu Ende gegangen.
Was um himmels Willen bewegt ein heute zwanzigjähriger Mensch, diese Greueltaten zu verleugnen oder sogar schön zu reden?
Warum packt der sich so eine Flagge ins Auto?
Welchen Bildungsstatus muss er besitzen, um solches zu glauben?
Welchen Bildungsstatus besitzen seine Eltern, um solches zu tolerieren?
Was für Menschen sind das?

1994 hat das Stapferhaus in Lenzburg eine Ausstellung durchgeführt mit dem Namen „Anne Frank und Wir“
Meine Eltern haben sie gemeinsam mit mir besucht.
Wir haben nicht oft solche Ausflüge gemacht. Doch dieser hat sich in meinen Kopf festgebrannt wie sonst nichts anderes. Während einem Vortrag konnte ich, 14-jährig, die Ausstellung nicht nur mit den Augen erforschen, nein, ich hatte die einmalige Möglichkeit, Miep Gies zuzuhören. Miep war die Helferin, welche Anne und ihrer Familie beim Untertauchen geholfen hatte. Ohne Miep wäre das alles unmöglich gewesen. Sie war es auch, die das Tagebuch von Anne gerettet hatte, nachdem diese abgeführt worden war. Nur dank ihr wissen wir von Annes Geschichte aus derer Sicht.

Diese Ausstellung haben 100`000 Menschen besucht.

Die Eltern von diesem jungen Mann ganz offensichtlich nicht!
Auch keine Freunde von dieser Familie.

Denn eines sage ich euch:
In meinem Umfeld, komme was wolle, werde ich ein solches Verhalten nicht tolerieren!
Das ist keine Phase, aus der „man“ rauswächst.
Das ist kein Haschisch, welches „man“ ausprobiert..
Keine bösen Tattoos, welche nicht wieder weggehen.
Keine unmöglichen Kleider.

Nichts davon...
Dieser Mann ist auch nicht nett und hat einfach komische Ansichten...
NEIN!

In letzter Zeit nehmen die rassistischen Aktivitäten wieder zu. Aber nur weil der „Jugo“ mit dem fetten Benz, welchen du dir nie im Leben leisten würdest, und der mit Sicherheit seine Steuern niemals zahlt und trotzdem noch überall Unterstützungen erhält, dir auf den Senkel geht, kannst du dir doch unmöglich ein „White Power“ Fähnli ins Auto legen!

Das Verhalten von diesem Jungen Mann ist abscheulich und beängstigt mich sehr.
Es zu tolerieren oder versuchen zu erklären ist auch falsch.
Zu wissen, dass diese Meinung frei ausgelebt werden darf, finde ich nicht richtig.
Oft höre ich die entschuldigende Erklärung: „Weisch, de chonnt halt ned druus“!
Diese toleriere ich auch nicht.
Nie...
Verdammt, einige Menschen, die den zweiten Weltkrieg überlebt haben, leben noch.
Es ist passiert.
Es zu leugnen ist daneben und unerhört.
Es ist Geschichte.
Die Geschichte von unserem Kontinent.
Also bitte, bildet euch weiter, lest Bücher.
Nur so können wir dagegen kämpfen, dass es jemals wieder so weit kommt!

Ich habe diese Geschichte meinen engsten Vertrauten zum Probelesen gegeben.
Das habe ich vorher noch nie gemacht. Normalerweise besitze ich ein ziemlich gutes "Gspühri" ob ich das so schreiben kann...
Nicht bei diesem mir so wichtigen Thema.
Ich hatte ein ziemlich hartes Ende. Das habe ich auf anraten von meinem "Lektor" gestrichen. 
Wer es hören möchte darf gerne mit mir darüber reden!

Sodeli. Nun geht es mir besser.

Liebe Grüsse,
Eve

Dienstag, 9. April 2013

Supermom (!!) will 20 Grad


Eine alte Schulkollegin schreibt mir, sie sei bei der Vorbereitung für den Kindergeburtstag ihrer Tochter vor lauter Stress „hintertsi“ ab dem „Taburettli“ geflogen. Voll auf den Rücken. Ein, zwei Minuten sei sie so dagelegen und hätte dann mit Erstaunen festgestellt, dass sie noch lebe...
Da es niemandem aufgefallen sei (sie war alleine), sei sie halt wieder aufgestanden und hätte den Raum fertig geschmückt.

Mich machen Kindergeburtstage leicht nervös.
Also der Teil mit den Kindern.

So viel zum Thema Supermom!!!


Bis jetzt konnten wir alle, also die 3 die es so gab, draussen feiern. Das gefällt mir. So muss ich nur das WC zur Verfügung stellen und das war es dann. Dass das bis jetzt ein absoluter Glücksfall war ist mir sehr bewusst. Feiert unser grosses Wunder doch Anfangs Oktober seinen Geburtstag. Doch die letzten 4 Jahre war an diesem Tag immer schöner Sonnenschein und Temperaturen über 20 Grad. Wir feierten im engsten Familien- und Freundeskreis. Eine Gästeliste oder Anzahl erlaubter Kinder gab es bis jetzt noch nicht, da die Kinderschar überschaubar war. Einige Freundinnen von mir mit Kinder, einer aus dem Dorf, mein Göttibub. Das war es.

Wir haben immer viele Gäste und Tag der offenen Türe an unseren Geburtstagen.
Ich koche etwas, es gibt Unmengen an Süssem und Salzigem und ja, ich mag die Geschenke!
Doch viele Leute in meinem zu Hause mag ich eigentlich gar nicht.
Ein bizzeli ein Irrsinn ich weiss.
Viele Leute, das ist der Punkt, welcher mich nervös macht.
Nicht die Leute, sondern das was sie so machen, macht mich nervös!
Da habe ich unsere Freunde jahrelang „abgerichtet“. Sie wissen was ich mag und was ich weniger gerne mag.
Und nun kommen Kinder. Haufenweise Kinder.
Kinder wissen oft nicht was ich mag und was ich eben nicht so mag.
Noch nicht....

So habe ich mich am 2ten April dieses Jahres, an meinem so heiss geliebten Geburtstag, plötzlich auf einer Kinderparty wiedergefunden. Meiner Kinderparty sozusagen. In Mitten einer kleiner Kinderschar, die sich jedes Jahr und rasend schnell zu vermehren scheint.
Mit jedem Gast sind weitere Kinder eingetrudelt.

Obschon mir mein Partner wie jedes Jahr enorm geholfen hat und die Gäste toll bewirtet hat, war mir ein bizzeli unwohl. Ich hatte das Gefühl, ich müsse diese Kinderbande betreuen. Beaufsichtigen sozusagen. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass sie es wunderbar gemacht haben...
Ich mag es einfach nicht.
Basta.

So war mir um 16 Uhr stark nach Alkohol.
Kurz vor 17 Uhr hätte ich mir gewünscht, bei der Vorbereitung ab dem Taburettli geflogen zu sein.
Um 17 Uhr vertröstete ich kinderlose Freunde auf später...auch wenn sie extrem auf Mütter stehen… SORRY Reto!
17:30 Uhr überlegte ich mir wieder mit dem Rauchen zu beginnen. 3 Ruhige Minuten auf der Terrasse reizten mich
Ab 18 Uhr wurde es ruhiger.
Nach 19 Uhr tat dann der Alkohol seine Wirkung und ich war recht relaxt!
Pascal hat nicht laut geredet. (Insider, sorry) und beinahe alle anderen Kinder waren im Bett.

So habe ich kurz vor 2 Uhr in der Nacht die letzten Gäste verabschiedet und mich an die Arbeit gemacht. Kinderküche wieder schön aufräumen. Meine Küche in Ordnung bringen. Geschenke auspacken. Boden aufnehmen. Kuchen wegkratzen, Wände inspizieren, Geschirrspühler neu beladen und laufen lassen, allen SMS danken, auf dem Gesichtsbuch alle Glückwünsche lesen und noch ordentlich meinen Senf dazu abgeben, WC putzen....usw.
Während ich diese Arbeiten mache denke ich so: schön war er, der Geburtstag. Ich freue mich schon auf den nächsten…

Als ich am 3ten April etwas vor 7 Uhr geweckt werde merke ich, wie alt ich gestern geworden bin...


Fürs nächste Jahr wünsche ich mir einfach etwas.
20 Grad und viele Gäste....draussen!














Es Grüsst euch,
Eve