Montag, 5. August 2013

Abfall Sünder!


Ich wohne in einem kleinen Dorf. In einigen Sachen sind wir top modern bei anderen Sachen sind wir ein bisschen, sagen wir es nett ausgedrückt, langsam!
So haben wir nun erst seit 2 Monaten einen öffentlichen Entsorgungsplatz.
Was alle Dörfer rund um uns herum schon seit vielen Jahren kennen, gab bei uns Anlass zu grossen Diskussionen, Abstimmungen und Meinungsverschiedenheiten.
Wir hatten maximal vier Mal im Jahr eine Papiersammlung!
Zum Kotzen...
Nach Geburtstagen, Festtagen oder anderen Festlichkeiten stapelte sich das Material bis an die Decke und jeder Kellerraum in unserem Dorf konnte mit einer Messiebude konkurrieren.

Alleine Alltagsverpackungen brachten mich nahe an einen Nervenzusammenbruch.
Voller Bewunderung bestaunte ich ammigs den IKEA Katalog und bewunderte die schönen weissen Boxen in wunderbar reinlichen Kellern.


Nach dem Umzug in unser Eigenheim wurden wir zu Recycling Touristen. Sprich, alles Mögliche trennten wir und entsorgten es in den dafür errichteten Stellen. Gemeinsam mit der Familie, Freunden und sogar Nachbarn fuhren wir unseren Müll an den richtigen Ort.

Entsorgen kostet Geld. Nichts ist mehr gratis. Gerade deshalb achte ich darauf, dass wir in gewisse Nachhaltigkeit investieren. Ich kaufe meinen Kindern nur ganz wenig Plastikramsch. Gebe Sachen, welche sie nicht mehr brauchen können an Freunde und meine Schwester weiter. Die Babybadewanne von meiner Freundin zum Beispiel hat schon zig Kinder sauber gekriegt! Waschmittel kaufe ich am liebsten zum wieder auffüllen. Verpackung welche ich nicht gebrauchen kann gebe ich im Laden gleich wieder ab. Plastiktaschen bringe ich von zu Hause mit und benütze sie bis sie auseinanderfallen. Mein Vater hatte viele Raritäten. Vieles davon, nicht alles, für uns Frauen unbedeutend. Nach seinem Tod haben wir alle seine emotionale Schätze, eine ganze Lagerhalle voller Material, auf Ricardo verkauft. Jedes Stück hat einen neuen Besitzer gefunden. Meine Mutter und ich hatte fast ein halbes Jahr daran. Als AntikLadys haben wir uns bei Ricardo einen Namen gemacht! Am Tag, als wir die Schlüssel der Halle abgaben, hatte aller Abfall der noch übrig war in einem Müllsack Platz. Wenn wir etwas Sorge zu unseren Produkten geben, dann können viele Menschen daran Freude haben. Dies über viele Jahre. Jahrzehnte sogar...


Und doch, irgendetwas läuft falsch 2013. Da geben sie uns den kleinen Finger und wir dummen Menschen nehmen die ganze Hand.
Das erst Augustwochenende beschert unserem Haushalt unüblich viel grüne Flaschen. Der schweizerische Nationalfeiertag, gerade wenn er so mit wunderbarem Wetter daher kommt wie heuer, macht durstig. Also fahre ich mit meinen Jungs, den Bus voll mit klirrenden Bierfläschli und Papier, runter auf unseren neuen Entsorgungsplatz. Sie sollen lernen wo was entsorgt wird!
Doch was sehe ich dort?! Zwischen der Grünmulde und der Bauschuttmulde türmt sich der Abfall. Leere Riesenwaschmittelflaschen (ich glaube solche gibt es hier gar nicht zu kaufen), ein Liegestuhl, eine zerbrochene Plastikhecke und ein Wäschekorb. Alles nicht mehr ganz. Alles gedacht um zu entsorgen. Hingestellt und vergessen. Ein Anderen wird es schon erledigen. 


Was mich daran aufregt ist das Wissen, dass alle Menschen um mich das nicht so machen. Ich kenne persönlich keine Abfallsünder.

Also wer bitte ist dieses Arschloch von Egliswil?!

Ich verstehe nicht, warum Menschen Müll versuchen heimlich zu entsorgen. Es einfach irgendwo hinzuschmeissen ist nicht richtig. Es mag sein, dass wir in unserem Dorf noch nicht am recyclingfreundlichsten Ort wohnen, ABER der gesamte Scheiss einfach auf den neuen Platz zu stellen ist einfach eine Schweinerei.
Genau wegen solchen Menschen verrecken unsere Kühe auf den Weiden. Unsere Wälder sehen furchtbar aus und jede normale Bus oder SBB Haltestelle erregt in mir ein Ekelgefühl. Jeder öffentliche Spielplatz, Schulhausplatz gleicht einer ausser Kontrolle gewordenen Party. Flaschen und Scherben machen ein Benützen schier unmöglich. Doch das ist alles öffentlicher Grund.
Liebe Chlämmerlisack-Leser. Bitte habt den Mut, wenn ihr solche Sachen seht. Mischt euch ein. Sagt etwas. Es ist unser Zuhause. Wir müssen Sorge dazu tragen. Und bitte erzieht eure Kinder zu Menschen mit „Füddle“. Und wenn sie die Einzigen sind, die ihren Abfall mit nach Hause bringen.

Ich habe einen neuen Freund. Der neue Freund meiner Freundin. Toller Kerl. Bis jetzt. Ich hoffe er bleibt so nett.
Ich nenne ihn liebevoll „Hützer“ Er hasst es...mir egal... ;o)
Der gute Mann verdient sein Geld mit Recycling. 
Recycling das ist ein Geschäft. Ein Gutes! 
Wir müssen den Abfall nur zu diesen Menschen bringen.... irgend jemand weiss etwas damit anzufangen!

Es Grüsst Euch,
Eve

P.S.: Und wenn wir gerade dabei sind. An alle Raucher. Ich habe nichts gegen euch. Bin kein Gegner, aber wäre es möglich in einer Badi die Stummel nicht in den Rasen zu schmeissen? Mein zweites Wunder versucht krampfhaft alle zu essen!
Merci ;o)

Keine Kommentare:

Kommentar posten