Sonntag, 18. August 2013

Kinderlogik


Kennt ihr solche Tage. Tage an denen irgendwie nichts funktioniert. Nichts so geht wie es sollte.

Mein Sohn hat auch solche.
Ich bewundere ihn an solchen Tagen!

Während ich in solchen Momenten versuche mit erhobenem Haupt durch die Gegend zu stolzieren und als perfekte Frau/Mutter zu wirken. Der pochende Pickel auf der Stirn ignoriere. Die vergessene Wäsche in der Maschine erneut wasche, entnervt 5 Minuten vor Arbeitsbeginn noch Hemden bügle. Die am Abend zuvor im Bett geplante Diät in den ersten Minuten vom neuen Tag verwerfe. Meinem Mann kaputte Autofelgen beichte. Das zu spät ins Bett Gehen mit Kaffee versuche zu wett zu machen. Ich an heissen Tage entnervt Fenster putze, weil ich es mir schon seit Wochen vorgenommen habe und es nun wirklich gemacht werden muss und mir die Kinder jeden Tag neue Sorgen machen (muss man sich wirklich, angebunden aus Hochstühlen stürzen?!) löst mein grosser Sohn solche Problemtage auf seine Art.

Er macht das einzig richtige.

Er steht am Morgen auf und weint.

Weint stundenlang. Lauthals. Mit Tränen. Hysterisch. Dann hört er spontan auf, um mir etwas für ihn total wichtiges zu erzählen. Um geschätzte 3 Minuten später wieder los zu flennen.

Ich tröste, frage nach, nehme in den Arm, suche Lösungen.
Doch er möchte weinen...

Der Grund dazu ist weltbewegend. Ich, seine Rabenmutter, habe ihn um sieben Uhr morgens nicht die Treppe rauf begleitet! Und weil es nun ja schon gut halb zehn ist kann ich diesen fatalen Fehler ja auch nicht mehr korrigieren.
Und so weint er weiter. Zwischenzeitlich ergänzt ihn der kleine Bruder und er stimmt in einen ohrenbetäubenden Kanon ein.

Um zwölf Uhr mittags reisst sogar mir der Geduldsfaden. Ich stecke beide ins Bett. Ruhe. Unglaublich. Einfach nur Ruhe....

Ich nehme den von Tränen nassen Boden auf. Noch praktisch, brauche gar kein Wasser.....und überlege mir mich kurz hinzusetzen und einfach ein bisschen zu weinen....?!

Liebe Grüsse,
Eve

Montag, 12. August 2013

Hallo Zusammen.

Für alle die welche einen Facebook Account besitzen. Unter https://www.facebook.com/Chlammerlisack hat mein Blog auch eine eigene Facebook Seite. 


Dort findest du weitere Informationen zu meinem Geschichten. 



Oft ergeben sich auch tolle Diskussionen und man hat die Möglichkeit mit mir Kontakt aufzunehmen.


Es freut mich sehr, wenn du mir auch hier hin folgst! 

Herzlich eure
Eve

Donnerstag, 8. August 2013

Sommer Spass


Schon mal mit Kinder in den Urlaub gefahren?
Ja, na dann werdet ihr euch in den nächsten Zeilen bestimmt wieder finden.

An alle Väter. Ich möchte euch nicht unrecht tun und es gibt bestimmt auch Ausnahmen, aber die Normalen unter euch, also all diejenigen die bis zum ersten Ferientag einer auswärtigen Arbeit nachgehen, sorry ihr habt keinen Plan.

Ich weiss es, lebe ich ja mit so einem Exemplar zusammen.

Die Ferienvorbereitung von meinem Mann ist mit Einpacken der Kreditkarte und seinem Pass getan. Mehr braucht es nicht. Meint er...!

Leider deckt sich seine Vorstellung nicht ganz mit meiner Arbeit und Planung.
Oder ich mache etwas total falsch...

Dieses Jahr haben wir Ende Juni unsere Ferien auf einem Zeltplatz verbracht. Gemeinsam mit der Familie von meiner Schwester. Zum ersten Mal 10 Tage lang. Aber nicht dass, wir uns falsch verstehen. Ich zelte nicht. Mag diese nächtlichen Spaziergänge mit dem WC Rölleli nicht. Auch habe ich gerne bequeme Betten. Erst recht, seit dem wir zu Hause auf ein Hüsler Näscht gewechselt haben. Wir werden halt älter, gell...

So beginnt für mich der Urlaub bestimmt schon Wochen vor Urlaubsbeginn und nicht erst 3 Minuten vor der Abfahrt wie bei meinem Mann!

Zuerst, lange bevor ich das Auto packe, muss ich nämlich alles waschen. So wasche ich kiloweise und Berge von Wäsche. Nie wird mir deutlicher klar wie viele Kleider wir haben. Denn ich wasche ALLES. Wenn ich weg fahre, möchte ich nirgends mehr Schmutzwäsche haben. Normalerweise liegt ja immer irgendwo etwas oder hängt noch was.
Wenn ich die Wäsche bekämpft habe mache ich das Haus sauber. Wenn ich retour komme möchte ich es blitzeblank vorfinden. Ich liebe dieses Gefühl in ein sauberes Daheim zu kommen. Ich beziehe die Betten neu, wechsle sämtliche Handtücher und schrubbe den Kühlschrank. Meine Schwester hatte sogar noch den Nerv alle Fenster zu putzen!! Dies hat sie mir natürlich sofort unter die Nase gerieben...
Dann erstelle ich Listen. Diese habe ich schon immer gemacht. Seit ich Kinder habe aber noch mehr. Ich notiere mir stichwortartig, auf zig A4 Blätter, was auf keinen Fall fehlen darf. Pflichtbewusst „höggle“ ich dann beim Packen alles ab. Ich habe noch nie etwas vergessen! Darauf bin ich sehr stolz. Mein Mann mit seiner Kreditkartentechnik versteht auch das nicht. Tagelang höre ich ihn murren...“Dann kaufen wir halt etwas...tun wir ja eh...!“

Also. Vor uns stehen zehn wundervolle Tage. Badeferien in Italien. Auf einem super tollem Campingplatz. Durch die Erfahrung der letzten 3 Jahre wusste ich, dass es sozusagen nichts braucht!! Campingferien sind genial.
Wie viel „Ware“ trotzdem zusammenkommt wird mir klar, als ich den VW Bus beladen möchte. Wir, ja bei dieser Arbeit hilft mir mein Mann, tragen alles runter in den Eingang. Dort sammeln wir alles. Fasziniert bestaune ich diesen Haufen. Muss das wirklich alles mit?!

Ich versuche euch diesen Haufen zu erklären. Damit ihr euch in etwa ein Bild machen könnt.

Es macht nichts, wenn Kleider schmutzig sind. Darum packe ich nur ganz wenige Kleider ein. Man zieht, wenn man dann einmal Kleider braucht, eh das erste an was man in dem Trailer auf beengtem Platz so findet. Unterhosen und Socken braucht es nicht. Oder nur ganz wenige. Eine für den Hinweg, Retourfahrt und Maximum eine für dazwischen. Ein Pulli und lange Hosen reichen. Diese ziehen wir auch nur an, wenn die Mücken ganz hartnäckig werden. (Anmerkung: Meine Schwester also immer!). Noch ein Pyjama und Badesachen, so war der kleidertechnische Plan. Ich habe mich daran gehalten und hatte rückwirkend trotzdem zu viel dabei. Das sei so üblich sagten mir andere Mütter mit längerer Kinderferienerfahrung!

Dann brauche ich meine Küchensachen. Klar. Ohne richtigem Brotmesser und einem anständigen Schweizer Rüstmesser fahre ich schon lange nicht mehr weg. Dann hatten wir Honig dabei. Kaffeepulver noch vom letzten Jahr. Etwas Zucker, Salz und Aromat. Ich esse Eier nur mit Glutamat. 
Bin eine echte Schweizerin. ;o)
Tee für Notfälle. Das Schoggipulver für den grossen Sohn. Nicht, dass es solches in Italien nicht zu kaufen gäbe aber nein, er trinkt konsequent nur die aus der Bart Simpson Büchse. Dann packte ich etliche Büchsen Milchpulver für unser kleines Wunder ein. Da er eine Milcheiweissallergie hat war das ein wichtiger Punkt. Ich rechnete und rechnete und packte zur Sicherheit nochmals 3 Reservebüchsen dazu. Sicher ist sicher.
Im neuen Kühlschrank, ja mein Auto hat einen solchen, packe ich alle Esswaren welche die nächsten 2 Wochen nicht überleben. Alles was ich so finde. Dazu extra gekauftes Grillgut, also Würstchen, weil ich die von unseren südlichen Freunden nicht so mag. Dann noch Sandwiches. Auch so ein Streitpunkt bei uns zu Hause. Mich glustet es ja unterwegs etwas zu essen. Ich finde, Sandwiches „läuten“ Ferien so richtig ein. Spätestens ab Emmen möchte ich ein feines Citterio-Salami-Brötchen. Mein Mann hat null Verständnis dafür. Für dieses in der Früh Aufstehen, Brötchen backen und dann schmieren. Er schläft lieber möglichst lange aus und kehrt dann unterwegs ein. Im Mövenpick Marché in Bellinzona Nord!! Bis dort bin verhungert und nörzig. Doch er hält an. In der, laut ihm besten Raststätte der Schweiz. Zückt seine Kreditkarte und bestellt das obligate Muffin und ein Gazosa dazu. Doch ich, ich möchte Citterio und kein überteuertes Muffin...

Ich habe dann übrigens dieses Jahr meine Sandwiches auch erst in Bellinzona gegessen. Auf dem Parkplatz. Man/Frau kommt nämlich unterwegs nur ganz schlecht an den Kühlschrank im Kofferraum...!!

Weiter im Text. Wir brauchen Frottee Sachen. Badtüchli und Strandtücher. Was fürs Gesicht. Die sind ja immer dreckig. Ich packe Isoliermatten ein. Ich brauche Geschirrtücher und Abwaschlümpen. Den Kinder nehme ich zum Schlafen die Sicherheitsdecken „Zewi“ mit. Uns ein Leintuch. Für die kalten Nächte eine Wolldecke. Etwas gegen die Sonne. Sonnencremes für jeden Hauttyp und auf jeden speziell abgestimmt. So ein kleines Strandzelt. Sonnenbrillen und Hüte für alle. Gesellschaftsspiele. Bücher. Für jedes Kind eine Handvoll Spielsachen.  Dann der Kinderwagen. Dieser ist ein weiterer Streitpunk. Der Mann meint, der Buggy sei ausreichend. Wir haben extra einen, der sich so ultraklein falten lässt. Doch ich möchte für unseren zu diesem Zeitpunkt noch nicht sitzenden Sohn das Maximum an Komfort. Also muss er mit. Der Kinderwagen...Mehrere Schoppenflaschen, ein Plastikteller und wieder auffüllbare Trinkflaschen kommen weiter in meine Haushaltskiste. Ich habe die Walking Stöcke und meine Schuhe dabei. Habe mir ja fest vorgenommen, täglich zu laufen. Antimückenkerzen, auch für die Romantik. Ein Gitter, wo man all den Plunder aufhängen kann. Der Grosse besteht auf sein Laufrad. Finde ich gut. Das Anhängerli dazu kann ich ihm ausreden. Eine ganze Faltbox voller Material ist unsere Reiseapotheke. Ich habe für jedes Bobo etwas dabei. Wäscheklammern, ich hasse es, Wäsche nur so über die Schnüre zu hängen. Nicht vergessen dürfen wir meinen Miniliegestuhl und für die Männer ihre Klappsessel. Ihr wisst schon, die mit der Vorrichtung für Büchsen. Wir haben viele Elektronikgeräte dabei. Wireless ist zwar nur beschränkt vorhanden und ich gönne mir 10 Tage sozusagen ohne Internet, ich spienzle nur beim Schwager ab und zu, doch wir wären für alle Notfälle gerüstet. Damit wir den Schweizer Würstchen auch richtig einheizen können, packe ich einen Grill dazu. Ich habe meine Kamera dabei, um all das Erlebte fotografisch für die Nachwelt zu erhalten.
Und dann, dann packe ich die „Badetasche“! Schwimmflügel, Gummiboote, Schwimmhilfen, Wasserspielzeug, Taucherbrillen, Gummitiere, Eimer, Schüfeli und Spritzkannen und einige von den in Internet Foren so viel diskutierte Wasserpistolen...eine unglaubliche IKEA Tasche voll mit Plastikzeugs.

Das wäre alles! Pflichtbewusst kontrolliere ich meine Listen.


10 Minuten später habe ich den Bus bereits 2 Mal be- und wieder entladen. Es hat unmöglich alles Platz. Ich möchte aus sicherheitstechnischen Gründen das Gepäck nicht höher beladen als die Sitze reichen. Die jährlich wiederkommenden und schaurigen Bilder bei Stern TV, wo Menschen von Walking Stöcken durchbohrt oder Sonnencreme Flaschen erschlagen werden haben sich tief in meinem Kopf verankert. Leider besitzen wir auch kein solches Netz und die ausziehbare Hutablage ist ja leider gut 30 Zentimeter zu klein. (Darüber schreibe ich noch extra eine Geschichte und schicke sie den zuständigen bei Volkswagen!! Taminonemol..)
Ich habe ja bereits erwähnt, dass in meinem Bus „nur“ der 3er Bank ist.. oder?! Ich habe also eine riesige Ladefläche ...habe ich.. oder?! ;o)
...doch egal wie ich es mache - es geht nicht. Mein Mann steht daneben und lacht. Ich merke wie sich die letzten Tage/Woche, zusammen mit der grossen Vorfreude auf Urlaub negativ auf meine Laune auswirken. Dunkle Gewitterwolken ziehen über meinem Haupt auf! Steht der freche Kerl doch tatsächlich dort. Fixfertig, relaxt und gestylt für die Abfahrt. Ich möchte ihn schlagen. Seine scheiss Kreditkarte am Arsch und den Pass griffbereit. Ich dagegen bin schweissgebadet und nervlich am Ende. Habe Urlaub dringend nötig. Ohne Kommentar zerre ich den Kinderwagen aus dem Kofferraum und nehme den Buggy. Ich ignoriere das siegesbewusste Grinsen von ihm und zische ihm beim Vorbeigehen zu: 
„Das nächste Jahr,  machst du es!“

Ich hatte für diesen Urlaub nur 4 Pläne.
Jeden Tag zu walken, Bücher zu lesen, Geschichten nieder zu schreiben und jede Menge Alkohol zu trinken.
Vielleicht verwundert es euch, aber ich habe mich irgendwie nur an Punkt 4 gehalten.


Herzliche Feriengrüsse,
Eveline




PS. Ich weiss, dass ich auch das nächste Mal packe... soviel wie mein Mann vergessen würde kann Mann/Frau gar nicht spontan einkaufen!! Auch nicht mit der goldigsten aller goldenen Kreditkarten ;o)




Montag, 5. August 2013

Abfall Sünder!


Ich wohne in einem kleinen Dorf. In einigen Sachen sind wir top modern bei anderen Sachen sind wir ein bisschen, sagen wir es nett ausgedrückt, langsam!
So haben wir nun erst seit 2 Monaten einen öffentlichen Entsorgungsplatz.
Was alle Dörfer rund um uns herum schon seit vielen Jahren kennen, gab bei uns Anlass zu grossen Diskussionen, Abstimmungen und Meinungsverschiedenheiten.
Wir hatten maximal vier Mal im Jahr eine Papiersammlung!
Zum Kotzen...
Nach Geburtstagen, Festtagen oder anderen Festlichkeiten stapelte sich das Material bis an die Decke und jeder Kellerraum in unserem Dorf konnte mit einer Messiebude konkurrieren.

Alleine Alltagsverpackungen brachten mich nahe an einen Nervenzusammenbruch.
Voller Bewunderung bestaunte ich ammigs den IKEA Katalog und bewunderte die schönen weissen Boxen in wunderbar reinlichen Kellern.


Nach dem Umzug in unser Eigenheim wurden wir zu Recycling Touristen. Sprich, alles Mögliche trennten wir und entsorgten es in den dafür errichteten Stellen. Gemeinsam mit der Familie, Freunden und sogar Nachbarn fuhren wir unseren Müll an den richtigen Ort.

Entsorgen kostet Geld. Nichts ist mehr gratis. Gerade deshalb achte ich darauf, dass wir in gewisse Nachhaltigkeit investieren. Ich kaufe meinen Kindern nur ganz wenig Plastikramsch. Gebe Sachen, welche sie nicht mehr brauchen können an Freunde und meine Schwester weiter. Die Babybadewanne von meiner Freundin zum Beispiel hat schon zig Kinder sauber gekriegt! Waschmittel kaufe ich am liebsten zum wieder auffüllen. Verpackung welche ich nicht gebrauchen kann gebe ich im Laden gleich wieder ab. Plastiktaschen bringe ich von zu Hause mit und benütze sie bis sie auseinanderfallen. Mein Vater hatte viele Raritäten. Vieles davon, nicht alles, für uns Frauen unbedeutend. Nach seinem Tod haben wir alle seine emotionale Schätze, eine ganze Lagerhalle voller Material, auf Ricardo verkauft. Jedes Stück hat einen neuen Besitzer gefunden. Meine Mutter und ich hatte fast ein halbes Jahr daran. Als AntikLadys haben wir uns bei Ricardo einen Namen gemacht! Am Tag, als wir die Schlüssel der Halle abgaben, hatte aller Abfall der noch übrig war in einem Müllsack Platz. Wenn wir etwas Sorge zu unseren Produkten geben, dann können viele Menschen daran Freude haben. Dies über viele Jahre. Jahrzehnte sogar...


Und doch, irgendetwas läuft falsch 2013. Da geben sie uns den kleinen Finger und wir dummen Menschen nehmen die ganze Hand.
Das erst Augustwochenende beschert unserem Haushalt unüblich viel grüne Flaschen. Der schweizerische Nationalfeiertag, gerade wenn er so mit wunderbarem Wetter daher kommt wie heuer, macht durstig. Also fahre ich mit meinen Jungs, den Bus voll mit klirrenden Bierfläschli und Papier, runter auf unseren neuen Entsorgungsplatz. Sie sollen lernen wo was entsorgt wird!
Doch was sehe ich dort?! Zwischen der Grünmulde und der Bauschuttmulde türmt sich der Abfall. Leere Riesenwaschmittelflaschen (ich glaube solche gibt es hier gar nicht zu kaufen), ein Liegestuhl, eine zerbrochene Plastikhecke und ein Wäschekorb. Alles nicht mehr ganz. Alles gedacht um zu entsorgen. Hingestellt und vergessen. Ein Anderen wird es schon erledigen. 


Was mich daran aufregt ist das Wissen, dass alle Menschen um mich das nicht so machen. Ich kenne persönlich keine Abfallsünder.

Also wer bitte ist dieses Arschloch von Egliswil?!

Ich verstehe nicht, warum Menschen Müll versuchen heimlich zu entsorgen. Es einfach irgendwo hinzuschmeissen ist nicht richtig. Es mag sein, dass wir in unserem Dorf noch nicht am recyclingfreundlichsten Ort wohnen, ABER der gesamte Scheiss einfach auf den neuen Platz zu stellen ist einfach eine Schweinerei.
Genau wegen solchen Menschen verrecken unsere Kühe auf den Weiden. Unsere Wälder sehen furchtbar aus und jede normale Bus oder SBB Haltestelle erregt in mir ein Ekelgefühl. Jeder öffentliche Spielplatz, Schulhausplatz gleicht einer ausser Kontrolle gewordenen Party. Flaschen und Scherben machen ein Benützen schier unmöglich. Doch das ist alles öffentlicher Grund.
Liebe Chlämmerlisack-Leser. Bitte habt den Mut, wenn ihr solche Sachen seht. Mischt euch ein. Sagt etwas. Es ist unser Zuhause. Wir müssen Sorge dazu tragen. Und bitte erzieht eure Kinder zu Menschen mit „Füddle“. Und wenn sie die Einzigen sind, die ihren Abfall mit nach Hause bringen.

Ich habe einen neuen Freund. Der neue Freund meiner Freundin. Toller Kerl. Bis jetzt. Ich hoffe er bleibt so nett.
Ich nenne ihn liebevoll „Hützer“ Er hasst es...mir egal... ;o)
Der gute Mann verdient sein Geld mit Recycling. 
Recycling das ist ein Geschäft. Ein Gutes! 
Wir müssen den Abfall nur zu diesen Menschen bringen.... irgend jemand weiss etwas damit anzufangen!

Es Grüsst Euch,
Eve

P.S.: Und wenn wir gerade dabei sind. An alle Raucher. Ich habe nichts gegen euch. Bin kein Gegner, aber wäre es möglich in einer Badi die Stummel nicht in den Rasen zu schmeissen? Mein zweites Wunder versucht krampfhaft alle zu essen!
Merci ;o)

Montag, 17. Juni 2013

Wer lesen kann ist im Vorteil...denkste!!


Ich mag mich gut daran erinnern wie ich so da lag. Frisch entbunden worden von meinem Sohn und eine Stinkwut im Bauch auf meine Freundin.
Nichts aber gar nichts hat sie erzählt.
Was da alles auf mich zukommen würde.
Vor allem gefühlstechnisch!!

Dies wurde mir heute wieder einmal aufs Neue klar.

Wir walken durch unseren Bezirk. Schritt für Schritt einem neuen Lebensgefühl entgegen. Um halb acht zwängen wir uns aus den Federn. Jeden Sonntag. Bei jedem Wetter! 3 Mütter. Allesamt gute Schläfer zu Hause. Inklusive Männer. Niemand zwingt uns. Weiss nur der Teufel, warum mein Ranzen das nicht schätzt und endlich kleiner wird! Mehr als 3 Jahre Training ignoriert er nun bereits erfolgreich.

Während diesen 2 Stunden und unzählig gelaufenen Schritte diskutieren wir alles. Wir weinen, reden, besprechen und motivieren uns. Manchmal streiten wir uns, aber noch öfter lachen wir auch, bis die Bäuche zittern....

Nichts scheint dieser Freundschaft etwas anhaben zu können. Hier im Wald schweisst es uns zusammen. Macht drei total verschiedenen Frauen zu Verbündeten. Freundinnen halt.

Jede von uns hat Kinder. Unsere Quote scheint 3,2,1 zu sein. Geschehen nicht Wunder denke ich, sie bleibt so.

Als wir an diesem traumhaften Sonntag Morgen also den Eichberg bezwungen haben und wir uns dem Abstieg nähern, haben wir ausgeredet. Jobpläne sind geschmiedet. Die fehlenden Entwicklungen der Kinder werden positiv geredet. Die neusten Familiensorgen ausdiskutiert und ein Frauen Nachtessen geplant. (Der Bauch brauch ja Futter bei dem vielen Sport, hihi..)
Dann kommen wir in Fahrt. Wir stellen Theorien auf. Wir meinen, mit einer weiteren Schwangerschaft und Geburt könnte FRAU Vorhergegangenes eventuell optimieren. Richtig machen. Spass daran haben. Aus Fehlern lernen.
Mit jedem Kind könnte es einfacher werden...!
Noch während dem Laufen merke ich, dass das alles Humbug ist.
Besser machen? Optimieren. Ich lache laut auf.
Ich selber habe es nicht geschafft.
Jedes Mal, wenn ich mich darauf konzentriere, wie es beim ersten Kind gewesen ist und das beim zweiten auch so umsetzen möchte, macht mir der kleine Mann einen Strich durch die Rechnung. Alles ist neu, halt anders. Und langsam denke ich, es wird so bleiben. Mein Leben lang.

Mein Gott. Ist das Logbuch für werdende Mütter nicht einfach grausam schlecht geführt? Auf nichts aber gar nichts wirst du aufmerksam gemacht.

Ein kleiner Vergleich?
Okay.

Ich besitze einen VW Bus. Wunderschönes Teil. Geräumig.
Für die kommenden Ferien wollte ich die Sitzpositionen ändern.
Platz schaffen.
Gewaltige Ideen hatte ich im Kopf.
In etwa so, wie sich eine Schwangere gewisse Sachen nach der Geburt vorstellt.
Tolles Kopfkino.
Oft sehr romantisch und gut überlegt.

Zurück zum Bus.
Die Sitzbank nach vorne. Ein einzelner Sitz nach hinten.
Soweit mein Plan.
Schnell wurde mir beim Begutachten der dafür vorgesehenen Schienen klar, irgendwie geht das nicht.
Entnervt hebe ich den bestimmt gut 30 Kilo schweren Einzelsitz aus dem Auto.
Wer verdammt ist bei VW für die Sitzplatzanordnung zuständig.
Sicher ein Mann...
Ich schaue einmal von links dann rechts.
Kein hilfsbereiter Mensch in unmittelbarer Nähe.
Mit Weinen komme ich somit nicht weiter.
Also richte ich ladylike meine Kleidung, fluche einmal so richtig feste und krame etwas genervt die „Betriebsanleitung“ heraus.
Ich zitiere, Seite 83: Einzelsitze niemals hinter der Dreier Sitzbank einbauen.
Scheisse denke ich, bei den Franzosen geht das doch auch!
Aber das Problem ist gelöst.
Wer lesen kann, ist im Vorteil.

Und nun der Vergleich:

Donnerstag ist bei uns Spielgruppentag. Ich bin gerne pünktlich. Vorbereitet.
Das alles bereitet mir eigentlich auch mit zwei Kindern keine grosse Mühe.
Rechtzeitig wecke ich die Buben. Dann wird gefrühstückt, Zähne geputzt und schon bald sind wir abfahrtbereit. Ganz normaler Ablauf.

Doch beinahe an jedem zweiten Donnerstag Morgen kurz vor Abfahrt, entscheidet sich unser zweites Wunder, seine gesamte und mühsam getrunkene Milch auszuspucken. Auch auf mich. Zeitmanagement passt noch. Also mit 2/3 rauf und in neue Kleider. Mein perfektes Hausfrauenbild gerät langsam in Schieflage. Sicher schauen wir auch in der zweiten Kleidergarnitur akzeptabel aus… aber es ist halt nicht wie geplant.
Dann wieder runter. Frühstücktisch aufräumen. Alle Kinder runter. Schuhe anziehen. Wieder hochspringen da wir etwas vergessen haben. Nicht die Nerven verlieren, weil wir noch nachschauen müssen, ob echt der Postbote schon gekommen ist und der grosse Mann natürlich selber aufschliessen möchte. Wenn wir jetzt abfahren, denke ich im Stillen, dann sind wir noch immer supergenial pünktlich bei den Ersten...
Ich setze mich selber unter Druck. Niemand verlangt bei den Ersten zu sein. Ich bin mir dessen bewusst.
Dann hebe ich den kleinen Mann in den Maxi Cosi. Irgendwie, fragt mich nicht wieso, hebt man automatisch Babys immer an der eigenen Nase vorbei. Ist euch das auch schon einmal aufgefallen. Mütter riechen immer an den Windelpopos der eigenen Kindern.
So während dem Anheben denke ich nein...!!
Jetzt hat der auch noch die Windeln vollgedonnert.
Heilige Scheisse...
Also hoch. Es kommt zum erneuten Kleiderwechsel. Entnervt ziehe ich das, was halt so kommt zum Kleiderkasten heraus.

Wir kommen auf die Minute genau in der Spielgruppe an.
Nein, nicht zu spät.
Aber ich fühle mich nicht gut.
Habe meine Erwartungen hoch angesetzt und konnte sie nicht einhalten.

Keinem Mensch fällt auf, dass wir „zu spät“ sind.
Wenn ich ehrlich zu mir bin, weiss ich, dass es wohl allen so ergangen ist heute Morgen...

Wenn das mit den Kindern nur so einfach wäre wie bei meinem VW Bus. Wir lesen und lesen. Wir setzen uns unter Druck. Abertausende richtige Antworten. Jeder hat noch einen Tipp. An gewissen Tagen überrollen uns Selbstzweifel, Vorwürfe, Angst und Schrecken mit einander. Manchmal habe ich das Gefühl, am Abend sei nur noch meine Hülle da. Der Rest sei ausgesaugt und liege irgendwo...unauffindbar. Ausgespuckt ;o)

Versteht mich nicht falsch. Meine Tage sind wundervoll. Doch auch wunderbare Tage fordern dich. Immerzu diese verdammt Angst. Mache ich es recht. Geht es ihnen gut?!

Simis und mein Vorschlag ist für den Arsch. Silvia könnte noch gut 5 weiter Kinder bekommen. Irgendetwas würde immer sein. Aber wir werden auch das ausdiskutieren. Nächsten Sonntag um halb Acht.

Hebeds Guet,
Eve







Donnerstag, 23. Mai 2013

Dutti


Ich bin ein klassisches Migroskind.
Meine Mutter hat in keinem anderen Laden eingekauft.
Ich bin sozusagen mit Duttis Produkten gross geworden.

Seit ich einen eigenen Haushalt habe, führe ich diese Tradition weiter.
Nicht ganz so streng wie meine Mutter, aber weiter.
Im Gegensatz zu meiner Mutter vergleichen wir Preise, schauen auf Aktionen, profitieren von Online Shops und berücksichtigen für vergessen Gegangenes auch mal den ortsansässigen Laden.
Das hätte mein Mami nie gemacht. Diesen überteuerten Krämerladen mit dem schlechten Gemüse besuchte sie nicht einmal, als sie noch über kein Auto verfügte und der Bus noch sehr selten in die nächste Stadt fuhr.
(Anmerkung: Er fährt noch nicht wirklich kundenfreundlicher als noch vor 20 Jahren)

Als ich ein Kind war, kam einmal in der Woche der Migroswagen zu uns ins Dorf. Für mich eine wahnsinnig faszinierende Sache. Unglaublich, was es dort alles zu kaufen gab. Ich mag mich noch gut an den Klang der ausfahrenden Treppchen erinnern. Meine Schwester und ich stürmten jeweils den Bus mit voller Vorfreude. Speziell das Eisfach hat mich immer sehr fasziniert. Später wurde meine Mutter eine gute Kundin von der Familie Vollenweider. Diese führt seit Jahren im Nachbardorf einen Migros Partner. Das ist eine Migros, die auch noch Fremdprodukte verkaufen darf. Ich glaube aber, so ein Produkt wurde dort von uns noch nie eingekauft. Der Laden war munzig. Die unmöglichsten Produkte lagen nebeneinander im Regal. Auch Frischprodukte hatte es. Alles, was in diesem Migros nicht lagerbar war, konnte die gute Geschäftsfrau organisieren. Bis heute sind wir dieser Familie treu geblieben. Auch wenn die Schlange an der Kasse in der „neuen“, grösseren Migros durch die gesamte Kosmetikabteilung führt und du gemütlich beim Anstehen noch die Haushaltabteilung begutachten kannst, stets wirst du freundlich und sehr zuvorkommend bedient!

Dann, etwas später wurden wir mobil. Meine Mutter hatte sich ein eigenes Auto gekauft.
Darauf legt sie übrigens bis heute grossen Wert. Sie hat es selber bezahlt!!
Mit dem ersten eigen verdienten Geld und einem „Zustupf von Moma“.
Kleinere Besorgungen wurden immer noch in Seon gemacht. Für den Grosseinkauf fuhr sie jedoch einmal die Woche nach Buchs ins MMM.

Ich habe es geliebt! Es war der schönste und tollste Laden weit und breit. Manchmal hat meine Mutter etwas Zeit gestohlen, fragt mich nicht wie, und ist mit uns Kinder ins Restaurant. Zu dieser Zeit waren Wintergärten noch nicht soo bekannt. Doch das ganze Dach von der Migros Buchs war verglast. Vögel hausten im urwaldähnlichen Wald. Dazwischen hatte es metallene Bänke und Tische. Es war traumhaft. Das Geschirr konntest du auf so ein Karussell stellen und wenn du genug Geduld hattest, konntest du deinen verschmutzten Teller mehrmals begutachten. Dort oben hatte es damals einen kleinen M-Electronics. Es wurden nämlich auch alle elektronischen Geräte konsequent im Migros eingekauft.
Und glaubt mir, davon hatte es bei uns einige!
Was das anbelangt waren wir immer sehr IN..

Ja, ich darf behaupten, ich bin ein Migros Kind.

Ich kenne die Damen vom Empfang. Das geniale Team beim Käse. Ich kenne Frau Lüscher von der Wurstabteilung. Okay, ich gebe es zu, ich liebe Frau Lüscher. Ich schaue den Bäckern seit Jahren mit viel Freude über die Schulter. Gewisse Frauen die die Regale auffüllen sind schon dort so lange ich mich zurück erinnern kann. Gerade in der Kosmetikabteilung wurde mir heute wieder geholfen von so einer Frau. Auch an den Kassen, nur bekannte Gesichter. Ich mag es, wenn an Festtagen der „Chef“ beim Eingang steht. Das sind alles Sachen welche mir auffallen und mir an meiner Migros so gefallen. Ein grossartiger Job machen diese Menschen aus meiner Sicht.

Jeder der „meine Migros“ kritisierte, schaute ich entgeistert an. Denn ich persönlich bin noch nie unfreundlich bedient worden..

..bis letzten Monat!!

Aber was mir da im M-Electronics unten passiert ist grenzt eh an alles.
Wenn das der Dutti wüsste..

Mein Mann hatte online einem Laptop gesehen. Nachdem er sich nun bei meinem kleinem M-Budget-Laptop beinahe die Augen ruiniert hat, fanden wir, es sei an der Zeit für eine neue Anschaffung.
Wir schlichen durch die Regale, schauten uns um, doch der online Gesehene war nicht ausgestellt. Wir suchten Verkaufspersonal. Das junge, kaugummikauende, sehr unmotivierte Menschlein, das WIR ansprechen sagte in einem sehr unfreundlichem Ton: „Es hät nor, was es hät.“

Ahhhrgghh...!!

Jetzt mal für alle, die im Verkauf arbeiten Klartext. Dieser Spruch ist veraltet, saufrech und sehr deplatziert bei Kunden, die sich vorgängig informiert haben.

Darum..

Ich: Sind sie sicher?
Sie: Ja!
Ich: Wollen wir wetten?
Sie: Bin mir nicht sicher..
AHA!

Als sie dann auch noch genervt reagiert, reisst mir der Geduldsfaden und ich sage zu ihr:
Na dann bringen sie mir halt ein Verkaufspersonal das Bescheid weiss...!!

Eine weitere Dame gesellt sich zu mir und meinem Mann. Dieser darf dann der Frau erklären, wie man auf die Homepage von M-Electronic geht und sie den gewünschten Laptop gemeinsam finden.

Lotto..es gibt ihn!!

Jetzt braucht sie nur noch die Artikelnummer. Gefühlte 2 Stunden später haben mein Mann und sie (kein Witz) im PC auch diese gefunden. Es hat 2 der gewünschten Kistli an Lager. Fasziniert stellt die Verkäuferin fest, dass sie tatsächlich Aktion sind. Das sogar schon mehrere Tage...

Ob sich echt im Lager noch andere vergünstigte Produkte treffen, die sich dort sicher gut verkaufen, frage ich mich?!

Dann möchte die Verkäuferin Ro doch noch bedienen. Elan kommt in das Verkaufsgespräch. Irgendwie hat sie den Faden von der letzten Verkaufsschulung wieder gefunden. Sie erklärt ihm anhand des Produktbeschrieb, um was es genau geht. Es sei ein ganz schöner Laptop, meint sie. Ultraflach., und dann möchte sie uns den ganzen Beschrieb erklären. Ich verfalle ab der Aussage, es sei ein schöner Laptop in einen hysterischen Lachanfall, welcher mein Mann nur unterbrechen kann indem er der Frau erklärt er könne lesen....ER wisse Bescheid.


Ro ist nach dieser Tortur sichtlich gezeichnet.

Als ich die Verkäuferin dann noch freundlich frage, wo ich „echt“ die Zwillingsnadel zur MIGROS Nähmaschine erhalte und mich diese entgeistert anschaut und fragt:

Zwilling?!...

...höre ich meinen Mann gepresst ausatmen. 15 gemeinsame Jahre haben ihn geprägt und ich sehe ihm deutlich an, dass er sich überall hin wünscht, nur möchte er just in diesem M-Electronics nicht mit mir sein. Ich höre wie er zu mir sagt:

Nicht jetzt Eveline, bitte nicht jetzt, wir haben doch den Laptop, lass uns nach Hause gehen. Lass gut sein...ich mag nicht mehr… bitte....

und ich ihn anpfurre und sage: NEIN so nicht, ich will bedient werden....
Das ist mein verdammtes Recht. Ich bin gute Kundin hier....

..und beinahe überbeisse und etwas agressiv:
„ZWILLING JA“ schreie....

In weiteren 15 Minuten muss ich einer nicht informierten Verkäuferin erklären, dass sie zur hauseigenen Nähmaschine auch Zubehör verkaufen. Sie meint, ich sei die erste, welche nach diesem Zubehör fragt. Ich weiss, dass das nicht stimmt, was ich ihr wiederum natürlich nicht vorenthalte. Ebenfalls erkläre ich ihr, dass es unmöglich meinen Job sei, zuerst den Laptop und dann auch noch das Nähzubehör zu suchen. In ihrem PC. Es sei ihre Aufgabe darüber Bescheid zu wissen. Sie müsse sich über ihre Produkte informieren, oder dann halt wissen wo es zu suchen sei!!

Sie hört mir nicht zu...

Jäno..

Zwischendurch bedaure ich, dass ich nicht einfach die Bernina Nähmaschine gekauft habe. Die wissen dort bestimmt, von was ich Nähanfängerin spreche...

10 Tage später kann ich die Nadeln abholen. Ich habe sicherheitshalber zwei Stück gekauft.

Um weitere 5 Tage später zu merken, dass ich die Zwillingsnadel für Jerseystoff benötigt hätte.....

Sorry, aber ich gehe nie wieder. Bestelle mir den Plunder neu online ins Haus.
Ich glaube, das ist auch die Strategie von der Migros. Unmöglich können sie so tolles Personal in ihren Läden haben und solch unmögliches im Elektronikbereich.... Ich glaube die wollen gar nichts verkaufen...

Wollen wir wetten? 
;o)
Es Grüsst euch herzlich,
Eveline






Montag, 6. Mai 2013

Raichle reich!


Letzten Monat war ich wieder einmal in der grossen Stadt.
Ich hatte mich auf ein Znacht mit zwei wunderbaren Menschen verabredet.
Vorgängig wollte ich mit einer guten Freundin ein bisschen einkaufen.

Kleider kaufen mit Zeitdruck ist mir ein Greuel.
Hier finde ich ja nichts gescheites und da ich mit zwei kleinen Kindern nie mehr alleine unterwegs bin, musste daher so ein Kinderfreier Einkaufstag her!
Daher der Trip in die grosse Stadt.

Ich hätte lieber in der Zeit etwas alkoholisches getrunken. Gibt ja ein, zwei schöne Plätze in Zürich, wo man dies gemütlich tun könnte.
Aber nein.
Kleider braucht die Frau!


Eine grausame Aufgabe. Ich hasse es.
In einem Laden sind wir sagenhafte 20 Minuten angestanden.
Vollbepackt wie ein Maulesel stehe ich in einer Schlange, wie sie nur noch aus DDR Zeiten bekannt ist und hoffe sehnsüchtig auf etwas wie ein positives Einkaufsende.


Die grell leuchtenden Spotlampen scheinen dir auf den Körper und machen jeder spanischen Sonne im Hochsommer Konkurrenz.
Anscheinend hat es die hier bekannte LED Technik noch nicht ganz auf Zürich geschafft!
Mir wird langsam heiss und heisser. Ein Ende der Schlange ist trotzdem noch nicht in Sicht.
Endlich, ich passiere die Kabinenkontrolle. Logischerweise hat das Landei zu viele Kleiderstücke dabei. Ich habe eine munzige Handtasche dabei. Entnervt erkläre ich einem spindeldürren Kind, dass ich unmöglich etwas klauen kann. Jedes weitere Kleidungsstück an mir fällt auf und ich würde mit nur einer Lage mehr sofort an einem Hitzeschock sterben.
Sie schaut mich etwas entgeistert an...
Langsam richtig gereizt dränge ich mich in eine schmudlige und enge Umziehkabine, die wiederum grell beleuchtet ist.
Dankbar ziehe ich meinen Mantel ab, hänge die Tonne Kleider, welche über meinen halb abgestorbenen Arm baumelt an einen Hacken und massiere meinen schlecht durchbluteten Unterarm.
Ich bin schweissnass.
Langsam mache ich mich ans Anprobieren.

Richtig angepisst bin ich aber erst, als mir von den 8 ausgesuchten (!!) Kleiderstücken gerade 1 (!!!!) einziges wirklich passt.
Verdammt, warum können die die Kleider nicht mit der richtigen, fairen Kleidergrösse belabeln?

Etwas emotional denke ich an die Zeit zurück, wo mir noch fast alles gepasst hat und mir die Kleider inklusive Getränk in die Kabine geliefert wurden.
Damals hat aber auch eine Jeans so viel gekostet wie der ganze Ausflug nach Zürich an diesem Samstagnachmittag!!!

Also anderer Laden, neues Glück.
Es läuft besser. Deutlich weniger Gedränge vor den Kabinen und tatsächlich ein, zwei Sachen die sogar an mir toll aussehen.
Meine Stimmung steigt.
Auch werden meine Freundin und ich in diesem Laden von dem wohl nettesten Mann ergänzt.
Meine Stimmung steigt noch mehr!

Dann will meine Kollegin noch in “the House of Brands“.
Ich: wohin?!
Sie: In den Jelmoli, du Landei.
In die Sportabteilung dort.
Ich beginne zu nörzen..
Was soll ich dort machen?!
Ich stehe nicht wie sie auf hunderfränkige Flatterhöschen zum Turnen. Da ich schlicht keinen Sport mache, wo es solch Flatterhöschen benötigt.
Aber nicht so sie…
Also nichts wie los. Erobern wir halt noch den Sportabteil.
Mir hätte ja die Haushaltsecke mehr Spass gemacht.
Dachte ich.

Aber was hat es in der Sportabteilung?
Was he?
Richtig!
Schuhe.
Es hat Turnschuhe.
Viele bunte Schuhe.
Ich flippe ein wenig aus.

Wir probieren einige an, die anderen streicheln wir nur uns stellen sie wieder zurück.
Dann sehe ich ihn.
Einen Wanderschuh.
Pink.
So einen, wie ihn der Herr Hartmann im Schweizer Fernsehen immer trägt.
So einen wie ich ihn immer schon wollte.
Ich bin verliebt.

Schuhe sind für mich Seelenbalsam. Auch wenn ich seit der 2ten Schwangerschaft um 3 sagenhaft grössere Grössen trage, bin ich mit meinen Füssen doch so ziemlich im Frieden.
Klar „reuen“ mich die vielen schönen Tretdinger welche mir nicht mehr gehen. Aber im Gegensatz zu meinen Kleidern bin ich mir zu jeder Sekunde bewusst, dass ich sie ohne Probleme ersetzten kann.
Ich ziehe sie an und wir harmonieren.
Nichts zippt, ist eng oder schmerzt.
Das war schon immer so.
Ich liebe Schuhe.
Schuhe finde ich immer.

Noch im Jelmoli sende ich meinem Mann per SMS ein Foto.
Kommentarlos und nur mit dem Preis.
Er schreibt zurück: KAUFEN!
Ich denke mir: Der hat Nerven...bei meinem 20%-Pensum...



Ich habe Zürich an diesem Abend ohne Wanderschuhe verlassen.
Trotzdem rundum glücklich.


Doch zu Hause habe ich allen von diesem Schuh erzählt.
Wie schön er sei..

Vor 14 Tagen hatten wir an einem Samstag nur den kleinen Mann bei uns.
Der Grosse war beim Grosi.
So konnten wir in den Sportladen im Nachbardorf.
Der Mann suchte einen neuen Turnschuh.
Im Ladeneingang, Sicht nach vorne, was sehe ich dort?
Es leuchtet Pink.
Mein Wanderschuh.
Okay denke ich.
Der will wirklich zu mir.

Sie mussten ihn bestellen. Grösser als gedacht. Letzte Woche wurde er geliefert.
Er war zu klein.
Also noch eine Grösse grösser.
Kein Problem.
Ist ja ein Schuh...

Aber etwas muss ich erwähnen.
Ich bin mit diesem Schuh eventuell ein bisschen overdressed.
Ihn als simplen Wanderschuh zu bezeichnen ist nicht ganz fair.
Er ist der schönste Schuh weit und breit, und ich kann mit ihm locker grosse Bergtouren machen.
Ich mag mich vage erinnern gehört zu haben, wie die Verkäuferin etwas von Steigeisen zu mir gesagt hat.
Ich konnte ihr nicht genau zuhören, so verliebt war ich.
Taub sozusagen.
Nicht aufnahmefähig für andere Vorschläge, wie zum Beispiel braune, halbhohe Wanderschuhe.
Nein ich wollte diesen...

So kommt es, dass ich jetzt Raichle reich bin! Ich besitze ein neues paar Schuhe und ich habe Schulden bei meinem Mann. Sicher bis 2014...

.....und gell Simi, das mit der Gletscherwanderung machen wir....bald...Das mit den Steigeisen
Die Schuhe dazu habe ich jetzt ja ;o)

Liebe Grüsse,
Eveline