Montag, 19. Mai 2014

Chellemuur

Lange Zeit war es ruhig hier. Nun bin ich retour. Mit einer traurigen Geschichte. Doch keine Angst. Es wird auch wieder lustiger. Wie sagt man so schön. Nach dem Regen scheint die Sonne.
Ich wünsche euch einen tollen Sommer.
Hebed euch Sorg!
Liebe Grüsse,
Eve






Heute habe ich einen Grossvater mit seiner Enkelin gesehen. Sie sind auf dem Weg zur Bushaltestelle. Er schiebt den Buggy. Er ist alleine unterwegs. Er schiebt den Wagen ganz nah an der „Chellemuur“ vorbei. So dass die Kleine mit ihrer flachen Hand den Steinen entlang streicheln kann. Kennt jeder, dieses tolle Gefühl, oder?
Das Mädchen und ihr Opa lachen. Ich bin mit der ganzen Familie von dieser kleinen Zuckermaus aufgewachsen. Er war bereits ein genialer Vater. Er hat mich oft zu Fussballspielen mitgenommen. Er hat ein riesiges Herz. Einfach ein guter Mensch. Mein Vater hat sich sehr gut mit ihm verstanden.
Schlagartig bin ich traurig. Sehe die 4 Enkelbuben, die mein Vater heute hätte vor mir. Sehe diese Werkstatt. Mein Vater hätte „allwäg“ keine Buggies alleine durchs Dorf geschoben, vor allem auf keinen Fall zur Bushaltestelle. Nein! Aber er hätte mit den Buben gearbeitet. Stundenlang.

Dieses Sterben ist eine komplizierte Sache. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal daran gewöhne, keinen Papi mehr zu haben.
Doch die Zeit heilt Wunden. Dieser unglaublich blöde Spruch. Vor allem kurze Tage erzählt bekommen nachdem du einen lieben Menschen verloren hast, stimmt wirklich.

Am Anfang wollte ich ihn immer anrufen. Wenn ich etwas gebacken habe, zum Beispiel. Er hatte immer viel Interesse an meinen Sachen.
Wenn ich irgendwo mitgeholfen habe zu organisieren, habe ich immer darauf gewartet, dass er jeden Moment um die Ecke kommt. Beide Hände in seinen Jeanstaschen. Grinsend auf einem Mundwinkel und so verdammt stolz auf mich.

Mein Vater hatte 3 Töchter und war zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben interessiert an dem, was wir machen. Mein Gott, er hat vieles nicht verstanden, aber er war immer anwesend. Ich glaube, nie kam ein schlechtes Wort über uns über seine Lippen. In seinen Augen und vor allem in seinem Herzen waren wir perfekt!
Heute habe ich mich mit seinem Tod arrangiert. Ich habe Frieden geschlossen. Wer dieses grausamen und tödlichen Asbest kennt oder noch besser unseren Papi weiss, dass es so um einiges besser ist.

Doch dann gibt es die Momente wo ich weiss, dass sie für mich und meine Familie schwer werden.
Auch wenn ich ihn nicht mehr täglich versuche anzurufen. An solchen Tagen versuche ich mich auf das Kommende vorzubereiten. Versuche stark zu sein. Bereite mich vor. Bin die grosse Schwester, die älteste Tochter...

Das sind Tagen, wo wir als Familie voller Freude über die baldige Ankunft von einem Amerikanerli erfahren. Und uns allen schmerzhaft bewusst ist dass er nicht dabei sein wird. An Tagen wo meine kleine Schwester ihren zweiten Sohn geboren hat und ich die Fotos von Mami mit ihrem vierten Enkel knipse. Nicht er, der normalerweise solche Fotos macht. An Tagen wo ich das Gebackene ganz einfach selber esse und ein bisschen stolz bin.

Dann gibt es Tage, die sind nicht absehbar und ein Ereignis, ein Bild oder ein kurzer Moment schmettern dich zurück. Stellen dir die Luft ab und treiben dir die Tränen in die Augen. Genau wie heute. Dieser kurze, innige und wunderschöne Moment zwischen Opa und Enkelin. Oft kommt dann in meinem Fall zu den Tränen auch die Wut. Ich werde grausam „verrockt“. Warum dürfen wir ihn nicht noch ein bisschen bei uns haben? Ein bisschen „Mauerstreichelnfeeling“ haben. Zeit als grosse und wachsende Familie!

In solchen Momenten hilft es mir zu wissen, dass meine Mutter da ist. Das Leben geht weiter. Geht es immer!
Fehlen tut er trotzdem. Danke Mami, dass du diese Lücke versuchst zu füllen. DU bist ein grossartiges Grosi!

Freitag, 21. Februar 2014


Als ich diese Geschichte im Kopf „z‘Fade gschlage“ habe, stand ich gerade unter der Dusche. Meine Kinder spielten friedlich im Kinderzimmer.
Noch war ich mir nicht bewusst, was für eine dramatische Wendung diese Kopfgeschichte gleich noch machen würde.
Alle Risikofallen hatte ich weggeschafft oder in sicherer Höhe verstaut.
Ich hatte das Absperrgitter zu gemacht und hörte auch unter der Dusche, was dort so abgeht.
Perfekt organisiert das Ganze!

Ich wollte über den normalen Stress einer berufstätigen Mutter schreiben.
Darüber, wie grausam viel Arbeit das Zurarbeitgehen mit sich bringt.
Darüber, dass das kein Ehemann, Partner verstehen kann. Auch wenn er sonst so ganz fest sich im Familienleben mit einbringt. So wie das mein Partner tut.
Er findet mein Pensum lachhaft und versteht absolut nicht, was daran problematisch oder stressig sein könnte.
Er, der tagtäglich viele Emails und Telefonate hat.
Organisieren und Planen muss.
Mitdenken..
5 Stunden sagt er immer zu mir...Was soll daran bitte stressig sein?!
Er, der jeden Morgen in einer Mordsfrühe das Haus verlässt. Eingekleidet in einem frisch gebügeltem Hemd von mir. Ohne Stress oder Kinder, die beschäftigt werden müssen.
Die müssen angezogen werden. Igs tausend mitgeh Sachen müssen bereitgestellt werden.
Ich fühle mich ammigs wie vor den Ferien. Und dann, wenn alles bereit ist, muss ich mich selber noch bereit machen.


Versteht mich bitte nicht falsch. Ich arbeite sehr gerne. Habe ein grandioses Team und meine Arbeit macht mir viel Freude, aber bis ich dort bin ist es, bescheiden gesagt, eine riesen Büetz!
Schon nur bei einem homöopathischen Pensum von 20 Prozent. Soviel arbeite ich nämlich!

Wenn ich ehrlich bin hasse ich es.

Oft arbeite ich erst nach dem Mittag. Das heisst, ich habe den Morgen noch für uns. Ich mache das Frühstück und versuche das ganze Erdgeschoss wieder in ein normales Wohnzimmer zu verwandeln. Ich gebe mir grösste Mühe, das Haus so zu verlassen, dass, wenn ich abrupt sterben würde, kein allzu grosses Chaos im Haus hinterlassen würde.
Kurz vor dem Mittag versuche ich dann meine gesamten 170 Zentimeter auf ein Maximum zu pimpen.
Das heisst ich dusche mich. Dann mache ich die Haare, schminke mich uns ziehe mich ordentlich an.
Alles Sachen, die an den anderen 6 Wochentagen nicht zwingend notwendig sind.
Natürlich könnte ich auch am Abend zuvor duschen. So wie sonst. Das bringt einfach nichts, weil ich dann bis 12 Uhr wieder nicht businessmässig daher komme. Meine Kinder sehen immer wie aus dem Ei gepellt aus. An mir klebt immer irgendwo Zmorgenresten, die Schnupfennase wird an mir abgeputzt und ich bin schön geschätzte 20 Mal ins erste Stockwerk hochgetrabt und habe lebenswichtige Sache meinen Söhnen gereicht. Kurz, ein Halbmarathon ist wenig dagegen und ich müffele...

So wechsle ich also kurz vor 13 Uhr frisch geduscht und die Haare schön das Stockwerk und schaue in Unterwäsche bekleidet meinen Söhnen beim Spielen zu. Diese sind zu diesem Zeitpunkt bereits angezogen und gefüttert. Frische Windeln am Arsch und eigentlich bereit, das Haus zu verlassen.

Während ich mich schminke fangen die beiden einen kleinen Streit an. Der kleine Mann ist auf dem Hochbett und das passt dem grossen gar nicht. In weiser Voraussicht habe ich unter das Hochbett unseren Fatboy deponiert. Im Spiegelkasten habe ich die beiden in Blick. Ich sehe mit einem Auge, wie der Grosse sich vor dem Kleinen aufplustert. Er hat Angst, dieser könne runterstürzen. Der Kleine stösst diesen und will an ihm vorbei. Spontan kommt mir Manni Matter in den Sinn und ich stimme in ein Hansjakobli und‘s Babettli ein. Der Grosse singt mit und springt vom Hochbett.(Anmerk. Für alle Übermütter, wir haben kein sehr hohes Hochbett!). Der Fatboy rutscht mit. Mir schwant nichts Gutes. Daher lege ich das Schminkzeug weg.
Der Kleine schnallt noch nicht, dass der Grosse weg ist und stösst immer noch aber nun, leider, ins Leere!!

Ich hechte los. Halbnackt. Versuche panisch das Absperrgitter zu lösen und komme nur ein zwei Sekunden zu spät. Der kleine Mann fällt elegant, grindsvoraaa, in die kleine Lücke zwischen Fatboy und Hochbetttreppe.
Lotto!

Ich nehme ihn Hoch. Suche das Blut. Nix.
Wuff.
Kein Blut ist immer ein gutes Zeichen.
Auf meinem frisch bezogenen Bett untersuche ich ihn.
Keine Schramme. Keine Beule.
Erleichterung macht sich in mir breit.
Nocheinmalgutgegangen...denke ich atemlos!


Dann höre ich ein Würgen und bemerke wie mir mein Sohn in meine frisch gewaschenen Haare kotzt!
Wieder zu spät... denke ich!
Scheisse.

Vor dem inneren Auge sehe ich, wie die Zeit knapp wird. Ich muss noch einmal unter die Dusche. Wir alle brauchen neue Kleider und ich müsste doch jetzt den Kleinen beobachten. Ist er auffällig, fehlt im etwas. Mein Gott wäre es einfach jetzt zu Hause zu bleiben. Zusammen ins Bett zu gehen und etwas Mittagsschlaf zu halten?

Als ich meinem Partner davon berichte und ein bisschen Unterstützung erbettle, fragt er mich nur: Was macht denn der Kleine auf dem Hochbett?!
Entnervt versuche ich ihm klar zu machen, dass ich mich am bereitmachen bin. Für meinen Job. Dass sie ja irgendwo sein müssen. Ich sie nicht non stopp eins zu eins betreuen könnte.
Aber er, er der jedem Morgen in aller Ruhe das Haus verlässt, er hat natürlich keine Ahnung wie das hier alles zu und her geht...


Er versteht es natürlich nicht...aber ihr, ihr versteht mich doch, gelled?!

Herzliche Grüsse,
Eve

Montag, 10. Februar 2014

Apfelbaum


Meine Fresse...
Wo komme ich bloss hin.
An gewissen Tagen bin ich ein emotionales Wrack.
Durch die Geburt von meinen Söhnen werde ich mit Sachen konfrontiert, von denen ich nie im Leben gedacht habe, dass sie mich einmal „bodigen“ und mir fehlen!!!

Als wir letztes Jahr den Weihnachtsbaum aufgestellt haben, sagte ich zu meinem Partner: „Nächstes Jahr brauchen wir ihn nicht mehr auf das Laufgitter zu stellen. Ich glaube, das räume ich im neuen Jahr weg. Das brauchen wir nicht mehr.“

Salopp gesagt.

Da stehe ich also letzte Woche im Wohnzimmer und hole in einem Anfall von Putzwut den Schraubenzieher. Hatte kurz zuvor schon die ganze Küche ausgeräumt und war top motiviert.
Ordnung muss her.
Ich brauche Platz!

Wir reden hier von einem uralten Laufgitter. Visa Gloria. Naja wenn ich ehrlich bin, so uralt auch nicht. Nur meine Mutter war schon da drinnen..und natürlich wir...und jetzt meine Buben...und mein Patenkind...

Mein Vater hat es nach meiner Geburt mit einem warmen kuscheligen Teppichboden ergänzt und kippsicher gemacht. Es hat einen festen Boden und ist einfach ein tolles Teil. Hat halt eine Geschichte.
Um es auseinander zu nehmen musste ich vier Schrauben lösen.

Nach den ersten drei musste ich eine Pause machen. Ich sass also da mit einem Kaffee und beobachtete das Teil.
Mein Hals schnürte sich zu und mir wurde ganz anders...
Als ich dann die vierte Schraube gelöst hatte und unter den handgemachten Metallteilen noch die Hinweise zum Montieren von meinem Vater sah, kollabierte ich. Ich überlegte kurz ob es echt auffallen würde, wenn ich es einfach für die nächsten 18 Jahre so dort stehen liesse. Eigentlich brauche ich ja diesen Platz gar nicht zwingend. Eigentlich stört es ja gar nicht. Eventuell brauchen wir es auch diese Weihnachten noch? Vielleicht kommen ja auch mal kleine Kinder zu Besuch und ich bin dankbar für dieses Laufgitter....

Der Gedanke daran, dieses Laufgitter niemals mehr aufstellen zu können hat mir die Tränen in die Augen getrieben!
Ich sass da, weinte um ein altes Holzteil und wusste zu jedem Zeitpunkt, dass ich völlig meschugge bin.


Vor gut sieben Jahren haben wir unser Haus gekauft.
Lange haben wir nach einem Geeigneten gesucht.
Wir haben zig Objekte angeschaut bis uns klar war, dass wir in das Dorf zurück wollten in dem wir beide aufgewachsen sind.
Für uns stand, als dieser Entschluss feststand, bauen nicht zur Diskussion. Unsere Traumplätze sind entweder privat oder (noch) nicht eingezont. (Ich bin auf der Lauer...)


Als ich unser zukünftiges Haus zum ersten Mal gesehen habe, war ich noch nie zuvor an dieser Strasse.
Das wiederum ist ein „weneli“ speziell. Reden wir doch von einem kleinen Dorf.
Eigentlich dachte ich, ich kenne alles hier!
Das war nicht so..

Das Haus liegt an einer privaten Sackgasse und schaut noch aus wie ein Haus.
Mein Puls hat sich schon nur beim Betrachten der Strasse verändert. Ich sah meine noch ungeborenen Wunschkinder fahrradfahren und spielen.
Es hat ein grosses Grundstück, wovon man wenn man nicht die Trittsicherheit einer Geiss hat nicht wirklich viel benützen kann. Das kommt daher weil unser Haus das letzte war, wo der Aushub von Hand gemacht wurde. Hatte glaube ich schon damals niemand gross Bock einen halben Berg von Hand wegzupickeln.
Direkte Nachbarn hat es hier, aber jeder hat genug Platz und sie sind sehr freundlich .
Ein bisschen heile Welt, hier bei uns hinten..






Als wir also dieses Haus zum ersten Mal sahen, war es Frühling. 25. April 2007. Ein wunderschöner Tag.
Rechts vom Haus steht ein grosser Apfelbaum.
Heute kenne ich die ganze Geschichte von meiner Strasse. Auch von diesem Baum.

Dieser Baum ist älter als unser Haus. Er wird auf sicher hundert Jahre geschätzt. An diesem sagenhaften und für uns so wichtigen Frühlingstag war dieser Baum in voller Blüte. Ein weisser Traum mit einem leichten rosa Akzent.
Da der Baum bestimmt 6 Jahre nicht mehr geschnitten wurde, war er zu diesem Zeitpunkt riesig. Es schien als stehe eine halbe Kugel Blüten auf der Wiese.
Ein Traum.
Ich bin eine Frau. Ich sah die Lage von diesem Haus, dieses Blütenmeer von einem Baum und wollte dieses Haus!
Basta.
Wird schon passen. Drinnen. Dachte ich mir.

Es hat auch gepasst, das Haus. Noch heute passt es.
Das mit dem Baum hat weniger gepasst.
Wie ich anhand vom Laufgitter wohl aufzeigen konnte, liebe ich alte Sachen.
Ich gebe da nicht so rasch auf.
Dass der Baum nicht gesund war, sahen wir schon im ersten Winter.
Wir liessen in extrem stutzen.
Viele Äste waren abgeknickt und kaputt.
Nie mehr hatte er so schöne Blüten wie an diesem Tag.
Aber saumässig viele Blätter hatte er noch immer.
Im Herbst. Am Boden.
Und Äpfel.
Sehr viele Äpfel.
Was sicherlich sinnvoll ist an einem Apfelbaum.
Wenn man dann Äpfel mag.
Ich mag sie nicht! 

Aber, und das muss ich fairheitshalber sagen, der Baum hatte auch sein Gutes. Ich hatte eine Schaukel daran. Dort mit meinen Söhnen zu „hängen“ war traumhaft.

Leider wurde das immer gefährlicher. Wir mussten davon ausgehen, dass er hohl und stark einsturzgefährdet ist.
Darum musste er weg. An einem Samstag im Januar war es dann soweit. Die bestellen Männer starteten mit Vorfreude die Motorsägen.
Als er dann so dastand. Der Baum. Ohne Äste und jedem Baum im Bäregrabe in Bern Konkurrenz machte, fragte ich meinem Partner: „Wa meinsch, mache mer s‘Rechtige?!“ Er schaut mich kurz entgeistert an und meint dann trocken: „Ich beförchte för söttigi Öberlegige esch es z spot...!“
Als ich dann sah, wie kaputt und hohl der Baum war, machte sich in mir eine grosse Erleichterung breit. Ich darf ab sofort die 5 Äpfe,l welche ich pro Woche brauche bei der Bauersfrau im Dorf frisch kaufen. Muss kein Laub mehr auflesen und verdammt auch kein Äpfel aufkratzen von der Strasse wenn „Fremde“ mit dem Auto darüber gefahren sind. YES!





Gebodigt hat mich dann nur das Seil von der Schaukel. Als es so dalag. Auf der Wiese. Erneut schossen mir die Tränen in die Augen und ich sah, wie mein Vater mir half, die Schaukel zu montieren. Für meinen Sohn. Damit es auch hält...

...verdammt hört das denn nie auf?

Liebe Grüsse,
Eveline


Ajo...der Baum lebt weiter. Mein Nachbar schnitzt irgendetwas aus ihm ;o)

Samstag, 1. Februar 2014

Nein, Nein, Nein... JA!


Schon eine halbe Ewigkeit besuche ich mit meinem Sohn die Physiotherapie.
Lange habe ich der ganzen Welt versucht zu erklären, dass ich ihn auch behalte, wenn er niemals im Leben das Laufen erlernt.
Was er aber natürlich tun wird...irgendwann. Das war allen von Anfang an klar.
Das wurde mir immer gesagt.
Er ist ja nicht krank oder behindert.

Er ist einfach ER!

Lange habe ich nicht verstanden, wofür diese Therapie gut sein soll.
Ich habe an die enormen Gesundheitskosten in der Schweiz gedacht und mich ehrlich gesagt grausam über diese verordneten Stunden genervt.
Habe es als unnötige Geldmacherei angeschaut.
Verstand meinen sonst genialen Kinderarzt nicht.
War sauer auf die Therapeutin.
Einfach, weil sie es war die aufzeigte, was nicht gut war.
Auch wenn sie nett zu uns war. Ich war wütend auf sie. Ganz weit in mir drinnen!
Habe mich darüber gestört, dass man Kinder nicht mehr Kinder sein lässt.
Alle vergleichen und normen will.
War traurig, warum uns das passiert.

Er nicht selbst bestimmen darf wann ER etwas erlernen will.
Dass man mir non stopp Angst macht.
Immer dieses Kopfkino..
Ist er wirklich nicht behindert?
Fehlt im wirklich nichts?

Nur weil der kleine Racker auch mit neun Monaten noch nicht krabbeln wollte!

Dann habe ich einer Freundin davon erzählt. Und dieser wunderbare Mensch, diese grandiose Mutter, mein Mami Vorbild, hat mich angehört und mich dann gefragt:
„Jo ond, Eveline, goht er de gern?“

Gute Frage!
Und wie so oft war diese kleine Frage so ein wichtiger Denkanstoss.
Einmal in sich zu gehen. Das Ganze von Aussen anzuschauen. Diesen kritischen Standpunkt zu verlassen. Aufzuhören auf die ganze Welt wütend zu sein. Es zu akzeptieren.
Das Gute darin zu sehen.
Auf das Bauchgefühl zu vertrauen!

Ja, sprudelt es aus mir raus. Er liebt es! Er geniesst diese Stunde nur mit mir und er turnt für sein Leben gern! Fahre ich mit dem Auto am Gebäude vorbei, fuchtelt er mit seinen kleinen Armen und zeigt mir deutlich, dass er gerne dort ist. Es gibt kein Halten, er will dorthin.
Er mag die Therapeutin.
Kurz, er mag alles dort.
UND ICH?
Ich mag die Stunde. Diese Stunde nur mit meinem kleinen Sohn!
Und wenn ich ganz ehrlich bin, auch ich mag die Frau. Seine Therapeutin!

Wie Vieles wurde einfacher. Wie Vieles ist einfacher wenn man es akzeptiert. Nicht wütend ist.
So wunderbare Möglichkeiten entstehen. Wenn man sich auf etwas einlässt und das Positive daran sieht.

Heute habe ich lange mit der Therapeutin geredet. Privat. Ganz tolle Ansichten hat diese Frau. Viele wie ich.
Auch sie ist Mutter.
Sie macht ihren Job, ich meinen.
Ihr Unrecht zu tun, nur weil sie mein Kind therapiert, war nicht fair und ziemlich dumm von mir!





Ich bin meinen Freunden so dankbar.
Dafür dass sie mich anhören.
Nicht immer meiner Meinung sind.
Und trotz Dauerbequatschung von meiner Seite ihren Standpunkt vertreten und mir ab und an die Augen öffnen...

...so wie ich vielleicht euch jetzt.

Danke fürs Zuhören und Umsetzen.

Nicht alles ist schlecht!
Nicht immer ;o)

Herzliche Grüsse,
Eve




Montag, 27. Januar 2014

Bling Bling adee


Für alle deutschen Leser, der Estrich ist in der Schweiz der Dachboden und der Estrich in meinem Elternhaus ist ein Mädchentraum.
Ein gewaltiger!
Dort sammelt sich unser gesamtes, top gepflegtes Spielzeug.
3 Jahrzehnte, 3 Mädchen und das alles umgarnt von einer Mutter die nichts weggeworfen oder weggegeben hat.
Jede Altersstufe ist abgedeckt.
Rosa und Lavendel dominiert. Von Barbie hatten wir von 1983 bis 1998 alles.
„Emel“ beinahe alles...
Denke ich!
Jedes Puzzle ist mädchenhaft.
Kein Buch geeignet für einen Jungen.
Es hat dort oben sogar original eingepackte Puppen die kacken.
Wirklich wahr!
Ich behaupte ja, sogar die Bauklötze sind nicht bubenhaft.

Kurz zusammengefasst, es hat alles. Für Mädchen.

Das ist recht dumm.
Weil wir ja bis jetzt nur Jungs bekommen…
und ich bei allen Jungs hier trotzdem ein Mädchen geblieben bin.
Ich mag Rosa, Lavendel.
Ich liebe Glitzer, Pompons, Bling Bling.
Schon immer.

Ich hasse Tarn- und Schlammfarben, Muster die nicht bunt sind. Ich mag Bubenplastik nicht.
Diese Manzgöggeli lachen ja nicht einmal. Kurz. Abgesehen von Brio und Visa Gloria kann kein Bubenspielzeug mit einem Mädchenspielzeug mithalten.
Basta!

Aber mein Sohn ist ein richtiger Bueb. Er mag zwar ab und an auch eins von unserem geliebten Estrich-Spielzeug. Aber oft hat er ganz eigene Wünsche. Klare Pläne. Klare Vorstellungen. Seine Traumsachen sind rot und haben ein kleines rotes Rennauto drauf!

Kurz zuvor waren wir auf Besuch. Auch bei einen Bubenfamilie. Der Grössere dort ist ein wenig älter als mein Sohn.
Einer der halt schon „drus chonnt“. Einer der spielzeugtechnisch weiss, wie der Hase läuft.
Genau der, welcher mein Sohn schon für die elenden Spielzeugeiersucht animiert hat ;o)
Dieser besitzt von CARS den Lastwagen MACK. Nein, natürlich nicht den neuen ferngesteuerten den man überall kaufen kann.
Er besitzt DEN Mack, der im Innenleben eine Autowaschgarage versteckt.
Eigentlich beängstigt mich ja nur, dass ich überhaupt weiss, wie die Dinger heissen. Ich kenne die Namen von jedem Autöli lange bevor wir den Film zum ersten Mal gesehen haben.
Früher, noch kinderlos, hat mich alles von diesem Auto genervt.
Heute ist die ganze Family infiziert!
Nächtelang suche ich im Internet genau diesen Mack. Vergeblich. Es gibt nur noch wertlose Chinakopien zu kaufen. Sehr teure Kopien nebenbei erwähnt.

Mein Mann gönnt sich ein Männerweekend im Tessin und hat unserem Sohn ebenfalls einen Batzen zugesteckt.
Er dürfe sich ein Spielzeug aussuchen. So finde ich mich vor fast einem Jahr im grossen amerikanischen Spielzeugladen wieder. Ich alleine mit meinen beiden Buben. Spreitenbach, einfach!
Ein Traumort. Denke ich!
Ich bin zum ersten Mal hier, seit ich Kinder habe. Rein ins Vergnügen, denke ich mir.

Der Plan ist klar.
Wir suchen den Autowaschgarage Mack.
Von dem ich aber bereits weiss, dass es ihn ziemlich sicher nicht mehr gibt.
Aber erkläre das mal einem 3.5-jährigen...
Eigentlich hätte ich ahnen müssen, dass es frustrierend wird. Warum fragt ihr euch jetzt bestimmt, oder?
Das Problem war aber nicht mein Sohn.
Nein, der hatte den Plausch.
Aber ich sehe Barbies, rosaglitzernde Duplosteine, streife kurz mit den Augen alle „Haba“ Mädchensachen. Ich sehe Puppenwagen, Puppenzubehör...und diese verdammten Haargummis.
Haargummis sind eine traurige Sache wenn du Söhne hast!
Ich bin verliebt.
All diese schönen Sachen!

Und wo lande ich? Spielzeugtechnisch die nächsten Jahre?

Ich muss mir alles anschauen. Alles bubenhafte. Es geht über sämtliche Lastwagen, Flieger, Autos zu Lego in den furchtbarsten Motiven. Dann sämtliche Baumaschinen. Farben sehe ich selten bis nie! Streife kurz den Spiderman und Star Wars Ecken. Furchtbare Sache, sau frustrierend! Das Zeug ist alles so potthässlich.
Echt..
Cars okay...aber bitte nicht Star Wars!
Ich verstehe es einfach nicht...

Mein Sohn schaut sich alles genau an und kann sich erstaunlich schnell entscheiden, und wir verlassen geschätzte Stunden später zufrieden den Laden.
Mack haben sie nicht dort.
War ja irgendwie auch klar..
Er kauft sich eine Motorsäge.
Genau!
Hallelujaa!!
Was für ein tolles Teil!
Das Cars Auto lag leider nicht im Budget.

Herzliche Grüsse,
Eve



Ajo...etwas hat mein Mami weggegeben. Etwas!
In einem jugendlichen Leichtsinn. Getrieben von einer Ebbe im Portemonnaie habe ich zugestimmt und meinen roten GoKart verkauft.
Eine scheiss Entscheidung. Wie sich heute herausstellt!  

Freitag, 20. Dezember 2013

Alles Käse, Frau M.!


Da kommt mein Mann letzthin von der Post heim.

Musste ein eingeschriebenes Paket abholen.

Als er geschätzte 45 Minuten später wieder da war, fragte er mich, wie ich das alles nur aushalte?! Diesen Verkaufsjob. Während dem Anstehen hatte er, der absolut friedliebende Mensch, bei jedem zweiten Kunden das Bedürfnis diesen windelweich zu hauen.

Ich musste auf den Stockzähnen grinsen.

Meine Antwort ist ziemlich einfach und simpel. Ich liebe die Menschen. Höre ihnen zu und bin freundlich. Gerne beobachte ich, und ich versuche, wenn ich etwas Tolles gesehen oder erlebt habe, dieses bei anderen mir auch fremden Menschen umzusetzen.

Ich muss aber auch ganz am Anfang von dieser Geschichte gerechtigkeitshalber eingestehen, dass auch ich manchmal nicht mit allen Menschen den Rank finde. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder der im Verkauf arbeitet (und Verkauf ist so ziemlich viel) freundlich zu sein hat. Schafft er dieses nicht, sollte er den Job wechseln oder an solchen Tagen zu Hause bleiben. Darum bin ich nett und kundenorientiert. Wenn mir etwas unrechtes geschieht setzte ich mich für mich ein. Aber niemals, gar gar nie zettle ich in meinem Beruf Lämpe an. Nein!

Darum rate ich Frau M. von den Regionalbetrieben dringen diesen Post zu lesen. Sie ist nicht mehr die Jüngste, muss aber noch einige Tage bis zur Pension arbeiten. So wie sie ihre Arbeit aktuell tut, ist es unbefriedigend. Sicher nicht nur für ihre Kundschaft, sondern auch für sie selbst! Ich denke, in einem LKW ohne Kundschaft wäre sie besser aufgehoben. Wenn ihr jemand frech kommt soll sie sich wehren. Einfach grundlos unfreundlich zu sein ist dagegen einfach nur Scheisse!


Aber wo fange ich an.


Ich liebe Käse und Milch. Schon immer. Hier in meinem Dorf, wo ich aufgewachsen und noch immer zu Hause bin, hatten wir eine Käserei. Wenn ich die Augen zumache und an diesen Laden denke, läuft im inneren Auge ein kleiner Film ab. Ich erinnere mich an das Quietschen der Türe. Ich sehe vor mir die Theke. Ich weiss noch heute wie viel die Eier gekostet haben und wo die Süssigkeiten waren. Wenn die Schiebetüre zur Käserei geöffnet war, sah man den Käser mit seinen weissen Gummistiefeln und seiner Schürze. Zur richtigen Zeit im Laden konnte man den Bauern zukucken, wie sie die Milchkannen brachten. Ich weiss wie es klingt, wenn eine solche unter Vakuum geöffnet wird. Ich mag dieses Aroma dieser warmen Milch in diesem riesigen Käsereibecki wenn Käse gemacht wird.

Ich sehe die Verkäuferin, wie sie mit diesem grossen Spachtel fast auf das Gramm genau Käse absticht. Verdammt, ich erinnere mich an Vrenis Schuhe und wie sie mit dem einen Fuss das Türli vor der Milchkanne schliesst. Ich weiss noch alles. Haargenau.

Auch erinnere ich mich an diese Harmonie in diesem Lädeli. Irgendwie waren immer alle freundlich. Als Kind hat man dort nichts geschenkt bekommen wie zum Beispiel noch heute in vielen Metzgereien und doch sind wir immer gerne losmarschiert, wenn wir vom Mami den Auftrag bekommen haben Milch zu holen. Jede Schwester mit ihrem Milchkesseli am Arm.


Gerade das Erlebte in der Kindheit betrachte ich als prägend. Leider haben wir keine Käsi mehr im Dorf. Ich versuche trotzdem, dass meine Buben richtig viel Menschenkontakt haben. Im November war Markt im Nachbarsdorf. Meine Kinder fahren wahnsinnig gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. An der Bushaltestelle fragt mich mein kleiner Sohn, ob er dieses Mal das Billett lösen dürfe. Natürlich darf er. Wir üben das Sprüchli. Zehn Mal, zwanzig Mal. Der Bus kommt  und er steigt vorne ein. Ich steige mit dem Kinderwagen hinten ein. Voller Stolz beobachte ich ihn. Er sagt Grüezi und dann sein Satz. Wie abgestumpft muss man sein, um beim Anblick eines 4 jährigen Menschen, dem man die Freude von 2 Kilometer weit ansieht, nicht ebensolche zu empfinden. Das ist doch der Grund, warum man/Frau Bus fährt und Personen befördert. Genau wegen solchen tollen Momenten.

Doch Frau Meier hinter dem Steuer sagt nicht Grüezi oder Hoi. Sie lächelt auch nicht, nein, sie plärrt ihn an: „Du hast 20 Rappen zu wenig.“

Mein Kind versteht nicht, was 20 Rappen zu wenig sind. Er kann freundlich sein und sein Sprüchli aufsagen. Für mehr Spontanität ist er noch zu klein!

So zerre ich mein Portemonnaie hervor und eile zu meinem Kind. Ich entschuldige mich und  zahle den fehlenden Betrag. Beim retour Laufen legt die gute Frau einen Kickstart hin, bei welchem selbst Michael Schuhmacher erblassen würde. Wir sind noch keine 5 Meter gefahren da kommt mir mein Kinderwagen entgegen. Ihr Fahrstil ist nicht „Kinderwagenbremsentauglich“.

Völlig entnervt stelle ich den Wagen auf und setze mich. Ignoriere den erneuten Schweissausbruch. Scheiss ÖV.. denke ich. Schon zum zweiten Mal in kürzester Zeit. Warum tue ich mir das an?


Kurz überlege ich mir zu Fuss nach Hause zu laufen. Doch nein, meine Buben wollen noch einmal Bus fahren. Da ich nun ja weiss was ein Busticket kostet, gebe ich meinem Sohn einen grossen Batzen. Meine ich...

Der Kleine steigt wieder vorne ein.

Lotto!

Wieder Frau M...

Wieder sein Sprüchli. Nur umgekehrt dieses Mal.

Wäre es nicht so tragisch, weil ich betrachte mich leider just in diesem Moment als Kundin der RBL, müsste ich laut lachen.

Sie plärrt in meine Richtung: „Er hat schon wieder zu wenig!!“ Ich bin ein bisschen irritiert: Aber er hat doch 5 Franken?! (Könnte ja sein, dass sie aufgeschlagen haben..) Sie: Nein er hat nur 2 Franken und dann...völlig entnervt zu mir: „JETZT SÖTTET SII DE ÖPPE WÖSSE WIEVEU SO ES TICKET KOSCHTET!!“


Okay, ich gebe es zu ich bin sprachlos.

Bin nicht einmal mehr in der Lage, mich für meinen Fehler zu entschuldigen.

Ich bin halt der Meinung, dass dieses Geschäft auch freundlicher hätte abgewickelt werden können.

Und prägender. Für meinen Sohn.

Positiv, meine ich!

Als wir alle sitzen, meine ich zu meinem Sohn: „Jesses ist diese Frau schlecht gelaunt.“ Darauf meint mein 4-jähriges Kind. „Jo gell.., ond scho de ganzi Tag!“


Schade Frau M. Sie haben es versemmelt. Schade....

Nicht mal ein gratis Würstli würden dieses Bild welches sie abgegeben haben wett machen!


Liebe Grüsse,

Eveline

Montag, 2. Dezember 2013

Bettruhe


Wie eine Süchtige durchwühle ich meinen Küchenschrank. Irgendwo müssen sie doch sein. Diese kleinen Erdnüsse mit knackiger Ummantelung. Ich finde sie nicht. Leicht panisch wechsle ich den Kasten. Dann wenigstens die Oreos.
Auch nicht da.
Verdammt...
Wer hat die nur gegessen?!

Ich brauche Nervenfutter.
Mein Mann ist krank.
Kommt selten vor, ist aber jedes Mal eine Tortour.
Er hat eine Körpertemperatur von geschätzten 36.5 Grad. Genau kann ich es euch nicht sagen. Er misst sie ja nicht.
Wenn ich Glück habe, überstehen wir die Nacht.

Punkt 15 Uhr ist er vorgefahren und hat meinen wunderschönen Alltag zur Sau gemacht. Elend schaut er aus. Wie er sich die Treppen herauf quält, das Arbeitsgewand durch seine uralte Trainerhose wechselt und sich schnellstmöglich ins Bett verkriecht.
Nur eine Stunde Ruhe ist sein Wunsch.
Noch so gerne ermögliche ich mir diese Stunde. Weiss ich doch genau, was noch auf mich zu kommt...

Letzten Winter war es schon so. Nicht wie jetzt Fieber, nein, damals war es ein Husten. Und was für ein Böser!
Wie immer hatten wir keine Medikamente im Haus. Laut meinem Mann haben wir nie Medikamente da, wenn er etwas braucht. Was so auch stimmt, ich nehme nämlich keine Medikamente...
Hilfsbereit wie ich bin, habe ich mich ins Auto gesetzt und bin kurz vor Ladenschluss in unsere Apotheke gedüst.
Ich habe mein Anliegen kommuniziert. So wie es ist.
„Liebe Frauen, mein Mann ist zu Hause er hat Husten und es steht ganz elend um ihn. Unmöglich ertrage ich ihn mehr als 24 Stunden zu Hause. Gebt mir bitte das Stärkste, was es gibt. Und bitte das Zweitstärkste auch noch gleich.“
Die Frauen nicken alle verständnisvoll...
5 Minuten später habe ich dem Patienten zu Hause alles aufgetischt.
Und was macht ein Mann in einem solch kritischen Moment. Waseliwas?
Genau!
Er liest den Beipackzettel.
Auch so ein Unterschied zu uns Frauen. Sollten wir am Sterben sein, pfeifen wir uns alles rein...wenn jemand sagt, dass es nützt!
Dann lesen wir nicht mehr. Dann vertrauen wir!
Irgendeine Nebenwirkung macht meinem Mann Sorge. Noch mehr Angst als vor diesem schlimmen Husten, und er entscheidet kurzerhand, dass es auch ohne Medikamente geht.
Arghh.. meine Nerven!

Heute war ich klipp und klar.
„Los Ro“, habe ich gesagt. Es hat was es hat. Ist so ziemlich das Gleiche wie das letzte Mal. Bedien dich. Ich mach dir auch noch einen Tee. Mehr gibt es nicht.

So, ich habe etwas gefunden. Eine Dose mit Alkohol. Die habe ich mir doch wirklich verdient. An einem Tag wie diesem. Wo zwei kleine Buben richtig krank sind. Und sich ein grosser zum Affen macht.

Herzliche Grüsse und viel Kraft allen Frauen "da Draussen",
Eve